Leatherface, EuroVideo -Fassung © EuroVideo
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Artikel vom 12.05.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Leatherface



Ein ausführliches Review zur EuroVideo FSK-18-Fassung


In dieser Review wollen wir auf den bereits erschienenen Leatherface eingehen, der ja Ende des Jahres von der "Turbine Media Group" erfolgreich vermarktet wurde. Doch ohne "EuroVideo" würde es vielleicht auch keine "Turbine"-Veröffentlichung geben. Somit widmen wir uns in dieser Review einmal untypischer Weise der gekürzten Fassung, die es defintiv verdient hat, gesondert erwähnt zu werden. Achtung: Am Ende des Reviews verlosen wir - dank freundlicher Unterstützung durch EuroVideo - 2 x 1 DVD sowie 3 x 1 Blu-ray zu Leatherface.

Leatherface, EuroVideo -Fassung © EuroVideo
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Screenshot Leatherface

Der von Screenwriter Seth M. Sherwood geschriebene und in den bulgarischen “Nun Boyana” Studios gedrehte achte Teil des etablierten Texas Chainsaw-Franchises, wurde bereits 2015 fertiggestellt und befand sich bis Anfang des Jahres 2017 immer noch im Status “Post-Production”. Denn auch im Jahre 2017/18, wo Leatherface endlich das Licht der Öffentlichkeit erblicken darf/durfte, gehen besagte Institutionen (Millenium Films und Lionsgate) sehr sparsam mit dem Produkt Leatherface um. Keine großartige Werbung auf den eigenen Betreiberseiten, lediglich "lokale" Ankündigungen für ausgewählte Kinos in den USA und die primären Vermarktungsrechte für den Streaminggiganten "Direkt TV", der Leatherface am 21.09.2017 als reines VOD-Produkt an den Start brachte.
Lange Zeit sah es also danach aus, dass der achte Betrag des erfolgreichen Franchises, ein längeres Dasein als reines VOD-Produkt fristen würde. Denn Auswertungen auf physischen Medien, die von den Fans lange gefordert wurden, schienen ignoriert zu werden. Auch im europäischen Ausland tat sich der Titel in Sachen großflächiger Vermarktung recht schwer. Ein kleiner Lichtblick war das italienische Studio „M2“, welche die Rechte von Millennium Films erworben hatten und den Film im Herbst 2017 in die dortigen Kinos brachte. In den USA war zu diesem Zeitpunkt noch kein fixer Termin für eine generelle Auswertung bekannt.
In Deutschland wurde der letzte Film des Texas Chainsaw Massacre-Franchises (Texas Chainsaw 3D) von "Constantin Film vertrieben", die ja auch das Remake bereits lizensiert hatten. Zwar hatte man auch Constantin den Film angeboten, aber durch den etwas zurückhaltenden Erfolg des letzten TCM 3D, sah man von einer weiteren Lizenzierung ab. Und durch das zaghafte, bis kaum vorhandene Marketing für den neusten Output Leatherface, zog man auch hierzulande die Handbremse und übte sicherheitshalber in „Zurückhaltung“. Somit sah sich nicht nur die internationale Fanschar hinsichtlich einer offiziellen Veröffentlichung enttäuscht den Machenschaften von Lionsgate und MilleniumFilms ausgesetzt, auch die deutsche Fanbase gab sich enttäuscht. Bis dann in der letzten Jahreshälfte bekannt wurde, dass sich die „Telepool“ die Rechte für Deutschland gesichert hat und Leatherface wohl noch im Jahre 2017 über die Schwesterfima „EuroVideo“ auswerten wird.
Zum Zeitpunkt meines Kontaktes mit der Telepool, befand man sich gerade im Synchronstudio und spielte die Synchro für den Film ein, so dass dann wenig später das VÖ-Datum erfolgen sollte. Für die Synchronisation entschied sich die Telepool für das renommierte "Metz-Neun Synchron Studio- und Verlags GmbH“, die Leatherface mit professionellen Sprechern (u.a. Marcus Off, Claudia Urbschat-Mingues …) veredelte. Eine gute Wahl wie sich rausstellte, erfährt Leatherface dadurch einen recht hochwertigen Touch und wäre somit auch ein absoluter Kandidat fürs Kino gewesen. Jedoch verzichtete auch die Telepool auf eine Auswertung größerer Plattformen und entschied sich für eine Vermarktung auf den physischen Medien und dem VOD-Bereich.

Leatherface, EuroVideo -Fassung © EuroVideo
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Screenshot Leatherface

Da der Film von den beiden Franzosen Julien Maury und Alexandre Bustillo realisiert wurde, die ja schon mit ihren Genre-klassier Inside große Anerkennung feiern durften, konnte der geneigte Fan schon erahnen, dass es bei einem offiziellen Release in Deutschland und den hiesigen Instanzen der „FSK“, Probleme geben könnte. In Anbetracht des Scripts und der ambitionierten Vorgehensweise der beiden Regisseure, war es somit nicht auszuschließen, dass der Titel (TCM war ja bis vor einigen Jahren ohnehin ein nicht gern gesehener Gast der Budesprüfstelle) vor erheblichen Schnittauflagen stehen könnte. Zudem musste der Film von den beiden Franzosen ohnehin in puncto Gewaltgrad nach unten korrigiert werden, da das Script von Seth M. Sherwood etwas zuviel des Guten bot und so nicht umgesetzt werden konnte. Somit war klar, dass wir mit dem achten Teil des erfolgreichen Franchises, einen durchaus blutigen Brocken serviert bekommen würden. Und so kam es wie es kommen musste: der Film fiel bei der FSK in der ungekürzten Fassung durch, so dass man gewisse Modifikationen vornehmen musste. Fakt war somit, dass "EuroVideo“ für den deutschen Markt, lediglich die wirtschaftlich wichtige, indizierungsfeste Fassung veröffentlichen kann.
Jedoch gelang es der "Telepool", den Film an die "Turbine Media Group", die in Sachen TCM die absolute Vorreiterstellung in Deutschland genießen, weiter zu lizensieren. Demnach durfte die "Turbine Media Group" die Lizenzen für die ungeschnittene Fassung erwerben und hatte damit auch Erfolg. Durch eine Freigabe der Juristenkommission erlangte man eine „leichte“ Spio Freigabe und durfte den Film hierzulande in zahlreichen Editionen, in Fan-orientierter, üblicher Machart veröffentlichen.

Ein ausdrückliches Lob an die geschnittene Fassung


Jedoch möchten wir an dieser Stelle auch ganz bewusst auf die Fassung von „EuroVideo" eingehen, die mit ihren 12 Schnitten um 93 Sekunden gegenüber der ungeschnittenen Fassung von Turbine erleichtert wurde ... und das in einem professionellen und sehr moderaten Rahmen. Zudem muss man natürlich auch erst einmal ganz klar konstatieren, dass es ohne „EuroVideo“ wohlmöglich gar keine "Turbine Media"-Veröffentlichung gegeben hätte. Ferner war es die "Telepool", die jenes ermöglicht hat und ebenfalls für die gute Synchronisation verantwortlich ist, welche "Turbine" logischer Weise übernommen hat. Ein weiterer Punkt, der ebenfalls anzumerken ist, wäre der Titelzusatz „The Source of Evil“. Dieser Zusatz wurde ebenfalls sehr professionell und in der gleichen Schriftart in den Vorspann des Films eingearbeitet ... und zwar so, als gehöre er wirklich dorthin. Auch hier merkt man schon, dass es der "Telepool" wichtig war, hier trotz Schnitten, ein homogenes Gesamtbild abzuliefern. Die Schnitte selbst beziehen sich nur auf die Gewaltspitzen, gewisse Szenen wurden mitunter überhaupt nicht zensiert. Weder der fulminante Auftakt zu Beginn, noch die berüchtigte Szene im Diner wurden angetastet. Aber auch die nötigen Eingriffe wurden nicht nur clever gesetzt, sondern auch professionell kaschiert. Wenn man sich im Vorfeld die „Schnitte“ die vorgenommen wurden ansieht (Schnittberichte.com) lässt sich das garnicht als Richtwert wahrnehmen, da der Film in dem Zusammenhang und in seiner Schnittfolge , garnicht so ohne weiteres bewerten werden kann. Erst wenn man sich den Film In der vorliegenden Fassung im gesamten Kontext ansieht, fällt auf, wie gut der Cutter im Hause "Telepool" gearbeitet hat. Damit es keine Stakato-artigen Schnittfolgen gab, passte man zudem die komplette Tonspur an und sorgt somit dafür, dass die „Kürzungen“ im Kontext bisweilen garnicht auffallen und lediglich in ihren Spitzen geschickt abgeblendet werden. Es gibt somit keine Tonsprünge oder grobe Anschlussfehler, da alles äußerst bedacht gekürzt wurde, mit bestmöglichen Aufwand. Der finale Akt, in dem Sheriff Hartmann mittels Säge getötet wird, ist wohl die spürbarste Wahrnehmung, da diese Szene im gesamten Block an sich garnicht anders „kürzbar“ gewesen wäre, außer man hätte sie komplett entfernt. Aber auch hier hat man das entsprechend gut und mit angepasster Tonspur gelöst.

Leatherface, EuroVideo -Fassung © EuroVideo
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Gesamtansicht des Blu-ray-Cover

Cover und CO.


Als Covermotiv hat man sich für das US-Poster entschieden, welches aber in den USA selbst nicht für den Kino und Heimkinomarkt genutzt wurde. Somit ist jenes Motiv, welches optisch eine absolute Granate ist, lediglich noch für den italienischen Markt genutzt worden und eben jetzt aktuell für die deutsche FSK 18-Fassung von "EuroVideo". Somit lässt sich schlussendlich konstatieren, dass die negative Schelte, die man auf Amazon der "EuroVideo"-Auswertung attestiert, absolut ungerecht und mit wenig Fachwissen ausgesprochen wurde. Hier wird, ohne die Fassung selbst gesehen zu haben, auf das Trittbrett der „Hater“ aufgesprungen, ohne jenes Produkt im gesamten Kontext gesehen zu haben. Dass "Turbine" hier für den Fan die Abhilfe geschaffen hat ist natürlich klar und verdient den größten Respekt. Ebenfalls Respekt gebührt dennoch der "Telepool" und "Eurovideo", die eine Veröffentlichung überhaupt erst für den deutschen Markt möglich gemacht haben und mehr als nur sichtlich bemüht waren, hier eine saubere, gekürzte Fassung zu kreieren, die nicht aus dem Kontext fällt.
Zwar enthält die Bluray nicht das umfasende Bonusmaterial der "Turbine"-VÖ, jedoch befinden sich hier noch Interviews auf der Disc, die es nicht auf die Turbinescheibe geschafft haben. Weiterhin hat die "EuroVideo"-Variante auch eine anderes Intromenü und hebt sich somit auch weiterhin deutlich von der Turbine-VÖ ab. Das der Fan des Franchises natürlich die ungekürzte Version vorziehen wird ist selbstredend. Aber für die Laufkundschaft, an die sich diese indizierungsfeste Fassung ja in erster Linie richtet, ist das Ganze eine mehr als lohnende Angelegenheit, da hier sehr aufwändig und professionell gearbeitet wurde.

Leatherface ist ein harter Brocken, ein brutaler Bastard aus dreckigen Versatzstücken eines Roadmovie und eben dem Flair eines Texas Chainsaw. Vielmehr fühlt er sich auch an wie ein Prequel des letzten Ablegers Chainsaw 3D, zumal auch hier Verna Sawyer agiert und Versatzstücke aufgegriffen werden. Visuell immer einwandfrei, ist Leatherface ein absolut prächtiges Stück Horrorfilm und ein mutiger Schritt der beiden französischen Regisseure, sich eben mit diesem Prequel nicht zu wiederholen und das erneut aufzugießen, was Nispel und Co. in den letzten Jahren schon taten. Ein absolut erfrischendes und anders wirkendes Werk und ein gänzlich anderer, aber in weiten Teilen unverkennbarer Texas Chainsaw-Ableger ist hier entstanden, der in Sachen Gewaltgrad das R-rating bis zum Anschlag auslotet.

Gewinnspiel:
Leatherface


Ein grausamer Trip in Richtung Hölle beginnt als Sawyer sich in das berühmte blutrünstige Monster verwandelt, das man alsbald unter dem Namen Leatherface kennen wird ...

Die fünf Gewinner wurden benachrichtigt!
Leatherface, EuroVideo -Fassung © EuroVideo
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© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister


 
 
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