Ingenium © Camera Obscura
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Artikel vom 04.11.2020 | Heimkino->Blu-Ray

Ingenium



Die Vergangenheit wird zum Alptraum


Genrekino aus Deutschland ist ja "dank" Filmförderung relativ selten - umso mehr ist man begeistert, wenn non geförderte Herzensprojekte beweisen, dass sich die angesprochene Institution mal von ihren verknöcherten Prinzipien lösen sollte. Eines dieser Projekte ist der auf Festivals mehrfach ausgezeichnete Ingenium von VFX-Artist und Werberegisseur Steffen Hacker, der seine Idee zu Ingenium mit der Hilfe von Freunden und Kollegen über sechs Jahre hinweg zu einem Low-Budget-Highlight im Big-Budget-Look mutieren ließ ...

Ingenium © Camera Obscura
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Ingenium

Filmkurzbeschreibung


Felicitas und Natascha teilen als Waisen und beste Freundinnen eine schicksalhafte Vergangenheit: Während Natascha in einer Irrenanstalt ihr Dasein fristet, kämpft Felicitas gegen wiederkehrende Albträume, deren Ursprung sie sich nicht erklären kann. Bis ihr Leben eines Tages vollends Kopf steht, als sie im Urlaub die Thailänderin Gai kennenlernt, die kurz darauf vor ihren Augen bei einem Überfall ermordet wird. Nach Felis Rückkehr nach Berlin kommen zu ihren Albträumen nicht nur Erinnerungslücken dazu, sie findet auch eine Nachricht auf ihrem Handy, die ihr Gai kurz vor ihrem Tod hinterlassen hat. Um diese zu entschlüsseln, benötigt Feli aber die Hilfe von Natascha – und bringt damit eine Kettenreaktion in Gang, die beide Frauen erkennen lässt, dass ihr Leben einer einzigen Lüge gleicht, aus der es keinen einfachen Ausweg zu geben scheint. Denn das Geheimnis ihrer Vergangenheit ist viel größer, als Feli es jemals erahnt hätte...


Zugegeben, der Logik von Ingenium ist es nicht immer leicht zu folgen - die Sprünge innerhalb des Films und der Story können schonmal verwirren. Aber dran bleiben lohnt, denn Steffen Hacker schafft es, seine ausserordentlich glanzvoll gefilmtes Projekt nicht nur optisch auf Top-Niveau zu bringen, sondern auch inhaltlich mit Brisanz und Rasanz zu füllen. Selten hat ein deutsches Sci-Fi -Projekt so gut ausgesehen, selten hatte man dabei soviel Freude. Denn trotz allem Hin und Her innerhalb der Handlung und Komplexität aufgrund der Zeitsprung-Thematik, unterliegt Ingenium nicht der Versuchung zu verkopft zu werden, auch wenn es zu Anfang so scheinen mag. Dem tragen auch die meist guten Darsteller Rechnung und spielen dem Film zu Gute und nicht ihrem Ego. Alles in allem ein toller Genrebeitrag dem wir ein größeres Publikum durchaus gewünscht hätten ...

Ingenium © Camera Obscura
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Blick ins Mediabook

Das Label "Camera Obscura" bringt uns im Vertrieb via "Alive!" Ingenium im limitierten 2-Disk-Mediabook (DVD & Blu-ray). Neben dem Film auf DVD (ca. 88 Minuten) und Blu-ray (ca. 84 Minuten) kommen noch folgender Extras auf den Scheiben:
- The Making of Ingenium
- Visual Effects Featurette
- Outtakes
- Musikvideo
- Trailer

Natürlich wartet das MB auch mit einem Booklet auf, in dem Fall einem 16-seitigem. Der Großteil dessen befasst sich unter dem Titel "Rebel with a small crew" mit dem Entstehen des so gut aussehenden und dabei mit so geringen Mitteln produzierten Films und seinen Machern, ein weiterer Teil kommt von Darstellerin Esther Maaß die ihren Charakter Feli(citas) eingehend beleuchtet. Der Rest ist einem "Trivia" -Teil gewidmet, aufgefüllt wurde das Booklet mit vielen Bildern die während der Produktion entstanden sind - sehr interessant. Das Cover des Mediabooks zeigt ein Porträt der Protagonistin, welches vermutlich die Zerrissenheit in ihr symbolisieren soll. Der Filmtitel ist spotlackiert und kommt damit dezent herausgehoben zur Geltung. Die Rückseite ist - Mediabook unüblich - mit der Synopsis und technischen Details bedruckt - kann man so machen, wir mögen spezielle Artworks für das Backcover lieber. Trotzdem ist dem Label hier ein ansehnliches Sammlerstück mit einem beeindruckenden deutschen Genrefilm gelungen - klasse.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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