Grabgflüster
Artikel vom 03.04.2011 | Heimkino->DVD

GRABGEFLÜSTER – Liebe versetzt Särge



Zum Sterben komisch


Grabgeflüster – Liebe versetzt Särge ist eine schräge, britische Komödie (woher auch sonst?!) aus dem Jahre 2002. Regisseur Nick Hurran hat hier einen wirklich höchst amüsanten Film gespickt mit reichlich subtilem, schwarzem Klamauk geschaffen.



Mediafacts
Grabgflüster
Cover: Grabgeflüster - Liebe versetzt Särge
Titel: Grabgeflüster
Originaltitel: Plots with a View (Undertaking Betty)
getestete Version: DVD
Cast: Brenda Blethyn, Alfred Molina, Christopher Walken, Robert Pugh, Naomi Watts
Regie: Nick Hurran
Produktionsland: England
Studio/Verleih: Ascot Elite Home Entertainment GmbH
DVD-Release: 2004
Produktionsjahr: 2002
Spieldauer: 94 Minuten
Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 1.78:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Kurze Filmbeschreibung - Undertaking Betty


Mehr als dreißig Jahre hat sich die gutmütige Betty (gespielt von Brenda Blethyn) von ihrem untreuen Ehemann und Stadtrat Hugh Rhys-Jones (Robert Pugh) und der Schwiegermutter ausnutzen und herumkommandieren lassen. Als die Schwiegermutter ganz überraschend (an einem Cornflake) stirbt, wird Boris Plots als klassischer Leichenbestatter ins Rennen geschickt, um der alten Dame die letzte Ehre zu erweisen. Doch der eher schüchterne Boris (Alfred Molina) verehrt schon seit ewiger Zeit Betty. Um ihr Leben neu mit Boris zu beginnen, willigt Betty in den Plan ein, ihren eigenen Tod zu inszenieren und sich als Leiche zur Schau zu stellen. Doch als ihr Mann und seine Geliebte ihr am Grabe die Wahrheit flüstern, schwört sich Betty wieder aufzuerstehen und den beiden Grüße aus dem Jenseits zu übermitteln. Dumm nur das Plots flippige Bestatter-Konkurrenz nicht schläft und sich nicht so einfach abwimmeln lässt ...

Beam me up, Featherbed!


Grabgeflüster (Originaltitel Plots with a view - Undertaking Betty) erinnert nicht nur vom deutschen Titel her an die im Jahre 2000 erschienene Filmkomödie „Grasgeflüster“. Denn ebenfalls ist hier wieder Brenda Blethyn, die in Grasgeflüster (OYS-Bericht) bereits als Hanfzüchterin Grace brillierte, in einer der Hauptrollen zu sehen. Vor allem als „Leiche“ spielt sie ihren Part absolut köstlich.
In Grabgeflüster gesellen sich neben Brenda Blethyn weitere namhafte Schauspieler, die der Komödie in jeder Weise zuträglich sind. Neben Alfred Molina, Naomi Watts und Lee Evans überzeugt hier allen voran Kult-Schauspieler Christopher Walken, der auch in diesem Film wieder einmal sein Tanz- und Showtalent kräftig unter Beweis stellen darf. Als flippiger Bestattungsunternehmer Frank Featherbed versucht er mit Discountpreisen („Zwei Bestattungen zum Preis von einer“) und außergewöhnlichen Trauergottesdiensten (unter anderem im futuristischen Raumschiff Enterprise-Stil) den Markt der Bestattungsdienstleistungen in der walisischen Kleinstadt Wrottin-Powys zu revolutionieren. Das an und für sich wenig amüsante Geschäft mit dem Tod wird hier auf skurrile und groteske Weise auf den Arm genommen. Von Slapsticks, über Gesangseinlagen bis hin zu charmanten Szenen, wird hier wirklich viel kurzweilige Unterhaltung geboten. Absoluter Höhepunkt ist die einfallsreiche Horror-Show am Ende des Films, als Betty ihrem Mann und seiner Geliebten als rachsüchtiger Geist erscheint.

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Der Tod ist eisig


In gelungener Britcom-Tradition erzählt Grabgeflüster die Geschichte der Beerdigung einer Untoten und ist schon von daher ein einfach herrlicher und haarsträubender Film, der turbulent daher kommt und voll mit absurder Situationskomik und hinreißenden Gags ist. Kleine Tiefkühl-Kostprobe gefällig? Nachdem Alfred Betty kurzerhand in den heimischen Gefrierschrank verfrachtet hat, um sie kalt und somit authentisch als Leiche vor dem Ehemann aufzubahren, folgt die Szene als Hugh Rhys-Jones seine angeblich tote und präparierte Ehefrau noch einmal in Anschein nehmen möchte: „Sie sieht so ruhig aus. Und so gelassen. – Ist das eine Tiefkühlerbse?“ Aber auch die Szenen, in denen Leichenshowmaster Featherbed auftritt und seine Bestatter-Visionen zum Besten gibt, sind zum Sterben komisch. Die Dialoge sind typisch schräg und höchst unterhaltsam: (Featherbed) „Die Leiche eines Unfallopfers hat mein Chef so dermaßen toll wieder hinbekommen, das man ihr den Unfall kein bisschen mehr angesehen hat. Fantastisch, sie sah aus als wäre sie bloß an Asthma gestorben, ist das nicht toll?“


FAZIT: Ja, das ist toll!


Für Fans des typisch trockenen, britischen Humors ist dieser makabere Filmspaß definitiv ein Fest fürs Zwerchfell. Die Story ist aberwitzig und die Darsteller allesamt herrlich erfrischend. Bizarre Ideen sorgen für eine rabenschwarze und äußerst sehenswerte Komödie. Spätestens nach diesem Film wird sich wohl manch einer die Frage stellen, warum Beerdigungen eigentlich immer so gediegen und so wenig unterhaltsam sein müssen ...

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© Text: onyourscreen.de / SN


 
 
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