Godzilla on your screen
Artikel vom 10.05.2012 | Themen

Godzilla on your screen, Teil 4



Copycats sind keine Monster


Wo Erfolgreiches existiert, sind Plagiate nicht weit - das weiß man nicht erst seit der heutigen Zeit. Hochpreisige, erfolgreiche Markenprodukte werden immer irgendwo mehr schlecht als recht kopiert. Wo etwas gut funktioniert, steuert man der Einfachheit halber gerne mit Ähnlichem ins Geld versprechende Fahrwasser - wozu auch das Rad neu erfinden? Was das mit Godzilla zu tun hat? Nun, wo T?h? mit Godzilla und Co. ordentliche Gewinne erzielte, wollten andere Studios mit vergleichbaren Ideen auch auf die Schnelle profitieren. Das war möglicherweise damals weniger schön für die Godzilla-Macher, die Kaiju Eiga-Fans von heute dürfen dadurch aber auf eine ansehnliche Palette von Monsterfilmen zurückgreifen, die in der Erfolgswelle unseres großen grünen Freundes entstanden sind. Einige dieser Copycats wollen wir euch hier präsentieren, am Ende wartet die Heisei-Staffel - und damit die Godzillas Nr. 16 bis 22 auf ihre Kurzvorstellung.

Gappa


Ist es nun schade oder sollten wir dankbar sein, das "Gappa" bzw. die Gappas nur einen Celluloid-Auftritt hatten - und somit der einzige Ausflug der "Nikkatsu Corporation" ins Monstergenre blieb? Also, wir finden es schade. Gappa - Frankensteins fliegende Monster ist totaler Monstertrash, aber macht Spaß. Zumindest wenn man die Effekte und Ideen mit dem nötigen Humor aber auch Respekt rückwirkend betrachtet. Immerhin ist die Geschichte aus 1967 fast schon eine Art "Jurrasic Park"-Verschnitt und wer Suitmation-Stampfereien durch Modellbauten mag, wird auch hier nicht enttäuscht werden. Wer eine treibende Story und lippensynchrone Übersetzungen erwartet, wird von Daikyojû Gappa - so der Orignialtitel - aber eher enttäuscht sein. In einer ordentlichen Kaiju Eiga-Sammlung dürfen die geflügelten Freunde aber nicht fehlen ...

Trailer: Gappa

Gamera


Gamera – Guardian of the Universe
Bereits etwas früher als Gappa, nämlich schon 1965 erblickte das schildkrötenähnliche, hochhaus-hohe feuerspeiende Monster "Gamera" das Licht der Kinosäale. Bei der guten treuen Seele Gamera handelt es sich im übrigen fast durchgehend um ein der Menschheit wohlgesonnenes Monster - trotzdem leidet auch hier die eine oder andere Modellbaulandschaft unter heftigem Getrampel. Von 1965 bis 1980 spielt der Kaiju seine Rolle in ganzen acht Filmen, bis es erstmal 15 Jahre ganz still um ihn wurde. 1995 holte ihn Shusuke Kaneko aus der Mottenkiste und hauchte dem Monstrum im klassischen Gummikostüm-Sinne wieder Leben ein. Der Einsatz von zusätzlichen BlueScreen-Techniken und CGI-Effekten machten das angestaubte Monster salonfähig - und so erfolgreich das durch weitere Filme 1996 und 1999 eine vielbeachtete Trilogie entstand. Der 2006 entstandene Gamera the Brave ist leider, wie auch die meisten älteren Gameras bisher nicht in Deutschland erschienen.

Jahr Titel Kino / DVD in D.
1965 Gamera - Frankensteins Monster aus dem Eis (1965) - / DVD
1966 Godzilla - Der Drache aus dem Dschungel - / DVD
1967 Gamera gegen Gaos – Frankensteins Kampf der Ungeheuer Kino / -
1968 Gamera vs. Viras - / -
1969 Gamera vs. Guiron - / -
1970 Gamera gegen Jiggar - Frankensteins Dämon bedroht die Welt Kino / -
1971 Gamera vs. Zigra - / -
1980 Gamera Super Monster - / -
1995 Gamera – Guardian of the Universe - / DVD
1996 Gamera 2 - Advent of Legion - / DVD
1999 Gamera 3 - Revenge of Iris - / DVD
2006 Gamera the Brave - / -


Guila


Das gute alte "Guila", das gerupfte Huhn unter den japanischen Filmmonstern ... klasse. Sein Auftritt in Guila - Frankensteins Teufelsei ist völlig beknattert, aber trashige Oberliga. Monster- gepaart mit Sci-Fi-Trash - ein herrlicher Spaß für Freunde dieser Form der Unterhaltung - den muss man in der Sammlung haben. Und Gott sei Dank hatte "Anolis Entertainment" ein Einsehen und hat diesem ultra-trashigen Highlight des Monsterfilmgenres eine Luxusversion auf DVD in der Reihe "Kaiju Classics" gegönnt. Danke dafür.

Deutscher Trailer: Guila - Frankensteins Teufelsei

Doch wer denkt das wäre der einzige Auftritt des Weltraumhuhns mit den seltsamen Antennen auf dem Kopf, sieht sich getäuscht. 2008 erschien Guila, völlig unerwartet in der grotesken, eher misslungenen Politsatire Monster X gegen den G8-Gipfel. Sicherlich kein Muss, aber Sammler die ihre Kaiju Eiga-Collection komplettieren wollen, können auch hier zugreifen. Klar wird auch das Genre an sich persifliert, aber da stehen wir doch drüber, oder?
Trailer: Monster X gegen den G8-Gipfel

... und noch mehr Non-Toho-Monster


Mit Gorgo oder Konga (gut, der letzte ist eher ein King Kong-Klon) gab es natürlich auch Verteter aus Grossbritannien, die sich im Godzilla-Fahrwasser suhlten. Yongary kam dagegen aus Süd-Korea, Pulgasari stammt gar aus Nord-Korea (Nord!), aus Hong-Kong dann wieder ein eher king-kong-ähnlicher Streifen namens Der Koloss von Konga. In Japan war auch der mythische Riese Daimajin recht erfolgreich.

Man sieht, dem Sammler erstreckt sich hier eine nette Vielzahl an Titeln die für eine ernsthafte Sammlung in Frage kommen - unsere eigene "Collect them all"-Lsite stellen wir euch in der letzten Folge dieser Reihe vor.

Chronologische Auflistung der Godzilla-Filme (Fortsetzung)


Nachdem wir in den letzten drei Folgen die Showa-Staffel hinter uns gelassen haben, wollen wir uns jetzt den sieben Vertretern der sogenannten Heisei-Staffel widmen. Die Heisei-Zeit begann zwar eigentlich erst am 8. Januar 1989, der erste Titel der unter diese Staffel fällt, kam aber bereits 1984 in die japanischen Kinos.
Godzilla on your screen
Alle deutschen DVDs der Heisei-Staffel

Godzilla – Die Rückkehr des Monsters

Originaltitel: Gojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Koji Hashimoto
Cast: Keiju Kobayashi, Ken Tanaka, Yasuko Sawaguchi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1984
 
Godzilla on your screen
30 Jahre nach dem ersten Auftreten unseres grün-grauen Freundes, wollte T?h? endlich wieder an die Erfolgsreihe anknüpfen. Erfolgreiche Wiederaufführungen älterer Filme mit dem König der Monster bestärkten das Studio in seinen Bemühungen und so entstand ohne Mitwirkung von Ishiro Honda oder Akira Ifukube eine Art Godzilla-Reboot. Sicher moderner, aber ganz sicher auch nicht besser. Auch hat Godzilla hier keinen attraktiven Gegner, einzig die Menschheit stellt sich ihm mit allerlei Hightech-Kram, aber auch atomaren Waffen gegenüber. Nunja.

Godzilla, der Urgigant

Originaltitel: Gojira vs. Biorante
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Kazuki Omori
Cast: Kunihiko Mitamura, Yoshiko Tanaka, Masanobu Takashima
Produktionsland/-jahr: Japan, 1989
 
Godzilla on your screen
Eigentlich ja "Godzilla gegen Biolante" - dieser Titel läutete die "Versus"-Reihe ein. Aber das deutsche Verleihwesen lebte ja schon immer seine Eigenheiten an diversen Streifen aus Asien aus - so halt eben Godzilla, der Urgigant. Witzigerweise wollte bei T?h? niemand einfallen, wie man den 1984er Godzilla fortsetzen könne. Und wenn man nix weiß, fragt man die Fans. Herausgepickt aus den massenhaften Einsendungen wurde der Kampf gegen das gentechnische mutierte Pflanzenwesen Biollante, das aber dann beim Kinopublikum überhaupt nicht ankam. Nicht verwunderlich das sich in folgenden Sequels wieder eher klassische Monstergegner unserem Big G. entgegenstellten.

Godzilla – Duell der Megasaurier

Originaltitel: Gojira tai Kingu Ghidora
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Kazuki Omori
Cast: Kousuke Toyohara, Anna Nakagawa, Yoshio Tsuchiya, Megumi Odaka
Produktionsland/-jahr: Japan, 1991
 
Godzilla on your screen
Der wohl umstrittenste Film der Godzilla-Reihe, und keine Fortsezung der beiden vorangegangen Streifen. Godzilla - Duell der Megasaurier, der eigentlich angesetzt war um das 50jährige Bestehen der T?h?-Studios zu feiern, wurde zumindest in den USA sehr negativ, ja anti-amerikanisch aufgenommen. Die wirtschaftlichen Spannungen der beiden Länder zu dieser Zeit taten ihr übriges.
Für uns Godzilla-Fans ist aber ein fantasievoller Mix aus Science-Fiction und Monsterfim herausgekommen, der es gerade noch schafft die Balance zwischen Albernheiten, Ungereimtheiten und Spannung zu halten. Hauptgegner unseres turmhohen Freundes ist hier übrigens King Ghidora, das dreiköpfige Drachendings. Ihr wisst schon.

Godzilla – Kampf der Sauriermutanten

Originaltitel: Gojira tai Mosura
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Takao Okawara
Cast: Tetsuya Bessho, Satomi Kobayoshi, Megumi Odaka
Produktionsland/-jahr: Japan, 1992
 
Mothra ist wieder da - und hat gleich Verwandschaft mitgebracht: Battra, die böse, böse Motte. Natürlich hat es Godzilla gleich auf beide abgesehen, was auch sonst! Herrlicher Fantasyquatsch mit ökologischen Denkanstössen, präsentiert mit dem Holzhammer. Heutzutage großartig anzusehen, zudem der wirtschaftlich erfolgreichste Erguss der Heisei-Staffel. Schönes Ding, irgendwie.

Godzilla gegen MechaGodzilla II

Originaltitel: Gojira vs. Mekagojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Takao Okawara
Cast: Masahiro Takashima, Ryoko Sano, Megumi Odaka, Akira Nakao
Produktionsland/-jahr: Japan, 1993
 
Godzilla on your screen
Nein, das ist keine Fortsezung des 1974er Gojira tai Mekagojira der hierzulande auch unter Godzilla Vs. MechaGodzilla vermarktet wurde. Um Verwechslungen zu vermeiden wurde einfach das "2" hinter den Titel gehängt. Egal, um was gehts hier: Die böse Menscheit hat Godzilla - unwissentlich - sein Ei bzw. seinen Sohn weggenommen - das kann er nicht auf sich sitzen lassen. Unterstützung findet er in Rodan, dessen Kostüm T?h? anscheinend noch brauchbar irgendwo im Schrank hängen hatte. Hauptgegner ist hier aber, wie der Titel schon vermuten lässt MechaGodzilla, ein mechanisches Ebenbild vom echten Godzie. Der kriegt am Ende aber ordentlich aufs Metallmaul und Groß- und Klein-Godzilla ziehen friedlich ihres Weges. So weit, so unterhaltsam.

Godzilla gegen SpaceGodzilla

Originaltitel: Gojira Supesugojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Kensho Yamashita
Cast: Megumi Odaka, Jun Hashizume, Zenkichi Yoneyama, Akira Emoto
Produktionsland/-jahr: Japan, 1994
 
Der bis zu diesem Zeitpunkt teuerste Godzilla-Film ist ganz sicher keiner der besseren - zumindest nicht in unseren Augen. Auch das Kinopublikum war nicht zu begeistern, die Einspielergebnisse blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Diese seltsame Mischung aus SF- und Monsterkram weiß einfach nie wirklich zu gefallen, trotz neuem Monstergegner aus dem All - einmal ansehen und ab ins Regal damit.

Godzilla gegen Destoroyah

Originaltitel: Gojira tai Desutoroia
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Takao Okawara
Cast: Tatsumi Takuro, Y?ko Ishino, Megumi Odaka, Momoko Kochi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1995
 
Godzilla on your screen
Der 22. Godzilla-Film ist dann auch der letzte der Heisei-Staffel - alle folgenden rechnet man zur Milleniums-Staffel. Wie bereits in den beiden Filmen zuvor spielt auch in Godzilla gegen Destoroyah Godzillas Sohn eine Rolle - und dazu eine wichtige. Denn unseren großen grün-grauen König der Monster wollte man werbewirksam und plakativ sterben lassen - irgendwie musste man doch das japanische Volk wieder ins Kino bekommen, was man mit dem Vorgänger nun so garnicht geschafft hatte. Mit Destoroyah schuf man auch mal wieder einen neuen Gegner für Godzilla - doch die aufkeimende Filmmonster-Konkurrenz des von den "Daiei Studios" wieder aktivierten Gamera (Gamera – Guardian of the Universe, Gamera: Daikaij? K?ch? Kessen, 1995) konnte man damit auch nicht vollends beeindrucken.

Und so schließt sich auch in unserem Bericht der Kreis von Copycats und Mitläufern zu ernsthaften Kontrahenten im Kampf um das, vor allem japanische Kinopublikum. Nun bleibt noch für den ausstehenden letzten Teil unserer Godzilla-Hommage eine Abschlussbetrachtung und der Ausblick auf kommendes und natürlich die Filmkurzbeschreibungen der sechs Filme der Millenium-Staffel. Stay tuned.

Godzilla on your screen, Teil 1
Godzilla on your screen, Teil 2
Godzilla on your screen, Teil 3
Godzilla on your screen, Teil 5


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© SquareOne/Universum Film GmbH

© Universum Film

© Tiberiusfilm