In the Name of the Son © Donau Film
© Donau Film
Artikel vom 19.02.2015 | Heimkino->Blu-Ray

In the Name of the Son



Sprich dein Gebet


Eine bitterböse Rachegroteske aus Belgien: In the Name of the Sun. Hier bröckelt der tiefe Glaube einer christlich engagierten Mutter (sehr gut: Astrid Whettnall) an die Vasallen der Kirche über ein blutiges Intermezzo bis hin zur Apokalypse. Das Ganze wird staubtrocken präsentiert von Regisseur Vincent Lannoo, der einem viel zu überdenken mit auf den Weg gibt.

Mediafacts
In the Name of the Son © Donau Film
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Cover: In the Name of the Sun
Titel: in the Name of the Son
Originaltitel: Au nom du fils
getestete Version: Blu-ray
Cast: Astrid Whetnall, Philippe Nahon
Regie: Vincent Lanoo
Produktionsland: Belgien
Studio/Verleih: Donau Film
DVD-Release: 2015
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 83 Minuten
Sprache: Deutsch, Französisch
Regioncode: 2
FSK: Freigegeben ab 18 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Elisabeth moderiert "Das lobende Wort" - eine Radioshow à la "Domian", allerdings nur mit christlichen Themen und Problemchen. Sie liebt die Kirche und ihren Mann, erfreut sich an ihren beiden Söhnen, ihre Welt scheint in Ordnung und ihr Glaube scheint unerschütterlich. Dann folgt sie dem Aufruf der Kirchenväter und gibt Bruder Achille Unterkunft in ihrer Familie. Ab da fallen die Probleme wie göttliche Belastungsproben auf Elisabeth hinieder: ihr Mann schießt sich versehentlich in den Kopf - übrigens während einer Trainingseinheit einer christlichen Wehrsportgruppe, von der seine Frau natürlich nichts weiß -, Bruder Achille "kümmert" sich zu arg um ihren älteren Sohn, der sich später aus lauter Verzweiflung das Leben nimmt. Doch erst als die Kirchenoberen ihr den Beistand verwehren, ja sie und ihre Verstorbenen beleidigen und in den Schmutz ziehen, bricht es aus Elisabeth heraus und die befehligt von nun an ihren eigenen, brutalst-blutigen Kreuzzug.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Ein nicht so einfaches Thema, dem sich Vincent Lannoo mit seinen Co-Autoren Albert Charles sowie Philippe Falardeau angenommen haben: die wissentlich totgeschwiegene Pädophilie in der Priesterschaft der katholischen Kirche. Was mit mit einem Aufruf derselbigen zur allgemeinen Unterstützung nahezu dokumentarisch beginnt, steigert sich über die christlichen Naseweisheiten der kirchlichen Call-in-Sendung und dem bizarren Abschlachten von Osama Bin Laden-Pappkameraden der Wehrsportgruppe "Soldaten von Pius XII“ bis hin zum Hilferuf von Elisabeths Sohnes live während ihrer Radioshow. Als sie dann mit ansehen muss, wie ihr eigenes Fleisch und Blut sich das Leben nimmt, "im"plodiert ihr Leben.

"Diese Qual wird dich näher zu Gott bringen. Du kannst dich glücklich schätzen!"

In the Name of the Son © Donau Film
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Szenen aus "In the Name of the Son"

Sie "ex"plodiert aber erst, als ihr die Reinwaschung ihres Sohnes von der Sünde des Selbstmordes durch die Kirchenoberen verwehrt wird und diese die pädophilen Tatsachen trotz erdrückender Beweislast nicht anerkennen. Und wie sie explodiert. Doch auch der folgende, arg blutige Rachefeldzug wird - ebenso wie der gesamte Film - in einer extrem ruhigen, nahezu langatmigen Inszenierung dargestellt. Es ist absolut faszinierend, wie zurückhaltend man diverse Tötungsarten und abstruse Begebenheiten in Bildern festhalten kann. Allerdings birgt das auch die Gefahr, den Zuschauer nicht mit ins zu Sehende einzubinden; und genau das passiert hier: man bleibt passiv, man ist nicht dabei, man ist distanziert, es fehlt die Nähe zum Geschehen. Das ist ganz sicher so gewollt und funktioniert auch, nimmt dem Ganzen aber zu sehr die Schärfe - ein klein wenig mehr Tarantino hätte vielleicht ganz gut getan.

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Die mit einem Wendecover ausgestattete Blu-ray kann sowohl vom Bild als auch vom Ton überzeugen. Neben der deutschen Synchronfassung darf man sich auch am französischen (nicht niederländischen) Originalton gütlich tun. Den 83 Minuten Film folgen on top nur noch diverse Trailer, mehr Extras sind dem am 20. März 2015 erscheinenden Film nicht vergönnt.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu IN THE NAME OF THE SON


Schluss mit Beten, hier kommt Elisabeth. Die ehemals so überzeugende Radiopredigerin überzeugt nun mit Waffengewalt - böse, bitter und blutig. Viel Interessantes steckt in In the Name of the Son (OT: Au nom du fils, Belgien 2012) um gänzlich zu begeistern ist man als Zuseher aber zu sehr entfernt, wird zu wenig mit einbezogen. Trotzdem ein sehenswerter Streifen der gerade ganz am Ende nochmal scheinbar kehrt macht ... ihr werdet sehen.


© Text: onyourscreen.de / AS

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