Artikel vom 03.12.2010 | Heimkino->DVD

KICK-ASS



Ein Review zur DVD


Kick-Ass. Ein Superheldenfilm. Schon wieder. Eine Comicverfilmung. Schon wieder. Und eigentlich doch nicht, denn eigentlich ist hier alles anders. Fängt harmlos an, und tritt dir dann mit Anlauf in den Allerwertesten. Aber mal ehrlich - was erwartet man bei einem solchen Filmtitel ansonsten auch? Kick-Ass halt.

Mediafacts
Cover: Kick-Ass
Titel: Kick-Ass
Originaltitel: Kick-Ass
Getestete Version: DVD
Cast: Aaron Johnson, Christopher Mintz-Plasse, Mark Strong, Nicolas Cage
Regie: Matthew Vaughn
Produktionsland: 2010
Studio/Verleih: Universal/DVD
DVD-Release: 16. September 2010
Produktionsjahr: 2010
Laufzeit: 112 Minuten
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Bild: 16:9 - 2.40:1
Regioncode: 2
Sprache:Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Dave Lizewski - dargestellt von Aaron Johnson - ist ein stinknormaler Teenager. Ausser seinen beiden Buddies - die ebenso langweilig wie er selbst durchs Leben stolpern - nimmt den leidenschaftlichen Comicleser eigentlich niemand wahr. Bis er sich eines Tages entschließt, ein Superheld zu sein. Ein Superheldenkostüm inklusive Maske ist dank Internet schnell gefunden und bestellt - wer braucht schon Superkräfte, hatte Bruce Wayne aka Batman schließlich auch nicht. "Kick-Ass", wie er sich nennt, schnallt sich Schlagstöcke auf den Rücken und landet nach ein paar Trockenübungen direkt in einem ersten Konflikt. Und hier tritt einen der Film das erste mal so richtig unter die Gürtellinie. Heftig zusammengeprügelt und zu allem Übel auch noch brutalst von einem Auto überfahren, landet Kick-Ass auf der Intensivstation. Die nötigen Operationen und Metallimplantate lassen Ihn unempfindlicher gegen Schmerz werden, was ihn weiter an eine glorreiche Übermenschen-Karriere glauben lässt.

Kaum genesen und wieder auf Patroullie trifft Superheld auf Web 2.0: sein nächster selbstloser Einsatz wird gefilmt und landet auf Youtube. Wie heutzutage garnichtmal unüblich, wird er alsbald vom Internetstar übers Klatsch-TV in die Nachrichten katapultiert.

Das das nicht allzulange ohne Folgen bleibt, war eigentlich abzusehen und so kommt es wie es kommen muss. Nicht nur seine Superheldenidentität entwickelt sich, auch sein Teenie-Liebesleben kommt in Schwung. Etwas seltsam zwar, aber es tut sich was. Selbstverständlich tauchen weitere Superhelden auf und so langsam kristallisiert sich auch ein Superschurke heraus, den es zu überwältigen gilt. So weit, so normal und viel mehr wollen wir hier auch nicht verraten. Das wirklich erstaunliche und überraschende an dem Streifen ist der Widerspruch zwischen quietschbunten Teeniefantasien, den teils wirklich beeindruckenden Kampfeinlagen und vor allem genau deren in den Vordergrund gestellte ungeschminkte Brutalität. Wenn die 12-Jährige Heldin "Hit-Girl" reihenweise Schurken das Hirn wegpustet oder "Big-Daddy" Körperteile ruck zuck abtrennt, dann ist das so grotesk realistisch und doch überzogen, das man selbst darüber schmunzeln kann. Ihr versteht was ich meine?

Interessantes


Mark Millar und John Romita junior lieferten mit dem gleichnamigen Comic die Vorlage zur Superheldenkomödie Kick-Ass. 2010 schuf Regisseur Matthew Vaughn, der neben Jane Goldman auch am Drehbuch gearbeitet hat, den am 12.3. 2010 uraufgeführten US-Streifen.
Interessantes am Rande: Die schauspielerisch eher bescheiden bestückte Claudia Schiffer ist die Ehefrau von Matthew Vaughn - eine Großaufnahme eines Werbeplakats mit ihrem Konterfei ließ er sich nicht nehmen.
Nebenbei bemerkt macht - der sich im Film so garnicht ernstnehmende - Nicolas Cage (und ich mag ihn überhaupt nicht) eine wirklich unterhaltsam gute Figur. Respekt.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Kick-Ass ist durchaus unterhaltsam - und ärgerlich. Leider verfällt er zumindest am Ende zu sehr dem Hollywood'schen Muster und hört auf zu persiflieren. Brutal, überraschend und bösartig bis zum Schluss hätte dem Film besser getan - gerade die geniale Figur Hit-Girl (die uMn Kick-Ass selber sowieso die Schau stiehlt) flacht am Ende etwas ab. Hierbei hätte man sich etwas mehr Nähe zur Comicvorlage gewünscht.
Doch bevor es hier allzu negativ wird: der kommerziell erfolgreiche Film ist spaßig, unterhaltsam und wirklich sehenswert. Mit ein klein wenig mehr Esprit hätte er allerdings zum "Kracher" avancieren können. Chance verspielt, aber die Fortsetzung ist ja bereits für 2012 angekündigt (Arbeitstitel: Kick-Ass 2: Balls to the Wall). Wir freuen uns drauf.

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Getestet haben wir hier die klassische DVD. Der Sammler freut sich am schönen Schuber mit geprägtem Motiv und Schriftzug über der eigentlichen typischen DVD-Hülle. Ärgern tut er sich hingegen, das das FSK-Schild zwar aufgeklebt, aber nicht rückstandsfrei zu entfernen ist. Schade. Immerhin hat die Amarayhülle selbst ein Wendecover.
Die Farb- und Bildqualität ist überdurchschnittlich gut, der Ton sauber und klar (Was auch gut ist, der Soundtrack ist nämlich durchaus eine Erwähnung wert). Mit deutschem, englischen und spanischem Ton (und genau solchen Untertiteln) jeweils in Dolby Digital 5.1 ist auch dieser Bereich ohne Tadel. Unterdurchschnittlich fallen dagegen die Extras aus, auch das Menu ist eher optisch mager. Aber das wollen wir beides nicht überbewerten.

onyourscreen.de-Fazit zu Kick-Ass


In die Abteilung "Persönliche Top 50" wird den Film woll kaum ein Cineast aufnehmen, aber sehenswert - und das auch mehr als einmal - ist Kick-Ass auf jeden Fall. Wer mit einer Filmkurzbeschreibung a la "Teenie-Superheldenkomödie trifft Ong-Bak im Mixer" was anfangen kann, erwartet zwei Stunden Filmspaß. Das für den Sammler dabei noch ein Schmuckstück für die Superhelden-Abteilung im Regal herauskommt, veranlasst uns dazu, eine klare Kaufempfehlung auszusprechen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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