Hercules © Paramount Pictures
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Artikel vom 12.08.2014 | Echtes Kino

Hercules



Die antiken Avengers?


Auch wenn man nur ein Mensch ist, taugt man zum Helden ... was der an sich selbst zweifelnde Halbgott Hercules im neuesten Abenteuer mit Dwayne Johnson in der Hauptrolle erfahren darf. Und auch wenn man hier weitestgehend auf die sagenumwobenen Superkräfte der griechischen Legendenfigur verzichtet hat, wirken Hercules und seine hoch spezialisierten Getreuen wie mythologische Avengers ... und unterhaltsam.

Hercules © Paramount Pictures
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Poster: Hercules

Filmkurzbeschreibung


Der legendäre Hercules führt seine Söldner und die von ihm trainierte Armee von König Cotys in die Schlacht um Thrakien. Sie wollen das Reich vom teuflischen Centaur Rhesus befreien, der das Land in einem blutigen Bürgerkrieg in Schutt und Asche gelegt hat. Ihr Ziel: den rechtmäßigen Throninhaber Cotys wieder an die Macht bringen. Doch Hercules, halb Mensch, halb Gott, ahnt nicht, dass Cotys ein doppeltes Spiel mit ihm treibt. Sein größter Kampf, der alles von ihm fordern und seine sagenumwobenen Fähigkeiten auf die Probe stellen wird, steht unmittelbar bevor …

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Basierend auf der Graphic Novel "Hercules: The Thracian Wars" des britischen Zeichners Steve Moore entwickelte der Herausgeber "Radical Studios" zusammen mit Dwayne Johnson die Idee einer Filmumsetzung. Begeistert von der Art des Comics, der Hercules und die ihn umgebenen Mythen so völlig anders interpretierte und forschreibt, holte man Brett Ratner (u.a. Rush Hour, After the Sunset, X-Men: Der letzte Widerstand) als Regisseur mit ins Boot und legte los. In dieser neuerlichen cineastischen Auferstehung des heroischen Helden zeigt sich die eher menschelnde, zweifelnde Sagengestalt Hercules als umherziehender Söldner, gefolgt von fünf Gefährten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Wahrsager Amphiaraus (Ian McShane) kämpft beispielsweise völlig ohne Furcht, da er seinen eigenen Tod noch nicht vorhergesehen hat. Autolycus (Rufus Sewell) ist mit seiner Scharfzüngigkeit und Verschlagenheit der Stratege der Truppe und seit Ewigkeiten Freund unseres Helden. Der stumme Tydeus (Aksel Hennie) wird von nächtlichen Alpträumen geplagt, entwickelt sich im Kampf aber zum bedingungslos fightenden Berserker. Geschichten erzählen ist das Marketing der Mythologie - so verbreitet Iolaus (Reece Ritchie) die Kunde der Hercules'chen Heldentaten und beeinflusst nicht ganz ungewollt dessen "Marktwert". Die schöne und wilde Atalanta (Ingrid Bolso Berdal) besitzt die gefürchteten Fähigkeiten einer Amazone und ist eine treffsichere Bogenschützin.

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Hercules

Wie man sieht, ist der eingangs erwähnte Vergleich zu den Avengers oder anderen Superheldentruppen nicht weit hergeholt - nur dass das vorliegende epische Abenteuer in der Antike angesiedelt ist und völlig irdischer Natur ist, denn "Fantasy" ist nicht, in Brett Ratners Version von Hercules. Mystische Sagenfiguren wie dreiköpfige Höllenhunde oder Centauren kommen zwar vor, aber nur in Träumen und Visionen. Die wahren Gegner unserer Helden sind völlig real und menschlich - die größten davon sind die Gier und der Betrug. Doch auch die wahren Stärken des hier so ganz anders dargestellten Hercules sind menschlich ... mit Mut, Loyalität und Freundschaft schlägt er sich durch epische Schlachten, die großartigerweise nahezu CGI-frei daherkommen. Natürlich hilft auch in Hercules Gevatter Computer mit, aber alle Landschafte sind real, jedes Set gebaut, die Pferd sind speziell trainiert und wenn hier hunderte kostümierte Soldaten in die Schlacht ziehen, sieht man hier hunderte von realen Darstellern. Das sieht und spürt man - hier wirkt weniges künstlich oder gar künstlerisch, hier dominiert bodenständige aber höchst monumentale Action vor. Und auch wenn das Ende etwas zu pathetisch und aufgesetzt wirkt, hinterlässt Hercules einen gesamt positiven Eindruck.

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Amazone Atalanta

Das onyourscreen.de-Fazit zu HERCULES


Der gefühlt 533ste Film um die Sagenfigur Hercules schlägt ein ganz anderes, neuartiges Kapitel um den griechischen Göttersohn auf - in der Hauptrolle besetzt mit Dwayne "The Rock" Johnson, der seine körperlichen Argumente hier voll zur Geltung bringt, aber auch ansonsten überzeugen kann. Wer auf martialische Schlachten, ein paar coole Sprüche und monumentale Action abfährt, ist in dem am 4. September 2014 in den deutschen Kinos startenden Heldenepos bestens aufgehoben. Das rührselige Drumherum mit der Königstochter uind ihrem Sohn hätte man sicher weniger aufgesetzt hinbekommen können, aber das lassen wir mal durchgehen. In der Hoffnung, das es eine 2D-Version des Streifens geben wird, empfehlen wir übrigens diese zu besuchen, da es sich bei Hercules wiedereinmal um keinen "echten" 3D-Film handelt und dadurch wie so oft Kontraste und Farbfreude verloren gehen.



© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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