Last seen 17
Artikel vom 09.01.2013 | Rubriken->Last Seen

Last Seen [17]



Januar 2013


Wählerisch ist anders. Oder? Schon krude, der Mix an Filmen, die wir uns am Anfang des nun nicht mehr ganz neuen Jahres reingezogen haben. Da mischt sich der Krimi aus Österreich mit der Fantasy-Mockumentary aus Norwegen oder dem Animalhorror-Movie aus China. Das dabei fast das komplette Spektrum der onyourscreen.de-Wertungsmöglichkeiten ausgeschöpt werden konnte, sollte nicht überraschen. Nur der ganz, ganz miese Film, sorry, der war nicht dabei.

Alles ist erleuchtet

Originaltitel: Everything is Illuminated
Genre: Roadmovie, Drama
Regie: Liev Schreiber
Cast: Elijah Wood, Eugene Hütz, Boris Leskin
Produktionsland/-jahr: USA, 2005
 
Jonathan, amerikanischer Nerd jüdischer Abstammung, seines Zeichen Sammler seltsamer Erinnerungsstücke der eigenen Familie, macht sich aufgrund eines Fotos seines Großvaters auf die Suche nach dem ukrainischen Städtchen Trachimbrod. Dort will er mit Hilfe von Alex und dessen merkwürdigen Großvater die Frau finden, die auf dem Foto zu erkennen ist. Die zuerst wie ein durchaus komisches Roadmovie daherkommende Literaturverfilmung wird mit zunehmender Dauer ernster, gar schwierig, bleibt dabei aber immer unterhaltsam - und das ohne jemals oberflächlich zu werden. Großartiger Spagat zwischen Unterhaltung und Melodramatik mit absolut passend besetztem Cast, auch wenn man sich bei Elijah Wood immer den Hobbit wegdenken muss.


Cowboys & Aliens

Originaltitel: Cowboys & Aliens
Genre: Science-Fiction, Western
Regie: Jon Favreau
Cast: Daniel Craig, Harrison Ford, Olivia Wilde, Sam Rockwell
Produktionsland/-jahr: Produktion
 
Regisseur Jon Favreau kann es einfach ... bei seinen "Iron Man"-Verfilmungen, nicht bei Cowboys & Aliens. Die eigentlich interessante Idee der Verschmelzung von Science Fiction und Western - mal wieder basierend auf einer Comicvorlage - kommt hier leider völlig pointless daher. Bis auf zwei, drei helle Momente eiert der Plot so vor sich hin, ohne Spannung, ohne mitzureissen, ohne opulentes Ende (ist halt irgendwann zu Ende), ohne Witz. Gerade das letztere hätte dem drögen Langeweile-Movie gut getan. Machs lieber mit Tony Stark, Jon.

Der Knochenmann

Originaltitel: Der Knochenmann
Genre: Krimi, Schwarze Komödie
Regie: Wolfgang Murnberger
Cast: Josef Hader, Birgit Minichmayr, Josef Bierbichler, Simon Schwarz
Produktionsland/-jahr: Österreich, 2009
 
Gut, circa 15% der tief-österreichischen Dialoge mussten wir uns als Rheinländer dazureimen. Aber das was wir verstanden haben von dem bitterbös-schwarzhumorigem Ösi-Gebrabbel, das vor allem Hauptprotagonist Josef Hader als Simon Brenner von sich gibt, ist mal so richtig unterhaltsam. Die ab und an fehlende Spannung gleichen die skurrilen Einfälle des Drehbuchs beziehungsweise die teils unglaublich agierenden Personen wieder aus. Hut ab, Austria ... mehr davon.


Trollhunter

Originaltitel: Trolljegeren
Genre: Fantasy, Mockumentary
Regie: André Øvredal
Cast: Otto Jespersen, Hans Morten Hansen, Tomas Alf Larsen
Produktionsland/-jahr: Norwegen, 2010
 
Idee: super! Umsetzung: gut (wenn man den extremen Dokumentary und Wackelkamera-Stil mag)! Effekte und Schauwerte: mittelprächtig! Spannung: eher gegen null. Schade, da hätte man mehr draus machen können - passt aber trotzdem in das Monsterfilm/Fantasyregal des geneigten Sammlers.

Die Royal Tenenbaums

Originaltitel: The Royal Tenenbaums
Genre: Tragikomödie
Regie: Wes Anderson
Cast: Gene Hackman, Anjelica Huston, Gwyneth Paltrow, Ben Stiller, Luke Wilson, Owen Wilson, Danny Glover, Bill Murray
Produktionsland/-jahr: USA, 2001
 
Auf Wes Anderson-Filme muss man Bock haben - oder Fan sein, so wie wir. Erwischt man einen Film wie Die Royal Tenenbaums in einem Moment, in dem man eine simple Komödie erwartet hatte, haut einem der Streifen so richtig aufs Maul. Stimmt allerdings das Timing des aufgeschlossenen, sich auch mal gerne abseits des Celluloid-Mainstreams bewegenden Filmfreund, dann ist die brilliant besetzte, amüsante Mischung aus Familiendrama und feingeistiger Komödie ein absolutes Highlight. Well done, Wes.

Backbeat

Originaltitel: Backbeat
Genre: Musikfilm
Regie: Iain Softley
Cast: Sheryl Lee, Stephen Dorff, Ian Hart, Gary Bakewell, Chris O'Neill
Produktionsland/-jahr: Großbritannien/Deutschland, 1994
 
John Lennon, Paul McCartney, George Harrison - klar die Beatles! Aber wer ist Stuart Sutcliffe und wo ist Ringo? Nun, in Backbeat, der zu den Hamburger Anfangszeiten der wohl bekanntesten Band ever spielt, ist noch Pete Best Schlagzeuger der Beatles und die Beziehung des damaligen Bassisten (und besten Freund von John Lennon) Stuart Sutcliffe und der deutschen Astrid Kirchherr Hauptaugenmerk der Story. Unterhaltsam bis dramatisch und ein mit namhaften Künstler eingespielter Soundtrack machen durchaus viel Spaß. Nicht nur für The Beatles-Fans ein Muss.


Million Dollar Crocodile - Die Jagd beginnt

Originaltitel: Bai Wan Ju E
Genre: Tierhorror
Regie: Sheng Lin Li
Cast: Barbie Hsu, Suet Lam, Guo Tao
Produktionsland/-jahr: China, 2012
 
Nun, die Story ist selbstverständlich völlig beknackt. Ein viel zu großes, eigentlich "zahmes" Monsterkroko und Freund des kleinen Xiao Xing wird aus Finanznot unwissentlich an ein Krokodil-Restaurant (?!) verhökert, geht aber stiften, frißt die Handtasche einer nervigen Lady mitsamt ihrem Ersparten und wird fortan natürlich von allen und jedem gejagt. Und warum geben wir dafür eine mittlere Wertung? Nun, es ist gerade noch leidlich spannend, manchmal witzig bis unterhaltsam und die Effekte/CGIs sind tatsächlich gut bis sehr gut für einen solchen - sorry - Trash. Kann man sich anschauen.


Hier noch die Links zu den Reviews der letzten Tage die wir hier nicht nocheinmal durchkauen wollen:

DVD: The Raven Cusack in guter form, durchaus ordentlich.

DVD: Priest of Evil Finnisch, dunkel und böse.

DVD: Grabbers Saufend gegen die Alieninvasion. Witzig und irisch.

Last seen … zuletzt gesehen. In loser Folge, aber etwa zwei- bis dreimal pro Monat stellen wir vor, was sich auf unseren DVD- bzw. BluRay-Player geschlichen hat. Die Auswahl der Silberlinge ist bunt gemischt, Akualität ist hier kein Maßstab, die Reihenfolge purer Zufall und die Wertungen absolut subjektiv – und basta. Wer anderer Meinung ist, darf uns gerne per Kommentar informieren.


© Text: onyourscreen.de / AS