La Bête - Die Bestie © 2009 BILDSTÖRUNG
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Artikel vom 21.05.2015 | Heimkino->Blu-Ray

La Bête



Die Bestie - uncut und auf Blu-ray.


Der polnische Skandalfilmer - zumindest war das die damalige Meinung - Walerian Borowczyks, schuf mit La Bête eigenen Aussagen nach eine Traumdramaturgie, in der Realität und Unterbewusstes vermengt werden, ein symbolbehaftetes Kunstwerk. Die Sittenwächter sahen 1975 in der irgendwie verwursteten Story von "Die Schöne und das Biest" dagegen eine Schande des Films und ließen das Ganze nur gekürzt auf Kinobesucher und Videoleiher los. Was von dem Skandal um kopulierende Pferde, pädophilen Geistlichen, symbolischem Schneckenschleim, zeigefreudigen Biestern und eindeutiger Fleischeslust übrig geblieben ist, dürfen wir uns nun ungeschnitten - dank "Bildstörung" - in unterschiedlich ausgestatteten Versionen nach Hause holen. Aber wollen wir das?
Achtung: Dank "Bildstörung" dürfen wir eine Blu-ray zum Skandalfilm verlosen - wie ihr mitmachen könnt, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

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  • La Bête - Die Bestie<br>© 1975 ARGOS FILMS
  • La Bête - Die Bestie<br>© 1975 ARGOS FILMS
  • La Bête - Die Bestie<br>© 1975 ARGOS FILMS
  • La Bête - Die Bestie<br>© 1975 ARGOS FILMS

Mediafacts
La Bête - Die Bestie © 2009 BILDSTÖRUNG
© 2009 BILDSTÖRUNG
Cover: La Bête
Titel: La Bête - Die Bestie
Originaltitel: La Bête
Deutscher Titel einstmals: Das Biest
getestete Version: Blu-ray
Cast: Sirpa Lane, Lisbeth Hummel, Elisabeth Kaza
Regie: Walerian Borowczyk
Studio/Vertrieb: Bildstörung
Produktionsland: frankreich
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 1975
Spieldauer: 98 Minuten Ton: Deutsch (Mono), Französisch (Mono)
Regioncode: 2
FSK: ab 18 J

Filmkurzbeschreibung


Lucy Broadhurst, ihres Zeichens Amerikanerin und Anwärterin auf ein beeindruckendes Gelderbe und Mathurin, seltsamer Sohn des ziemlich heruntergekommenen Marquis Pierre de l`Esperance sollen verheiratet werden, natürlich vor allem um das monitäre Disaster des französischen Landadeligen zu beenden. Der ebenfalls im verstaubten Schloss der Familie lebende und an den Rollstuhl gefesselte Onkel weiß aber ob des Fluchs, der auf den l`Esperances liegt. Mathurin wird nach der Heirat sterben, denn vor Jahrhunderten wurde eine Vorfahrin der Adelsfamilie von einer Bestie vergewaltigt und getötet. Lucy Broadhurst verfolgt diese Geschichte und die Bilder die sie gefunden hat bis in den Traum, wo sie sehr plastisch genau dieser verfluchten Szene beiwohnt, die nach ihrem Aufwachen einer grausamen Wahrheit weicht ...

Das meint onyourscreen.de zu La Bête - Die Bestie


"Die Bestie", "La Bête". Nicht "Die Schöne und ...", nein, nur "Die Bestie". Die Vorlage, der Grundgedanke, nämlich "Die Schöne und das Biest" (La Belle et la Bête), das traditionelle französische Volksmärchen um das sich klassische und moderne TV-Serien und Verfilmungen drehten und drehen, reduzierte Walerian Borowczyks 1975 zu seinem erotischen Märchen für Erwachsene: La Bête. Dieses war in Deutschland erst 1981 - und natürlich kräftig gekürzt - zu sehen. Das in der Blütezeit des deutschen und europäischen Softpornos dermaßen Anstoß an diesem Werk genommen wurde, zeugt eindeutig vom falschen Verständnis der Moralprediger. Hier wurde das Offensichtliche bewertet, nicht der Gedanke dahinter. Die Symbolik vermutlich komplett außer acht lassend, wurde das Werk ausschließlich auf die explizieten, durchaus provokant-erotischen Szenen reduziert. Diese hinterlassen heutzutage eher ein fremdschämendes Grinsen beim Betrachter, denn sowohl das darstellende Spiel, die Synchro als auch die Szenen mit dem haarigen und spritzenden Ungetüm, wirken in unserer modernen Zeit eher lustig-befremdlich als anstößig. Die Deutung des Gesamtwerks ist auf den ersten Blick offensichtlich, en dé­tail überlässt einem La Bête aber auch heutzutage genügend Spielraum für eigene Interpretationen.

La Bête - Die Bestie © 2009 BILDSTÖRUNG
© 2009 BILDSTÖRUNG
So sieht die empfehlenswerte Special Edition aus

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Die ungekürzten 98 Minuten Skandalfilm kommen mit ordentlichem, wenn auch etwas glanzlosem Bild und deutschem sowie französischen Monoton daher. Der passende, strange Kurzfilm L’Escargot de Vénus leitet den Hauptfilm ein, als weitere Extras warten auf der Film-only-Version nur Trailer zu weiteren "Drop Outs" von Bildstörung. Die ebenso erhältlichen Special Editions (ob Blu-ray oder DVD) bieten dagegen direkt eine ganze Schar an Zusatzmaterial: Ursprünglicher La-Bete-Kurzfilm, Daniel Bird bei Mondo Bizarr, Kurzfilm „L’Escargot de Vénus“, Kurzdoku „Borowczyks Wahn“, Interview mit Walerian Borowczyk, Interview mit Kameramann Noel Véry, Deleted Scenes, Behind the Scenes, 52-seitiges Booklet.

Das onyourscreen.de-Fazit zu La Bête - Die Bestie


Rund 40 Jahre nach der Fertigstellung von La Bête - Die Bestie dürfen wir uns die traumdeutende Geschichte um Lady Broadhurst und den unglücklichen Mathurin ungekürzt und erstmals auf Blu-ray ansehen - und natürlich in die Sammlung stellen. Ob das nun noch so aufregend und wirklich wichtig ist, darf man dem geneigten Käufer überlassen ... bei echtem Interesse empfehlen wir alleine aufgrund des herausragenden Booklets (vermutlich interessanter als der Film als solches) die Special Edition der Veröffentlichung.

Gewinnspiel:
La Bête - Die Bestie


Mit LA BÊTE schuf Walerian Borowczyk, einer der eigenwilligsten und außergewöhnlichsten Autorenfilmer seiner Zeit, einen erotischen Skandalfilm par excellence. Zusammen mit dem legendären Produzenten Anatole Dauman, der ein Jahr später mit Nagisa Oshimas IM REICH DER SINNE erneut ähnlich umstrittenes Filmterrain betreten sollte, lotete Borowczyk mit seinem Werk die Grenzen dessen aus, was auf der Leinwand gezeigt werden darf. Ein barockes Stück Filmgeschichte, das man, hat man es einmal gesehen, auf keinen Fall wieder vergessen wird! Und ihr dürft hier die Blu-ray zu La Bête gewinnen - mitmachen!

Das Gewinnspiel ist beendet. Alle Teilnehmer befinden sich in der Lostrommel. Wir geben in Kürze das Ergebnis bekannt.
La Bête - Die Bestie © 2009 BILDSTÖRUNG
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© Text: onyourscreen.de / BM

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