Idiocracy
Artikel vom 25.01.2011 | Heimkino->DVD

IDIOCRACY



Was passiert, wenn man mal schnell ein paar Jahrhunderte verschläft?


Der Erfinder der Kultserie Beavis und Butt-Head Mike Judge legte mit Idiocracy erst seinen dritten Kinofilm als Regisseur vor. Die Grundidee ist auf herrliche Weise alles andere als politisch korrekt. Es handelt sich um eine Gratwanderung zwischen realer Gesellschaftskritik und vollkommenem Blödsinn. Inmitten dieses Chaos schlägt sich Luke Wilson, alias Joe, im Alleingang durch eine idiotische Welt und der Zuschauer hat gleichzeitig Spaß und Angst vor solch einer Zukunft.

Mediafacts
Idiocracy
Cover: Idiocracy
Titel: Idiocracy
Originaltitel: Idiocracy
getestete Version: DVD
Cast: Luke Wilson, Maya Rudolph, Dax Shepard, Terry Crews
Regie: Mike Judge
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Twentieth Century Fox Home Entertainment
DVD-Release: 2007
Produktionsjahr: 2005
Spieldauer: 80 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Kurze Inhaltswiedergabe


Das Pentagon startet im Jahre 2005 ein streng geheimes Projekt, dessen Ziel es ist, die klügsten Köpfe der Welt einfrieren zu können, um länger als die Dauer eines Menschenlebens von ihnen zu profitieren. Als Versuchskaninchen werden vorher Durchschnittsmenschen eingesetzt, mit denen das Experiment getestet werden soll. Joe Bowers arbeitet als Bibliothekar bei der Army und befindet sich auf einem willkommenen Abstellgleis. Sein Leben verläuft ruhig, er hat wenig Interessen und sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher. Nichts ist ihm lieber, als die Jahre verstreichen zu lassen und keinerlei Verantwortung übernehmen zu müssen. Damit entpuppt er sich als fleischgewordener Durchschnitt. Deshalb wird er von seinem Vorgesetzten zusammen mit der farbigen Prostituierten Rita für das Projekt auserkoren. Bei dem Versuch gibt es aber Probleme und schon geraten die beiden in vollkommene Vergessenheit. Statt nach einem Jahr wieder aufgetaut zu werden, sorgt erst ein Zufall im Jahre 2505 dafür, das Joe und Rita in einer von Blödheit regierten Welt aufwachen. Mittlerweile wird die Erde von Schwachköpfen beherrscht, die alle intelligenten Menschen unterworfen und ausgerottet haben. Joe stellt mit Schrecken fest, dass der Durchschnitts-IQ seiner Landsleute nur noch knapp über der Raumtemperatur liegt. Er ist nun der intelligenteste Mensch der Welt. Doch in einer Welt, in der die Idioten das Sagen haben, ist Intelligenz kein Segen.....

Dumme neue Welt


Im Fernsehen der Zukunft laufen durchgehend Serien oder Pornos, die Nachrichtensprecher sitzen halb nackt hinter dem Tisch und die Welt ernährt sich von Energy-Drinks anstatt Wasser. Diese kommen sogar aus der Leitung und werden zusätzlich zum bewässern der Äcker genutzt.
Luke Wilson passt optimal in die Rolle des vollkommen durchschnittlichen Joe. Es ist herrlich zuzusehen, wie er sich redlich bemüht, trotz aller Hirnlosigkeit um ihn herum immerzu die Fassung zu bewahren und auf rationelle Art und Weise seine Standpunkte zu vertreten. Er kann sich jedoch nicht optimal in dieser Gesellschaft zurechtfinden und gerät schnell mit dem Gesetzt in Konflikt. Da er keine gültige Identität besitzt, muss er direkt in ein Gefängnis, wo ihm ein Automat seine neue Identität als „Nicht Sicher“ verpasst. Bei einem anschließenden Intelligenz-Test, der herausfinden soll, welche Art von Arbeit er im Gefängnis zu leisten in der Lage ist, stellt sich heraus, dass er (mit einem IQ von gerade mal 100) der mit Abstand intelligenteste Mensch der Erde ist. Daraufhin beruft ihn der Präsident der USA, ein ehemaliger Rapper, Wrestler und Pornostar zu der Aufgabe, alle Probleme der völlig maroden Gesellschaft für ihn zu lösen.

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Wie jede gute Satire, entpuppt sich Idiocracy als Übersteigerung real existierender Zustände: In Zeiten von Reality-Soaps und Talk-Shows, die ohne absehbares Ende aus den USA zu uns herüberschwappen, ist das Thema der Volksverdummung zwar aktuell aber immer noch heikel, vor allem wenn es die Handlungsgrundlage einer Komödie wird. Mike Judge nimmt kein Blatt vor den Mund und multipliziert einige gegenwärtige Aspekte der Gesellschaft zu einem überspitzten Zukunftsszenario, das in seiner Absurdität zwar einige Lacher hervorruft, aber doch irgendwo einen wahren Kern hat. So zum Beispiel die degenerierte Sprache, die stark von Fäkalausdrücken und Ghetto-Slang geprägt ist, dass Joe aufgrund seines Englisch sofort als schwul bezeichnet wird. Leichte Parallelen lassen sich auch mit der beliebten Show der Zukunft „Ow, my Balls!“ ( Aua, meine Eier!) ziehen, in der ein Mann mit gespreizten Beinen auf diverse Gegenstände fällt, oder der Auftritt des Präsidenten der in seinem Sternbanner Anzug stark an eine Szene aus US-Talkshows erinnert. Der Regisseur lässt seinem Zorn über die Dummheit der Menschheit freien Lauf und sticht in wunde Punkte, die man sich so oder so ähnlich in absehbarer Zukunft durchaus vorstellen kann. Allein die Vorstellung, mit welcher Flüssigkeit die Starbucks-Filialen im Jahre 2505 ihr Geld verdienen, ist die DVD-Leihgebühr wert.

Onyourscreen.de-Fazit zu IDIOCRACY


Der Titel ist eine Anspielung auf die imaginäre Gesellschaftsform der Idiokratie: der Herrschaft der Dummen. Die Gesellschaft ist nur an substanzlosen Oberflächlichkeiten und Bedürfnisbefriedigung interessiert und somit kommt es zu einem dramatischen Kultur- und Werteverlust, in der die Gesellschaft nicht mal in der Lage ist, die grundlegende Infrastruktur aufrecht zu halten.

Prädikat: So dumm, dass er schon wieder gut ist


Idiocracy ist eine erfreulich niveaulose Brachialkomödie. Eine gelungene Satire mit einer gar nicht so abwegigen Darstellung einer möglichen Zukunft. Perfekt ist der Film nicht, man hätte aus dem Thema noch einiges herausholen können, zudem gefällt der makabere Humor sicherlich nicht jedem. Nichts desto trotz macht diese Ansammlung an Idioten großen Spaß. Die Menschheit verdummt-realitätssnah und toll eingefangen in diesem blöden Film. Ein echter Geheimtipp! In diesem Sinne: "Wasser? Das Zeug aus der Toilette?"


© Text: onyourscreen.de / AM


 
 
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