Last seen Februar 2018
Artikel vom 01.03.2018 | Rubriken->Last Seen

Last seen: 2/2018



... und das alles haben wir im Februar 2018 gesehen


Last seen … zuletzt gesehen. Das haben wir vergangenen Monat im Heimkino, beim Streamingdienst unserer Wahl oder im Kino gesehen. Wir bedienen uns der üblichen 10/10er Wertungsskala - wobei wir anmerken wollen, dass noch nie ein Film bei uns die 10 erreicht hat, jeder Film ab einer 5er Wertung aber durchaus ansehbar ist und Klassiker gerne mal überbewertet erscheinen "könnten". Genug der Vorworte, hinein ins Wertungsvergnügen ... das hier alles haben wir im Februar 2018 gesehen und so haben wir es bewertet:

Der 27. Tag (1957, SF)
Der 27. Tag, ein Highlight in der Riege der Science-Fiction-Klassiker der 1950er und 1960er Jahre und zusätzlich ein durchaus spannender Denkanstoß ... Man darf allerdings keine Weltraumaction erwarten, wir haben es hier eher mit einem Film á la "Der Tag, an dem die Erde stillstand" zu tun ...
(7/10)

Haus des Grauens (1962, Thriller)
Regie- (und auch Kamera-) Legende Freddie Francis (Der Puppenmörder) schuf einen dramatischen Thriller um eine reiche Familie und deren geistige Abgründe. Mit Oliver Reed ist dem spannenden Streifen ein auf den Punkt passender Maincharacter anheim gefallen. Diesen "Mini-Hitchcock" darf und sollte man sich auf jeden Fall in die Sammlung stellen.
(7,5/10)

Godzilla - Planet der Monster (2017,Animation, SF)
Schade, da haben wir uns deutlich mehr versprochen. Animiert ist der ganze Spaß durchaus gut, aber die Story bröselt irgendwo zwischen belanglos und langweilig dahin ... mal sehen, was der nächste Aufguss bringt - es sollen ja weitere Teile folgen.
(5,5/10)

The Cloverfield Paradoxon (2017, SF, Netflix Original)
Man darf durchaus beunruhigt sein, wenn Netflix mittlerweile hingeht und Filme dem Kinopublikum geradeweg wegkauft. Das hier ist keine Eigenproduktion, nein, hier wurde der Film tatsächlich von unabhängigen Produzenten gekauft um ihn geschickt in die eigene Marketing-Maschinerie einzubasteln. Möglichweise kann genau dieser Streifen der erste Schritt zum Tod des Kinos (ausserhalb der Disney'schen Blockbuster-Orgien) sein. Was aber keine Beurteilung für den Streifen als solches sein soll - der hat uns nämlich ganz gut gefallen. Leicht verwirrend und in seinen Versatzstücken bei allen möglichen anderen SF-Filmen geklaut, macht "The Cloverfield Paradoxon" echt Spaß ...
(7/10)

Ich bin dann mal weg (2015, Komödie (?))
Ich bin dann mal weg ist ein deutscher Kinofilm und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Hape Kerkeling, der damit erfolgreich seine Jakobsweg-Erfahrungen einem aufgeschlossenen Publikum mitteilte. Der Film ist nicht wirklich eine Komödie, zumindest nicht in "Comedy"-Manier, aber immer so unterhaltsam, dass man oft und gerne vor sich hinschmunzelt. Dazu kommen tolle Bilder und (da sind wir nicht die einzigen) der unterschwellig dämmernde Drang während des Zuschauens, die Jakobsweg-Strapazen auch mal auf sich zu nehmen ... "Ich bin dann mal weg" war für uns die Überraschung des Monats, ein fantastischer, kleiner, deutscher Film ...
(8/10)


Okja (2016,Netflix Original, Abenteuer/Fantasy)
Man sieht, wir haben uns durch das garnicht so dichte Streamingriesen-Filmangebot gewühlt - auch hier haben wir es einmal mehr mit einem Netflix Original zu tun. Hier hat sich Netflix allerdings direkt als Produzent an ein Projekt mit dem hochbegabten Bong Joon-ho (u.a. Memories of Murder, The Host. Snowpiercer) gemacht und dem gerne mal extravaganten Regisseur nahezu freie Hand gelassen. Tilda Swinton und Jake Gyllenhaal in haarsträubenden Rollen geben, neben der tollen Ahn Seo-hyeon als Mija und dem prima animierten Riesen-Gen-Schwein Okja, dem gelungenen Abenteuerstreifen die nötige Würze ...
(7/10)

Headshot (2011, Action, Martial Arts)
Der legitime Nachfolger von The Raid, besser als Ong-Bak .... so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen zu Headshot. Was natürlich kompletter Mumpitz ist, denn an beide Franchises kommt "Headshot" nicht heran. Gut, es gibt wirklich gute Kampfsequenzen und Actionszenen und ja, auch hier sieht man das Training und die Handarbeit der Macher, aber: es wirkt nicht so wie aus einem Guss und längst nicht so gekonnt in Szene gesetzt, wie bei den kolportierten Vorbildern. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.
(5,5/10)

Der Spion und sein Bruder (2016, Komödie)
Wir sind kein so großer Freund von Sacha Baron Cohen, aber "Der Diktator" aus dem Jahr 2012 war schon urkomisch. Was man von "Der Spion und sein Bruder" nicht bzw. nur recht selten behaupten kann.
(5/10)

Im Herzen der See (2015, Abenteuer)
Wow, beeindruckender Film mit aufregenden, manchmal zu künstlichen Bildern. Ein gut aufgelegter Chris Hemsworth streitet sich mit Benjamin Walker, dazu zeigen Tom Holland, Cillian Murphy aber auch Brendan Gleeson ihre Talente ... kein perfekter, aber doch ein sehr guter Abenteuerfilm am Rande des menschlichen Selbsterhaltungstriebs.
(7/10)

Malavita (2013, Komödie)
Die Rollenauswahl von Robert de Niro ist ja schon seit Jahren recht zweifelhaft, dass aber auch ein Luc Besson mal so in die Mittelmäßigkeit abdriftet, ist schon verwunderlich. Ein durchschnittlicher Film der durchschnittlich witzig ist ... will man das sehen?
(5,5/10)

Black Panther (2017, Superhelden, Action)
Warum gerade dieser Marvelstreifen bei der Kritk so gut weg kommt, ist uns ein Rätsel. Gäbe es einen Oscar für die generischste Story in einem Actionfilm, dann würde "Black Panther" hier abräumen. Dazu kommt, dass man den Action-Protagonisten jederzeit anmerkt, dass sie keinen blassen Dunst davon haben, wie man tatsächlich einen Fight austrägt. Genau das ist dem Film Finishing Team anscheined auch aufgefallen, von daher wird hier geschnippelt und drüber animiert, bis der Arzt kommt ... fürchterlich. Natürlich hat "Black Panther" auch seine guten Seiten und kann durchaus unterhalten, aber für das MCU ist das hier unteres Mittelmaß.
(6,5/10)

Baby Driver (2017, Action, Musik)
Bäääääm ... so gut, so neu und so aufregend lassen sich Musik und Film verquicken. Ein fantastisches Stück Kinokunst, das aufgrund seiner ansonsten recht banalen Handlung nochmal frischer wirkt. Klasse ... und übrigens nix für Jungs, die ein neues Fast and the Furious-Franchise suchen ...
(7,5/10)

Into the Forest (2015, Coming of age, Dystopie)
Into The Forest - wie ruhig und unaufgeregt man eine Weltkatastrophe doch schildern kann. Beobachtet die großartig agierende Ellen Page als Nell und die ebenso tolle Evan Rachel Wood als Eva in einem später nahezu kammerspielartig abgefilmten Coming-of-Age-Film vor dem Hintergrund einer apokalyptischen Bedrohung. (7/10)

Midnight Special (2016, SF, Mystery)
Ein Film der dem Zuschauer schon während seiner Laufzeit von 112 Minuten genügend Interpretationsspielraum seiner Szenen und Einstellungen erlaubt. Hier wird nicht laufend erklärt was passiert, hier darf man als Zuschauer selbst gedanklich Hand anlegen und sich seinen eigenen Reim auf die nur teilweise preisgegebenen Informationen machen. Das Ende setzt dann nochmal einen drauf ... wir meinen: unbedingt anschauen. (7/10)


Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016, Fantasy)
Wenn man eine fantastische, mystische Welt erschafft, dann doch bitte so. Für uns - mit all seinen magischen Geschöpfen und liebenswerten Charakteren - ein würdiger Ableger des Blitzstirn-Franchises - wir freuen uns schon auf mehr, auch wenn es ansonsten herrlich belanglos ist.
(7/10)

Goon – Kein Film für Pussies (2011, Sport, Komödie)
Mögt ihr brachiale Sportkomödien oder Screwball-Comedy-Mist aus den 80er Jahren? Dann willkommen bei Goon – Kein Film für Pussies. Völlig blödsinnig und dabei echt unterhaltsam - aber so einem Kram darf man trotz des hohen Unterhaltungswertes keine wirklich gute Note geben. (6/10)

Goon: Last of the Enforcers (2017, Sport, Komödie)
Genauso beschauert wie Teil 1, genauso unterhaltsam. 'nuff said! (6/10)

Caddyshack (1980, Sport, Komödie)
Wenn wir schonmal bei völlig depperten Sportkomödien sind, darf "Caddyshack" (deutscher Titel "Wahnsinn ohne Handicap") natürlich nicht fehlen. Was ihn wertungstechnisch über die zuvor genannten Goon's hebt, ist die hervorragende Besetzung mit Größen wie Chevy Chase oder Bill Murray. (7/10)

Man-Thing (2015, Horro, Comicverfilmungr)
Basiernd auf dem gleichnamigen Marvel-Comics veranlasste der berühmt-berüchtigte SciFi-Channel die Produktion dieses B-Movies. Der lag nun jahrelang auf unserem "noch zu sehen"-Stapel, und wurde immer wieder weggelegt. Aber so schlimm wie befürchtet war "Man-Thing" nicht, im Gegenteil. Wer solche Grusel-B-Movies mag, kann hier durchaus seinen Spaß haben - wir hatten! (6/10)

Bright (2017, Netflix Original, SF, Fantasy)
Nicht so schlimm wie befürchtet, aber trotzdem weit weg von wirklich gut. Was Netflix hier für kolpotierte 90 Millionen Dollar fabriziert hat, ist weder Fisch noch Fleisch. Will Smith scheint so gar keine Lust gehabt zu haben und David Ayer hat in seiner wechselhaften Laufbahn als Regisseur hier mal wieder eher mittelmäßige Tage gehabt - so wie zuletzt auch beim fürchterlich belanglosen "Suicide Squad". (6/10)

Space Invaders (1988, SF, Komödie)
"Killer Klowns from Outer Space" - so der Originaltitel - ist ein mit nur 2 Millionen US-Dollar produzierter Nonsens, der so abgespaced und mit so unglaublich vielen Gaga-Ideen versehen ist, dass man ihn einfach lieben muss. Pure Unterhaltung ganz nah am Irrsinn! (6,5/10)

Howard the Duck (1986, SF)
Jepp, der war auch 1986 schon ziemlich scheiße, aber heutzutage muss man zugeben, dass er jeden Razzie Award (Goldene Himbeere) den er gewonnen hat, verdient verliehen bekam. Unverständlicherweise landete er nur auf Platz zwei der "Goldenen Himbeere der 1980er" ... (4/10)

The Florida Project (2017, Drama)
"The Florida Project" zeigt einem ein America, das vor allem wir Europäer so überhaupt nicht kennen. Beispielhaft hier, im direkten Umfeld des Disney Word in Orlando (das man in der Planungsphase als "The Florida Project" bezeichnet hat), dürfen wir am Alltag der Kids Moonee, Jancey und Scooty teilhaben, die in einem heruntergekommen Hotel mit ihren meist alleinerziehenden Müttern unterhalb der Armutsgrenze, aber direkt nebem dem Disney-Pomp und Kommerz hausen ... Unterhaltsam und erschütternd zugleich. (7,5/10)


Last seen … zuletzt gesehen - ab sofort präsentieren wir euch in dieser Reihe, was wir im vergangenen Monat gesehen haben. Dazu bedienen wir uns der üblichen 10/10er Wertungsskala - wobei wir schonmal vorausschicken, das noch nie ein Film bei uns die 10 erreicht hat, jeder Film ab einer 5er Wertung aber durchaus ansehbar ist. Viel Spaß!


© Text: onyourscreen.de / AS
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