Heisse Katzen / Deadlier than a male © Nameless Media
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Artikel vom 14.05.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Heisse Katzen - Deadlier than the Male



Eurospy goes Mediabook


James Bond jagt Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau, Goldfinger, Feuerball ... der Erfolg der "James Bond"-Filme ließ selbstverständlich auch die Konkurrenz-Unternehmen der erfolgreichen MGM-Agentenreihe hellhörig werden. Zahlreiche andere Spione waren fortan im Einsatz, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg (an den Kinokassen). Mit Heisse Katzen (oder besser Deadlier than the male (Origninaltitel)) schickte die "Greater Films Ltd." 1967 einen nachhaltig interessanten Vertreter ins Rennen um vorwiegend männliche Zuschauerscharen und hatte aus mehreren Gründen viel mehr Bezug zum Original, als andere Trittbrettfahrer des Spionagefilm-Booms ...

Filmkurzbeschreibung


Penelope und Irma sind zwei atemberaubende Schönheiten - und als solche im Auf rag ihres Herrn unterwegs. Mit erotischem Temperament und tödlicher Präzision räumen sie jedes Hindernis beiseite auf dem Weg des größenwahnsinnigen Syndikats-Bosses zur ökonomischen Weltherrschaft . Dabei zeigen sie sich nicht nur von ihrer lasziven, sondern auch von ihrer abgebruhten Seite. Tödliche Miezen in knappen Bikinis. Das lässt den Versicherungsagenten Hugh "Bulldog" Drummond die Witterung aufnehmen, der sich in den lebensgefährlichen Fall verbeißt.

Ein großartiger Vertreter der frühen Eurospy-Welle


Der Protagnist des vorliegenden Eurospy-Vertreter Deadlier than the Male basiert auf der Romanfigur "Bulldog Drummond", einer recht erfolgreichen Buchreihe geschaffen von Cyril McNeile. Bis in die 1950er-Jahre erfreute sich dieser Charakter extremer Beliebtheit und so kam es, das Paramount Pictures 1937 sogar eine Reihe von minder budgetierten Filmen zu "Bulldog Drummond" in Auftrag gab. Tatsächlich ist es wohl so, das "James Bond"-Autor Ian Flemming himself sich stark von den Abenteuern des lebenslustigen Versicherungsagenten beeinflussen hat lassen. Deadlier than the Male-Hauptdarsteller Richard Johnson galt sogar als erste Wahl beim allerersten "James Bond"-Abenteuer. Durch Streitigkeiten und Vertragsprobleme entschied sich MGM dann allerdings für Sean Connery. So dürfen wir nun diesen vortrefflich aussehenden, smarten Helden im Einsatz gegen die mörderischen "Katzen" des skrupellose Ölmagnaten Carl Petersen bewundern.

Weniger Gimmicks, mehr Sexappeal


Zwar müssen wir in Deadlier than the Male auf Agenten-Gimmicks oder Traumautos wie den "Sunbeam Alpine Series II" (aus Dr. No) oder den legendären "Aston Martin DB5" (aus Goldfinger und Feuerball) verzichten, werden aber durch die exquisit-exotischen Drehorte und die ebenso exqusit-exotische (und offenherzige) Damenwelt mehr als entschädigt. Den Gegenspieler von Hugh "Bulldog" Drummond verkörpert der großartige Nigel Green, seine beiden tödlichen Schönheiten mimen die hinreissende Elke Sommer (Irma) sowie Sylva Koscina (Penelope). Als weiteren Hauptdarsteller dürfen wir (beziehungsweise unser sympathischer Protagonist Hugh) ein überdimensional großes Schachbrett begrüßen ... mehr wollen wir dazu aber nicht verraten. Nicht verheimlichen wollen wir ein paar Längen im Mittelteil des rund 95 minütigen Abenteuers. Auch die eine oder andere Unlogik innerhalb der Handlung wollen wir nicht verschweigen, was diesen poppig-bunten, sexy-unterhaltsamen, actionreichen und das Genre durchweg charmant parodierende Eurospy-Vertreter aber nur ganz geringfügig abwertet. In der Regel wird man hier bestens unterhalten ... und nicht nur von den Kurven der entzückend anzusehenden Damen.

Heisse Katzen / Deadlier than a male © Nameless Media
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Die Mediabook-Varianten zu Deadlier than a Male / Heisse Katzen

Zum Mediabook von Nameless


Nameless Media brachte Heisse Katzen - Deadlier than the Male im Mediabook in drei unterschiedlich limitierten Covervarianten auf den Markt. Variante "Gelb" kommt in einer Limitierung von 333 Stück, die uns vorliegende "Painted Cover"-Form bringt es auf 444 Exemplare und die "Pink-Cover"-Variante wurde tatsächlich nur 222 mal auf den Markt geworfen. Covervarianten sind ja tatsächlich immer Geschmacksache - uns gefällt tatsächlich das mit der höchsten Auflage am Besten, Hardcore-MB-Sammler werden sich eh alle Varianten in den Schrank stellen.


Die Mediabook-Schwemme (gerade im Horrorbereich) der letzten Zeit hat ja auch einige fragwürdige Veröffentlichungen hervorgebracht. Weitgehend fehlende Extras und nahezu nur aus uninteressanten Bildchen bestehende Booklets vergraulen da durchaus den ernsthaften Sammler ... einen solchen Vertreter haben wir hier nicht vorliegen - im Gegenteil. Zwar hat man hier auf die recht lang als Standard beiliegende DVD (neben der obligatorischen Blu-ray) verzichtet, doch macht dass das großartig gestylte, ausführlich sowie informativ verfasste Booklet (von Mike Blankenburg) wieder wett. Neben dem in toller Farbpracht und sattem Ton daherkommenden Film dürfen wir uns noch Original Kinotrailer, Archiv-Interviews, Archiv-Drehberichte sowie umfangreiche Bildergalerien zu Gemüte führen. Die allgemeine Verarbeitung macht einen prima Eindruck, der partieller UV-Lack hebt den Titel vom schick gestalteten Covermotiv (Painted Cover) glänzend ab und das Nameless-Hologramm mit der uniquen Nummer verspricht eine seröse Limitierungspolitik.

Fazit


Heisse Katzen - Deadlier than the Male schwamm auf der Welle der zwischen 1964 und 1967 zahlreich inszenierten Eurospy-Verfilmungen mit und erfreut uns heute mit einer Mischung aus liebevoller Hommage und gekonnter Persiflage auf die berühmten Vorbilder. Tatsächlich erfuhr dieser Streifen ja sogar einen Nachfolger (Some Girls Do), der es anscheinend nie zu einer deutschen Synchro geschafft hat. Es wäre mehr als großartig, wenn sich hier ein Label findet, dass auch diesen Agentenfilm der deutschsprachigen Fanschar präsentieren könnte. Ein Aufwand der sich sicherlich nur in Vebindung mit einer größeren Veröffentlichungspolitik verträgt ... aber vielleicht fällt dann ja doch zusätzlich noch ein weiteres schickes Nameless-Mediabook für den geneigten Sammler ab? Wir würden uns ein Loch in den Bauch freuen, wenn wir Agent Hugh Bulldog Drummond erneut mit hübschen Damen durch exotische Drehorte flitzen sehen könnten.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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