It came from the Desert © Tiberius Film
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Artikel vom 14.03.2018 | Heimkino->Blu-Ray

It came from the Desert




Wir blicken zurück auf das Jahr 1989. Ja…ganz recht…das Ende der seligsten und wohl prägendsten Epoche überhaupt..in vielerlei Hinsicht. Den älteren Cineasten unter uns, wird diese grandiose Timeline noch in bester Erinnerung geblieben sein….nicht nur musikalisch und cineastisch gab es hier einiges zu entdecken. Auch die alten „Zocker“ unter uns, erinnern sich gerne an jene Zeit, in denen der Computergigant „Commodore“ im Grunde omnipräsente war. Nach dem der gute alte C64 seine beste Zeit hinter sich gelassen hatte und der Amiga die Nachfolge antrat, gab es allerhand, was der geneigte Spielefreund für sich entdecken konnte. Ein Spiele-Publisher, der vor allen Dingen „grafisch“ pompös auf sich aufmerksam machte, war die Company „CINEMAWARE“. Und jene waren es, die das seiner Zeit spektakuläre Action-Adventure „It came from the Desert“ für den aufstrebenden Amiga „raushauten“. In diesem Spiel, welches den Protagonisten in die 50iger Jahre versetzt, ging es um riesige Ameisen, die die Bevölkerung bedrohten und Bauern und Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzten. Inspiriert von vielen B- Movies der 50iger Jahre (insbesondere Them), hatte das Spiel in recht kurzer Zeit einen schnellen Kultstatus inne, so dass im Jahre 1990 sogar ein Expansion-Pack folgte: Antheads: It came from the Desert 2“.

Doch der vorliegende und gleichnamige Film It came from the Desert ist jetzt keine direkte Adaption dieses Spieleklassikers, bedient sich aber vieler Fragmente von damals. Schauplatz sind jetzt auch nicht die glorreichen 50iger Jahre, sondern der Film verlagert sich ins "hier und jetzt" und somit auch direkt in die Wüste von Neu-Mexico. Das Konstrukt der Handlung ist, wie bei solch illustren Creature-Movies üblich, recht linear und für das Genre recht einfach gestrickt.

Mediafacts
It came from the Desert © Tiberius Film
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Cover: It came from the Desert
Titel: It came from the Desert
Cast: Claudia Trujillo, Harry Lister Smith, Mark Arnold, Vanessa Grasse
Regie: Marko Mäkilaakso
Produktionsland: Großbritannien, Kanada, Finnland
Studio/Verleih: Tiberius
Erscheinungstermin: 2018
Produktionsjahr: 2017
Spieldauer: 87 Minuten
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 2,35:1 (16:9)
Regioncode: 2
FSK: ab 12 J.

Filmkurzbeschreibung


Ein Meteorit schlägt in der Wüste ein und verseucht das Areal mit einem gefährlichen Organismus. Das Militär gewinnt daraus eine Bio-Chemische Waffe, die zu Abwehr/Terrorzwecken genutzt werden soll…..die heran gezüchteten Riesenameisen sind hyperintelligent und sollen als Waffe dienen. Doch wie das halt in solchen Tier-Horror-Beiträgen bekannter maßen so ist, läuft jenes komplett aus dem Ruder und die Ameisen dezimieren die Soldatenschar auf ein Minimum.
Ein paar Jahre später, feiern ein paar grenzdebile und Partylastige Motocross-begeisterte Teenies in diesem Areal ein echtes Saufgelage mit allerhand Alkohol…das übliche und klischeelbeladene SEX, Drugs and Rock´n Roll Gepose halt. Ein paar der Gäste finden dann alsbald den Eingang zu der abgelegten Forschungseinheit und landen somit direkt vor die Füße der recht lebendigen und mordlustigen Krabbelviecher.

Nimmt der Film sich vielleicht in der ersten halben Stunde noch etwas zu ernst und weiss noch nicht so recht, wie er die sterotypen Figuren, mit der schmalzigen Pseudo-Lovestory unterbringen soll, so schöpft der finnische Regisseur Marko Mäkilaasko dann aus den vollen und präsentiert einen echten Partykracher. Etwas Selbstironie gehört dann schon dazu, wenn der Regisseur die Ameisen untereinander sprechen lässt und dieses dann noch untertitelt oder jene Viecher auch noch kichern lässt.
Aber auch die atmosphärische Komponente kommt nicht zu kurz. Wenn unsere Protagonisten in der Forschungsstation ein Katz und Mausspiel mit den Ameisen treiben, dann hat das durchaus Gesicht und sorgt mitunter für gute Spannung. Somit ist das Geschehen gesund lokalisiert und spielt eben nicht nur in der Wüste, sondern nutzt auch die atmosphärischen und düster beleuchteten Gänge der Forschungseinheit oder den Höhlen, wo die Ameisen „Alien-mäßig“ aktiv zur Sachen gehen. Auch hier gibts einige Querverweise.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • It came from the Desert<br>© Tiberius Film
  • It came from the Desert<br>© Tiberius Film
  • It came from the Desert<br>© Tiberius Film

Visuell kann sich der Film mehr als sehen lassen. Auch der Score, der hier und da an einigen Ecken, nicht nur handlungsbedingt nach „Turbo Kid“ klingt, kann sich hören lassen. Dass die Ameisen größtenteils CGI sind, ist budgetbedingt zu verschmerzen, zumal sie optisch durchaus gefallen. Hier und da gibt es aber auch ein „physisches“ Exemplar. Die Angriffe sind für eine FSK 12 stellenweise schon mutig. Wenn hier und da etwas Säure auf die Gesichter versprüht wird und auch sonst nicht zimperlich (wenn auch im Off) mit den Opfern umgegangen wird, dann ist das schon ne Nummer. Aber alles mehr als verträglich im Rahmen.


Letzen Endes bekommen wir das, was wir uns seit Sichtung des Trailers auch versprochen haben. Einen PartyTierhorror-Film der bessren Art, der ganz besonders in illuster Runde mir etwas Bier seine Stärke entfaltet. Aber auch sonst ist das rege Treiben der formidablen Krabbler recht sehenswert. FORMICULA hat einen mehr als würdigen Nachfolger gefunden. Und für die Nostalgiker unter uns, hält der Film noch ein nettes Gimmick während des Abspannes bereit.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu It came from the Desert


"It came from the Desert“ ist jetzt bewusst kein großer Wurf, wurde aber zurecht auf den FantasyFilmFestspielen abgefeiert. Er macht halt einfach nur Spaß und will auch garnicht mehr sein, als ein guter Partyfilm. Und darüber hinaus ist er seit langer, langer Zeit auch wieder einer der besseren Vertreter des Tier-Horror-Genre. Ab 05.04.2018 im Handel erhältlich als DVD und Blu-ray.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister


 
 
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