Kin © Concorde
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Artikel vom 30.08.2018 | Echtes Kino

Kin



Pilotfilm oder was?


Basierend auf ihrem Kurzfilm Bagman aus dem Jahr 2014 entstand der am 13. September 2018 anlaufende Science Fiction-Streifen Kin, in dem die noch unbekannten Brüder Jonathan und Josh Baker Regie führten. Wenn bei einem solchen Film die Schlagzeile der Presseabteilung sich allerdings mehr auf die bekannten Knüller (wie Stranger Things) eines mittelmäßig beteiligten Produzenten stürzt, hört man die Nachtigal bereits trapsen. Der stylishe Trailer machte aber durchaus Hoffnung ...

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Kin

Filmkurzbeschreibung


Auf einem seiner Streifzüge durch ein verlassenes, in Trümmern liegendes Gelände findet Teenager Eli (Myles Truitt) einen mysteriösen Gegenstand, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Zunächst hält er seinen Fund geheim, doch als er mit seinem frisch aus dem Gefängnis entlassenen Bruder Jimmy (Jack Reynor) vor dessen altem Gangsterboss (James Franco) flüchtet, nutzt Eli den Apparat, der sich als mächtige, überirdische Hightech-Waffe erweist, um seinem Bruder zu helfen. Dabei ahnt er nicht, dass sie dadurch erst recht zu Gejagten werden. Plötzlich ist nicht nur die Polizei hinter ihnen her, sondern auch die außerirdischen Streitkräfte, die die Waffe einst zurückgelassen haben und sie wieder zurück wollen – und das um jeden Preis!

Der Trailer zu Kin versprach eine durchaus actionlastigen Story um zwei Brüder mit eindeutigen Science Fiction-Elementen. Dummerweise ist der Action- sowie der SF-Anteil im Endprodukt eher bescheiden ausgefallen. Kein Problem, wenn einen die Handlung des Drumherums gefangen nimmt oder die Zeichnung der handelnden Personen bei Laune hält - was hier in beiden Fällen eher unterdurchschnittlich gut gelingt. Die dröge Allerwelts-Geschichte dümpelt rund 100 Minuten vor sich hin, wirft Fragen (vor allem am Ende auf) und weiß sie größtenteils nicht zu beantworten. So verlässt man den Kinosaal dann auch vermutlich mit fragendem Blick zum Sitznachbarn, der - ebenso vermutlich - mit den Schultern zucken wird. Wenn wenigstens der eigentümliche Name des Films irgendwie klar werden würde ... Die Brüder Baker (oder aber ihr Drehbuchautor) erliegen hier der Versuchung gleich von vorneherein einen Startschuss für ein mehrteiliges Universum zu etablieren, kommen aber nicht über die Qualität eines Pilotfilms einer bescheidenen Serie hinaus ...
Interessant ist die durchaus gute Besetzung mit James Franco, Zoë Kravitz, Dennis Quaid und Jack Reynor - ausserdem kann man Kin zu Gute halten, das er durchaus gelungen aussieht. Doch was nützt die edelste, mehrstöckige Torte, wenn sie nur wie eine alte Semmel schmeckt.

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Weitere Infos


In den Hauptrollen spielen Jack Reynor als Ex-Ganove Jimmy und Newcomer Myles Truitt als sein jüngerer Adoptivbruder Eli. Auf ihrer Flucht vor einem rachsüchtigen Gangster, gespielt vom zweifachen Golden Globe®-Gewinner James Franco, den Polizeibehörden und außerirdischen Wesen, werden sie unter anderem von Zoë Kravitz begleitet. Hollywoodlegende Dennis Quaid spielt den rauen aber besorgten Vater der beiden Brüder. Die Regisseure, die Zwillinge Jonathan und Josh Baker, geben mit Kin ihr Regiedebüt. Der Soundtrack stammt von der schottischen Band Mogwai, bekannt für ihren sphärischen, melancholischen Sound.


© Text: onyourscreen.de / BM

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