Hollow Man
Artikel vom 27.11.2011 | Heimkino->DVD

HOLLOW MAN



Unsichtbare Gefahr


Wem zum Namen Paul Verhoeven auf Anhieb nichts einfällt, dem reichen vielleicht folgende Stichworte aus, um die Erinnerung zu schärfen: Robocop, Total Recall, Basic Instinct und Starship Troopers. Mit diesen Blockbustern war der Niederländer insbesondere in den 1980er und 90er Jahren als Regisseur bekannt und erfolgreich. Auch der amerikanische Science Fiction- / Horrorstreifen Hollow Man aus dem Jahre 2000 gehört zu Verhoevens Werken und basiert lose auf dem Roman The Invisible Man von H. G. Wells.

Mediafacts
Hollow Man
Cover: Hollow Man - Unsichtbare Gefahr
Titel: Hollow Man - Unsichtbare Gefahr
Originaltitel: Hollow Man
getestete Version: DVD, Limited Edition
Cast: Kevin Bacon, Elisabeth Shue, Josh Brolin
Regie: Paul Verhoeven
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Sony Pictures Home Entertainment
DVD-Release: 2002
Produktionsjahr: 2000
Spieldauer: 108 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.85:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Kurze Filmbeschreibung – Hollow Man


Der Wissenschaftler Sebastian Caine (Kevin Bacon) und sein Team haben im Auftrag des amerikanischen Pentagons ein Serum entwickelt, das Lebewesen unsichtbar werden läßt. Einziger Nachteil dieses Mittels, es steigert die Aggressivität des jeweiligen Probanden. Im überschwenglichen Rausch seiner Entdeckung, ignoriert Caine jegliche Risiken und startet im Labor einen Selbstversuch. Das Experiment gelingt und Caine wird unsichtbar. Doch schon bald stellen sich die ersten Nebenwirkungen ein. Der ambitionierte Wissenschaftler verliert mehr und mehr die Selbstbeherrschung und wird nicht nur gewalttätig, sondern auch zur todbringenden Gefahr für seine Mitmenschen. Kann es Caines Kollegen Linda (Elisabeth Shue) und Matthew (Josh Brolin) gelingen, ein Gegenmittel zu entwickeln, das die unsichtbare Bedrohung aufhält?

Dr. Jekyll und Mr. Hyde lassen grüßen


Meisterregisseur Verhoeven inszenierte mit Hollow Man einen provozierenden und zugleich spannenden Thriller. Caine, als verantwortungsloser Wissenschaftler, der Gefallen an seiner neuen Macht findet und mehr und mehr zur paranoiden Bestie avanciert, wird hier brillant in Szene gesetzt. Doch weniger Kevin Bacon selbst - er spielt eigentlich nur die ersten 30 Minuten selbst, danach ist er nur noch das Produkt der Computertechnik – kann überzeugen, als die Rolle, die er verkörpert. Dabei stehen insbesondere die Spezial-Effekte im Vordergrund, die aus Caine eine gefürchteten Kreatur machen. Mit Hilfe der versierten Tricktechnik werden die Grenzen des Sichtbaren im Film elegant überwunden. So wird Caine nicht sofort unsichtbar, sondern erst Schicht für Schicht. Sehr detail- und trickreich verschwindet erst die Hautoberfläche, dann die Muskeln, die Knochen, usw.


Doch im Film wird auch eine nicht immer ganz unkritisch gesehene Form von Gewalt thematisiert. Was zunächst harmlos beginnt, wird blutiger Ernst: Caine mutiert vom angesehenen Forscher zum modernen Mr. Hyde und vergewaltigt als Unsichtbarer etwa seine Nachbarin und tötet Kollegen. Doch diese Form von teils realistischer, teils überzogener und teilweise überzeichneter Gewalt (man erinnere sich an „Starship Troopers“) ist Markenzeichen der Filme Verhoevens, der die verschiedenen Gewaltelemente sehr gekonnt und zugleich provokant einsetzt. Leider wurde es in der Vergangenheit und auf internationalem Parkett zuletzt eher ruhig um Paul Verhoeven, der auch als Produzent und Drehbuchautor (unter anderem mit „Black Book“) Erfolge verzeichnen konnte.

Fazit: Habt Dank, Ihr Spezial-Effekte! Habt Spaß, liebe Filmgemeinde!


Manch Kritiker bemängelt die oberflächliche Handlung – dem mag vielleicht so sein, aber sei es drum, die vielen stellenweise fantastischen Effekte in Hollow Man gehören immer noch zu dem Besten, was das Science-Fiction / Horror-Genre zu bieten hat, und so kann man die mit kleinen Mängeln behaftete Story durchaus vernachlässigen. Wer schaut schon „Terminator“ oder „Stirb langsam“ nur wegen der Handlung? Hollow Man - für OYS ein unterhaltsamer Spaß! Natürlich erst ab FSK16! Buh!


© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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