Grossstadtklein © Warner Home Video
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Artikel vom 06.02.2014 | Heimkino->DVD

Grossstadtklein



Deutsches Konzeptkino?


Großstadtklein, Grossstadtklein, Großstattklein? Wortspielereien bei der Namenswahl für den 74sten Friseur im Ort sind ja voll in - "O'Haara", "Scherenschnitt" oder "Kamm in" (OMG!) - aber muss das jetzt auch bei Filmtiteln um sich greifen? Ist das vielleicht ein neues Konzept? Nun, das filmische Konzept von Großstadtklein ist definitiv nicht neu, das passt problemlos in die Til Schweiger'sche Reihe a la Zweinasenküken, Keinohrgedöns, Kokobläh und so weiter und so fort. Oder ist das unfair gegenüber dem abendfüllenden Erstling von Schweiger-Schützling Tobias Wiemann?

Mediafacts
Grossstadtklein © Warner Home Video
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Cover: Großstadtklein
Titel: Großstadtklein
getestete Version: DVD
Cast: Jacob Matschenz, Jytte-Merle Böhrnsen, Klaas Heufer-Umlauf, Kostja Ullmann, Pit Bukowski, Tobias Moretti
Regie: Tobias Wiemann
Produktionsland: Deutschland
Studio/Verleih: Warner Home Video
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 98 Minuten
Sprache: Ton: Deutsch
Regioncode: 2
FSK: ab 6 J

Filmkurzbeschreibung


Ole lebt mit seinen Eltern und Großeltern "jottweedee" in Mecklenburg-Vorpommern. Er und seine Kumpel Ronny und Marcel sind "Schwalbe"-Enthusiasten und wenn sie nicht gerade an ihren Ostmopeds rumschrauben, heizen sie damit durch das ländliche Nirgendwo. Das dürfte für Ole, aber auch seine Freunde, gerne so bleiben, doch Opa Karl hat da anderes im Sinn. Hinter Oles Rücken besorgt er seinem Enkel einen Praktikumsplatz bei "Kalender Dreams" in der großen Stadt: Berlin! Wohnen soll Ole bei seinem Cousin Rokko, der von der Idee mittelmäßig begeistert ist, aber, wenn auch unwillig, mitspielt. Schließlich ist sein Vater Manni seit Jahrzehnten mit Ole's provinzieller Family zerstritten. In Berlin verdreht die unkonventionelle Fritzi dem Neu-Städter erstmal den Kopf und auch ansonsten kommt Ole langsam an im Stadtleben. Doch die Nachricht von Opa Karls Tod ändert alles. Onkel Manni, Rokko, Fritzi und Ole machen sich gemeinsam auf den Weg zur Seebestattung, den die hatte sich der Verstorbene gewünscht. Doch auf dem Land prallen die alten Faimilien-Diskrepanzen aufeinander und Ole muss feststellen, dass ein Kuss auf dem Land noch keine Liebeserklärung in der Stadt ist.

Grossstadtklein © Warner Home Video
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Fritzi, Rocco, Ole und Onkel Manni

Das meint onyourscreen.de zum Film


Um die Eingangsfrage aufzugreifen: Ja und nein. Großstadtklein ist konzeptionell schon recht nah an dem, was ansonsten auch aus der "Schweigerei" kommt. Das muss man aber ja nicht grundsätzlich verurteilen. Vor allem wo der Wiemann-Streifen weniger anbiedernd und schmalztriefend ist. Dazu ist die die neue Landei-meets-Städter-Romantik-Komödie auf jeden Fall schauspieltechnisch deutlich besser besetzt. Ein Jacob Matschenz als Ole ist nun mal glaubwürdiger als unser nuschelnder Til und auch Jytte-Merle Böhrnsen als fesche und unkonventionelle Fritzi machen neben dem beinah großartigen Tobias Moretti als Onkel Manni eine gute Figur. Selbst einer TV-Rampensau, wie sie nun mal ein Klaas Heufer-Umlauf ist, nimmt man die Figur des Rocco ab. Erstaunlich. Leider täuscht das aber nicht hinreichend über sämtliche andere Schwächen des Films hinweg. Denn auch wenn der Humor manches mal zündet und der Hauptteil des Films (die Romanze zwischen Ole und Fritzi) sogar funktioniert, verunglückt Großstadtklein an den zu überzeichneten und veralteten Stadt vs. Land-Klischees und eindeutig zu vorhersehbaren Lösungen der teils nicht zu Ende gebrachten Handlungsstränge.

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Bild links Bild rechts
  • Grossstadtklein<br>© Warner Home Video
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Das meint onyourscreen.de zur DVD


Die farblich absichtlich überzeichneten Bilder und die auf Dauer zu schmalzige Songauswahl wurden von unserer Test-DVD zufriedenstellend wiedergegeben. Mehr als zufriedenstellend ist dagegen das Bonusmaterial - hier darf sich der geneigte Großstadtklein-Fan mit ausuferndem Backgroundmaterial versorgen: Audiokommentar mit Tobias Wiemann, Jacob Matchenz und Pit Bukowski, Outtakes, Making of, Casting Clip, Teamfilm, Premierenclip, Kinotrailer und der Gewinner des Red Bull 12 to 12 Kurzfilmwettbewerb "Achim", der vermutlich aufgrund des Songs innerhalb des short movie seinen Platz auf der DVD gefunden hat.


Das Onyourscreen.de-Fazit zu GROSSSTADTKLEIN


Nein! Verreissen muss man den Erstling von Tobias Wiemann, den er nach seinem eigenen Kurzfilm „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ für die große Leinwand adaptiert hat, nicht. Man darf sich schon an einem mittelmäßig-spannenden Sonntagnachmittag mit Ole, seinen Freunden und seiner strangen Familie vergnügen - nur allzu große Erwartungen an die Einzigartigkeit der Story oder die Raffinesse in der Umsetzung darf man nicht haben. Großstadtklein dürft ihr euch seit dem Ab 24. Januar 2014 als DVD oder Video on Demand gönnen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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