House Harker © OFDb Filmworks
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Artikel vom 01.05.2018 | Heimkino->Blu-Ray

House Harker



Vampirjäger wider Willen


„I had a bloody good time at House Harker“ … so der Originaltitel des House Harker, welcher im Grundsatz schon recht schnell klar machen sollte, wohin die Reise gehen wird. Ob man dann auch wirklich eine „gute Zeit“ im Hause „Harker“ verbringt, dass verraten wir euch gleich.


Mediafacts
House Harker © OFDb Filmworks
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House Harker
Titel: House Harker
Cast: Jacob Givens, Derek Haugen, Noel Carroll, Whitney Moore, Arlan Godthaab
Regie: Clayton Cogswell
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: OFDb Filmworks
Erscheinungstermin: 2018
Produktionsjahr: 2016
Spieldauer: 80 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)
Bildformat: 2,40:1 (1080p)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.
Doch worum geht’s? Der berühmt berüchtigte Jonathan Harker, den wir ja aus zahlreichen Vampiranekdoten her kennen (zumindest namentlich), der schaffte es in der Vergangenheit des 18.ten Jahrhunderts, den Obervampir Dracula zu stoppen. Die beiden Brüder Gerry (Jacob Givens) und Charlie (Noel Carroll) sind zwar direkte Nachfahren des Blutfürstenbezwingers, aber mehr als nur eine Meile von dem entfernt, was jener in der Vergangenheit für die Menschheit geleistet hat. Die beiden haben, um Ihr Familienanwesen zu erhalten, staatliche Förderungen in Anspruch genommen, aber dieses nicht für die vorgeschriebene Renovierung, die Ihnen auferlegt wurde genutzt, sondern haben jenes verprasst. Das Geld wurde stattdessen in den Umbau eines Museums im Haus selbst investiert, aber halt nicht in die vorgeschriebene Renovierung. Der Staat verlangt die bereits ausgezahlte Förderung zurück, schaffen es die beiden nicht binnen der Frist das Haus zu renovieren, andernfalls fällt das Haus in die Hände des Staates. Ihre Schwester Paige (Whitney Moore) ist inzwischen nur noch genervt über das Verhalten der beiden und weiss ebenfalls kaum noch Rat. Gemeinsam mit ihrem Kumpel Ned (Derek Haugen) entwerfen die beiden einen abstrusen Plan, der natürlich mächtig nach hinten los geht. Als man dann noch ein Todesopfer mit Bissspuren verzeichnet, die von einem Vampir zu stammen scheinen, ist das Chaos perfekt ... und als sich dann noch ein Vampir aus vergangener Zeit an die Nachfahren Harkers hängt, bricht die Hölle aus und unsere Protagonisten müssen all Ihre Kraft aufbringen um dem gnadenlosen Vampir den Garaus zu machen.

House Harker © OFDb Filmworks
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Szenenbild aus House Harker

Das meint Onyourscreen.de zu House Harker


Grundsätzlich sind die Zeiten der Vampire vorbei und mindestens so ausgelutscht wie die Hälse ihrer zahlreichen Opfer. Nachdem From Dusk till Dawn das Vampirgenre ja wieder etwas revolutionierte und auch John Carpenters Vampire das Erbe von Robert Rodriguez weiter fort führte, war es lange Zeit ruhig um die Blutsauger, die hier und da immer wieder ein kleines Stelldichein in gewissen Produktionen geben durften. House Harker ist weit von dem entfernt , was Rodriguez und Carpenter auf Zelloid brachten, aber das will Regisseur Clayton Cogswell auch garnicht. Vielmehr katapultiert er Zuschauer und Protagonisten auf eine irrwitzige Reise, die im Grunde nur eine Sprache spricht: Funsplatter mit dummen und teilweise total überzogenen Humor, der sich selbst zu keiner Zeit ernst nimmt. Dabei muss man positiv erwähnen , dass die Gagdichte gut gesetzt ist, da verzeiht man auch mal den ein oder anderen flachen Oneliner. Somit will der Film auch als reine Comedy mit Splattereffekten verstanden werden und nicht als ernster Beitrag des ansonsten recht zuträglichen Vampirthemas.
Die 80 Minuten wirken gut getaktet und bieten somit genügend Spielraum für die kurze aber auch prägnante Einführung der Charaktere. Das Gaspedal wird daher auch relativ schnell und auch konstant bis zum Ende durchgedrückt, was eben Dank der Laufzeit dann auch dem Zuschauer zu Gute kommt. Keine unnötigen Längen, dafür dumme Sprüche und Splatter.

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  • House Harker<br>© OFDb Filmworks
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Man darf natürlich jetzt keinen Shaun of the Dead in irgendeiner Form als Referenz ziehen, da House Harker natürlich nicht den Spagat zwischen ernsteren Momenten und gekonntem Slapstick perfekt ausbalanciert, aber das will er ja auch nicht. Mit gutem Timing schaffen es unserer Protagonisten, das Optimum aus den gegeben Mitteln rauszuholen und liefern neben den Gags auch ein Feuerwerk aus handgemachten Splattereffekten, die ohne CGI Effekte auskommen dürfen.

Man merkt halt als Zuschauer, dass auch die Chemie der Protagonisten stimmt, was dem Film nur positiv und zuträglich angelastet werden kann. Man erreicht hier sicherlich nicht ansatzweise das Niveau eines Braindead und trifft auch ganz gewiss nicht jeden Nerv in Sachen Humor, aber mit den richtigen Erwartungen und einer „augenzwinkernden“ Grundhaltung sollte es durchaus möglich sein, dass man mit den richtigen Leuten im Hause „Harker“ eine echte Party feiern kann ... das Potenzial ist gegeben.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister


 
 
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