Guardians of the Galaxy
Artikel vom 25.07.2014 | Echtes Kino

Guardians of the Galaxy



Neue Helden fürs Marvel-Universum


Guardians of the Galaxy
Filmposter: Guardians of the Galaxy
Bereits seit 1969 geistern die Guardians of the Galaxy immer mal wieder durch das gezeichnete "Marvel Comic Universum". Als kleine eigene Heft-Serie aber gelegentlich auch in anderen Serien auftauchend, erlangte sie nie den Bekanntheitsgrad anderer Marvelcharaktere. Daran änderte auch die 2008er Wiederauferstehung nichts. Doch um frischen Wind in die ein wenig eingefahrenen und irgendwann das Publikum abstumpfenden, allzu bekannten Superheldenverfilmungen zu bringen, beschloss Marvel bereits 2010 mit den Guardians eine etwas andere Art von Superhelden-Truppe auf der großen Leinwand zu etablieren. Ob das ein einmaliger Auftritt bleibt oder der skurrilen weitere Auftritte im sogenannten "Marvel Cinematic Universe" gegönnt sein werden, wird das Publikum entscheiden.

Filmkurzbeschreibung


Der als Kind von der Erde gekidnappte Peter Quill, der am liebsten bei seinem Outlaw-Namen Star-Lord genannt wird, verdingt sich als Schatzjäger im Auftrag der Ravagers. Immer einen Song aus dem Mixtape seiner Mutter Im Walkman sucht er mit seinem Raumschiff die Galaxien nach Schätzen ab, was ihm beim letzten Beutezug in arge Schwierigkeiten bringt. Denn der Orb, den er im Auftrag erbeutet und nun auf eigene Rechnung verticken will, enthält so etwas wie eine Planeten auslöschende Waffe. Und so sieht sich Star-Lord bald gejagt von Nova Corps - der intergalaktischen Poizei-, den Ravagers - angeführt von Yondu, der weiblchen Auftragskillerin Gamora, einigen Kopfgeldjägern und vor allem dem Superschurken Ronan ... Doch situationsbedingt ergibt sich bald ein universales Feindbild und um Peter schart sich eine seltsame Truppe bestehend aus Gamora, den beiden Kopfgeldjägern Rocket und Groot sowie Drax the Destroyer. So kämpfen also ein abgefuckter Outlaw, eine wunderschöne Assasine, ein waschbär-ähnlicher Waffenfreak, ein lebender Baum und ein einfältiger Kampfkoloss als selbsternannte Guardians of the Galaxy gegen den größten Feind, dem sich das Universum je entgegengestellt hat.


Das meint onyourscreen.de zum Film


Frischer Wind, gut und schön. Aber die Entscheidung "Pro Guardians" ist - wie wir finden - eine recht mutige Entscheidung von Marvel gewesen. Denn auch wenn das Team, im Gegensatz zum 2008er Comic, nur fünf statt sieben Mitglieder bekam, müssen diese für 99% der Kinogänger unbekannten Charaktere neben einem neuen Schurken und diversen Nebenrollen innerhalb einer Spielfillänge erstmal eingeführt werden. Ein weiteres Risiko ist sicherlich der Regisseur James Gunn. Der bei Troma Movies als Schreiber und Darsteller groß gewordenen Gunn konnte erst mit Slither, einer Science-Fiction-Horrorkomödie und danach mit Super Indie-Erfolge aufweisen. Die Guardians of the Galaxy sind somit seine erste Big-Big-Budget-Regiearbeit. Und was sollen wir sagen? Das hat er hervorragend hinbekommen. Die fünf Guardians werden großartig eingeführt und bekommen alle eine nachvollziehbare Indentität. Vielleicht schwächeln hier Gamora (Zoe Saldana) und Drax (Dave Bautista) ein wenig, aber am Ende wird jeder Besucher seinen Lieblings-Guardian gefunden haben. Die Herren halten es da vermutlich am ehesten mit Peter Q ... äh sorry, Star-Lord (Chris Pratt) oder Rocket dem Racoon, die Damen werden vor allem den wortkargen Groot lieben.

Guardians of the Galaxy
Im Rahmen eines Previews in Zusammenarbeit mit Pro7 verteiltes deutsches Poster zu Guardians of the Galaxy
Weniger gelungen und teils nicht plausibel genug erscheint uns die Motivation der Schurkenabteilung. Warum will Ronan den Planeten bzw. das Universum zerstören? Wer zum Teufel ist Thanos und warum sieht man nicht mehr von Nebula? Aber ehrlich gesagt ist das völlig egal, der flotte Streifen lässt einem per se keine Zeit darüber nachzudenken. Denn neben furiosen Superheldenprügeleien, coolen Gefängnissausbrüchen und epischen Weltraumschlachten ist da auch noch der famose Humor des Films, der neben der Spannung und Action zusätzlich für Schnappatmung sorgt. Coole Sprüche, komische Einlagen, kauzige Helden, Wortwitz ohne Worte (ihr werdet verstehen, wenn ihr es seht) und Unmengen an nerdigen aber auch offensichtlichen Anspielungen auf andere Filme sorgen für gelungenen Filmspaß in einem kunterbunten, total poppigen Comicuniversum. Die Optik könnte übrigens der einzige Wehrmutstropfen sein. Die visuelle Darstellung der Städte aber auch diverse Weltraumsequenzen erscheinen oftmals überstilisiert, hier wechselt doch die Qualität des Gebotenen ab und an.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu GUARDIANS OF THE GALAXY


Wow, das flasht! So etwas passiert zwar immer wieder mal, aber so laut lachen und abschließend so laut klatschen wie gestern in der exklusiven, von Pro7 arrangierten Preview des Films (OmU) haben wir selten ein gesamtes Kino gehört. Und womit? Mit Fug und Recht! Die Guardians of the Galaxy unterhalten non-stop ... und mehr wollen sie auch nicht. Das ist Popcorn-Kino allererster Güte. Natürlich gibt es auch hier ein zwei superhelden-typische Pathos-Momente, aber noch schneller als bei The Avengers schafft es James Gunn irgendeinen seiner abstrusen Charaktere diese mit einem blöden Spruch karikieren zu lassen. Wir sind gespannt auf die deutschsprachige Variante und freuen uns auch ein zweites Mal auf die Begegnung mit der wohl witzigsten, aber irgendwie auch coolsten Superhelden-Truppe des Marvel-Unversums.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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