Laurence Anyways © NFP
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Artikel vom 10.01.2014 | Heimkino->DVD

Laurence Anyways



Eine große Lovestory


Autorenfilmer und Regiewunder"kind" Xavier Dolan schuf 2012 nach den vielbeachteten und hochgelobten Ich habe meine Mutter getötet (OT: J’ai tué ma mère, 2009) und Herzensbrecher (OT: Les amours imaginaires, 2010) mit Laurence Anyways seinen absoluten Wunschfilm. Auch wenn in diesem wieder ein Randgruppenthema (Transsexualität bzw. Geschlechtsangleichung) herangezogen wurde, ist der großartige Film vor allem eine glaubhafte, große Lovestory.

Titel
Laurence Anyways © NFP
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Cover: Laurence Anyways
Titel: Laurence Anyways
Originaltitel: Laurence Anyways
getestete Version: DVD
Cast: Melvil Poupaud, Suzanne Clément, Nathalie Baye, Monia Chokri, Susan Almgren, Yves Jacques, Sophie Faucher
Regie: Xavier Dolan
Produktionsland: Kanada
Studio/Verleih: NFP
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 159 Minuten
Sprache: Deutsch, Französisch
Regioncode: 2
FSK: ab 6 J.

Filmkurzbeschreibung


Laurence (Melvil Poupaud), seines Zeichens Lehrer für Literatur und seine Freundin Frédérique Belair, genannt Fred (Suzanne Clément), sind ein Paar, lieben sich sehr und genießen ihre Gemeinsamkeit. Bis Laurence sich eingestehen muss, dass er sich in seinem männlichen Körper gefangen fühlt und lieber als Frau leben möchte. Als er sich Fred offenbart, ändert das alles. Oder vielleicht nicht? Denn Laurence’ Gefühle für Fred sind immer noch dieselben. Auch Fred liebt Laurence weiterhin, weiß aber nicht, wie sie damit umgehen soll, ob ihre Liebe stark genug ist. Sie weiß nur, dass sie sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann. Gemeinsam kämpfen sie, gegen alle Widerstände, gegen die Vorurteile der anderen und gegen die eigenen Zweifel. Um sich selbst, um eine Liebe, die am Abgrund steht, die aber so groß ist, dass sie es schaffen können. Sie verletzen sich, sie wissen nicht weiter, können nicht mit- und nicht ohne einander. Laurence und Fred. Laurence. Fred. Fred und Laurence. Laurence anyways…

Das meint onyourscreen.de zum Film


Zugegeben, wir hatten Schwieriges erwartet, als uns Xavier Dolans neuester Indie-Streifen ins Haus flatterte. Alleine die Länge (159 Minuten), das Retro-Bildseitenformat (4:3) und das scheinbar schwere Thema, ließ uns nach einer geeigneten, streßfreien Mußestunde für die Sichtung von Laurence Anyways suchen. Doch schon nach wenigen Minuten waren wir gefangen davon, wie rund und eindrucksvoll ein 23 jähriger Jungfilmer das Leben eines ungewöhnlichen Paares zu schildern vermag. Wie großartig er seine manchmal schmeichelnde, manchmal treibende, manchmal mutige aber auch mal schmerzhafte Songauswahl einzusetzen weiß. Mit was für wundervollen, einfach schönen Bildern er uns zur Ruhe bringt, uns über das Gesehen nachdenken lässt. Alleine der Kleiderregen - ihr werdet sehen wovon wir sprechen - ist einfach fantastisch. Aber auch Szenen wie Freds Ballbesuch zu den Klängen von "Fade to grey" ist unglaublich. Die Nebenkriegsschauplätze sind ebenso der Knaller: ihr werdet die "Les cinq Roses" oder auch beide skurillen Familien der Hauptprotagonisten lieben lernen.

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Laurence

Klar, Laurence (geschickt gewählter Name by the way, funktioniert männlich als auch weiblich) und sein Wunsch den Körper einer Frau zu haben, sind augenscheinlich das Hauptthema. Doch in Wahrheit bleibt Laurence Anyways als gefühlvolle, einfach bezaubernde Hommage an die cineastische Liebesgeschichte im Kopf. So dramatisch, bewegend und ernsthaft diese 10jährige Romanze zwischendrin auch ist, so positiv besetzt bleibt sie einem am Ende im Gedächnis.
Natürlich tragen neben der grandiosen Arbeit von Xavier Dolan auch seine Hauptdarsteller sehr viel zur Qualität des Films bei. Melvi Poupaud als Laurence einerseits, aber vor allem sein/ihr Contrapart Fred (Frédérique abzukürzen und ihr damit auch einen männlichen Namen zu verpassen ist wiederum ein netter Kniff), dominant und genial gespielt von der einzigartigen Suzanne Clément, erweisen sich als exzellente Wahl.

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Fred

Wenn man Die Farbe Lila und damit Steven Spielberg vorwerfen wollte, er hätte bei seinem Sklavenepos alles mögliche versucht um einen Oskar zu gewinnen, so kann man Dolan sicherlich auch nachsagen, das er mit seinem dritten abendfüllenden Spielfilm ebenso viel daran gesetzt hat, den Preis für die Beste Regie in Cannes zu gewinnen. Das war ihm nicht vergönnt, er ist noch nichtmal im Hauptwettbewerb gelandet. Warum versteht nicht nur er selber nicht!

onyourscreenSHOTs

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  • Laurence Anyways<br>© NFP
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Das meint onyourscreen.de zur DVD


Auch wenn wir persönlich finden das das 4:3 Bildseitenformat keine gute Wahl war, gibts an den Bildqualität der DVD nichts zu meckern. Der Ton ist auch ordentlich, nervt aber ab und an mit unausgewogener Diskrepanz in den Lautstärken. An Extras warten über 50 Minuten Deleted Scenes vorgestellt von Xavier Dolan auf einer Extra-DVD beim 2-Disk-Set, sowie der Kinotrailer auf den DVD-Käufer.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu LAURENCE ANYWAYS


Ein wundervolle, bewegende Geschichte erzählt mit teils opulenten, teils aufwühlenden Bildern und unterstützt von einem fordernden, treibenden Soundtrack wird uns hier bei Laurence Anyways präsentiert. So gut wie nie langatmige 159 Minuten Kunstkino mit feiner, niemals predigender Aussage warten auf aufgeschlossenes Publikum. Die fast epische Lovestory, die so ganz nebenbei auch noch die 1990er Jahre durchläuft, ist seit dem 14.1.2014 im Verleih und Verkauf als Blu-ray und 2-Disk-Set-DVD erschienen. Wir sagen kaufen! Mehr zum Film findet ihr auch auf der offiziellen Webseite zu Laurence Anyways: http://www.laurenceanyways-derfilm.de


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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