Jack und das Kuckucksuhrherz - Jack et la mécanique du coeur © Universum Film
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Artikel vom 30.05.2014 | Echtes Kino

Jack und das Kuckucksuhrherz




Ein Junge, der in der kältesten Nacht seit Menschengedenken geboren wird, einer Nacht, so kalt, dass sein kleines Herz zu Eis gefriert – zugegeben, der Beginn von Jack und das Kuckucksuhrherz lässt ein wenig an das Hauff'sche Märchen „Das kalte Herz“ denken. Doch anders als der dortige Protagonist Peter Munk erhält Jack im Tausch keine Reichtümer. Dafür ist er aber weiterhin zu Gefühlen fähig. Und genau dieser Umstand ist es, der den Film auch für Erwachsene durchaus sehenswert macht.

Jack und das Kuckucksuhrherz © Universum Film
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Deutsches Kinoplakat: Jack und das Kuckucksuhrherz

Filmkurzbeschreibung


Ein kleiner Junge kann nicht mit einem gefrorenen Herzen überleben – darum baut ihm seine findige Hebamme Madeleine stattdessen eine Kuckucksuhr ein. Das Ganze sieht dann zwar etwas merkwürdig aus, funktioniert aber – zumindest, solange sich Jack an die drei Königsregeln hält:
1. Niemals die Zeiger anfassen
2. sich nicht aufregen und vor allem
3. sich niemals, wirklich niemals verlieben
Die ersten beiden Regeln sind nicht das Problem, aber die dritte. Bei einem Ausflug in die Stadt lernt Jack die junge Sängerin Acacia kennen, und bei einem gemeinsamen Song passiert, was nicht passieren darf: sein Kuckucksuhrherz beginnt so heftig zu schlagen, dâss es – wortwörtlich – qualmt und schließlich seinen Dienst versagt. Nur noch das beherzte Eingreifen seiner Hebamme rettet dem Jungen das Leben. Doch Acacia ist verschwunden. Und so macht sich Jack, der zwischenzeitlich auch polizeilich gesucht wird, weil er einen Schulkameraden und Konkurrenten um Acacias Liebe mit seinem Kuckucksuhrherz verletzte, auf eine Suche, die ihn schließlich bis nach Sevilla führt. Begleitet wird er dabei von einem jungen Mann, der mit einer merkwürdigen Apparatur bewegte Bilder entstehen lässt: Georges Méliès, der Filmfreunden heute vor allem als Erfinder der Stop-Motion-Technik und Pionier des narrativen Films ein Begriff ist. Zwar findet Jack seine Geliebte hier schon bald wieder, allerdings ist seine Geschichte damit noch lange nicht zu Ende: Erstens erkennt ihn die Angebetete nicht und zweitens ist da ja immer noch das kleine Problem mit seinem Herzen.


Das meint onyourscreen.de zum Film


Jack und das Kuckucksuhrherz ist in erster Linie ein Familienfilm. Mit Figuren und Szenenbildern, die wie eine Mischung aus Anime und den Gemälden Salvador Dalís daherkommen, sprechen die Regisseure Mathias Malzieu und Stéphane Berla vor allem das jüngere Publikum an. Die älteren dürfen sich derweil an der künstlerischen Gestaltung, aber auch an gelegentlichen Tiefgründigkeiten erfreuen, etwa wenn Georges dem verzweifelten Jack Mut macht: „Deine Andersartigkeit ist deine Stärke.“ Damit trifft er auch den hintergründigen Sinn dieses Films, denn Jack und das Kuckucksuhrherz (OT: Jack et la mécanique du coeur) erzählt keineswegs nur eine Liebesgeschichte. Vielmehr geht es auch um das Anders-sein und um die Probleme, die daraus entstehen können.

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  • Jack und das Kuckucksuhrherz<br>© Universum Film
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Der französische Animationsfilm aus dem Jahr 2013 Jack und das Kuckucksuhrherz ist ab dem 3. Juli 2014 in deutschen Kinos zu sehen, freigegeben ist der Film nach der FSK ab 6 Jahren.


© Text: onyourscreen.de / US


 
 
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