Artikel vom 07.04.2012 | Themen

Godzilla on your screen, Teil 3



Das Godzilla-Universum


Wir haben ja bereits im zweiten Teil unseres Lobliedes auf Godzilla so einige wegbegleitenden Monster unseres stampfenden Helden vorgestellt. Was wir euch hier im dritten Teil, neben den Einzelvorstellungen des Rests der "Showa-Staffel", präsentieren, sind diejenigen Monster, die eigene Filme oder gar Filmreihen spendiert bekamen. Dazu listen wir euch hier auch sämtliche "Eigas" auf, in denen diese eine Rolle gespielt haben. Nur so bekommt man einen umfassenden Einblick in das Filmuniversum rund um Godzilla.

King Kong

Seinen ersten Auftritt hatte King Kong 1962 im dritten Godzilla-Film Kingu Kongu tai Gojira ((??????????), was soviel heißt wie "King Kong gegen Gojira". In den deutschen Kinos lief der unter der Regie von Ishir? Honda entstandene Streifen als Die Rückkehr des King Kong aber auch unter dem reisserischen Titel Schlachtfest der Giganten. Die von RKO Pictures offiziell erworbenen Rechte zur Benutzung der Filmfigur "King Kong" halfen sicher dabei, der Serienverfilmung des Godzilla-Themas auf die Sprünge zu helfen.
Ishir? Honda verhalf dann 1967 dem Riesenaffen King Kong - der in den japanischen Version deutlich größer, stärker und kaum zu verletzen war und sich obendrein auch noch durch Strom stärker machen konnte - in King Kong – Frankensteins Sohn zu einem weiteren Auftritt. Als Konterpart, neben einem Mad Scientist namens Dr. Who, spielt hier der hünenhafte Roboter Mechani-Kong eine gewichtige Rolle.
Dieser zweite Auftriit war aber dann auch der letzte T?h?-Verschnitt einer King Kong-Figur - wobei uns eine moderne Version im Kampf gegen einen Godzilla der Millenium-Staffel auch sicherlich viel Freude bereitet hätte.

Mothra

Mothra bedroht die Welt vom unvergleichlichen Ishir? Honda und Special-Effekt-Ikone Eiji Tsuburayja kam 1961 und damit bereits vor dem dritten Godzilla-Film in die japanischen Kinos. Das eher familienfreundliche Monster ist zwar auch eine Bedrohung für Tokio, aber nicht wirklich böse.
Mothra-Trilogie, entstanden Ende der 90er

Das sich Mothra zu einem der Hauptgegner von unserem großen Grünen entwickeln sollte, war damals tatsächlich noch nicht absehbar. Mit der Mothra-Trilogie aus den Jahren 1996, 1997 und 1998 mutierte die Motte aber vollends zum Kinderfilm-Monster. Doch auch daran können Kaiju-Eiga-Freunde noch ihren Spaß haben. Hier noch die Auflistung aller Filmbeteiligungen des flügelschlagenden Motten-Monsters.

Jahr Titel Originaltitel
1961 Mothra bedroht die Welt Mosura
1964 Godzilla und die Urweltraupen Mosura tai Gojira
1964 Ghidrah – The Three-Headed Monster San Daikaij?: Chiky? Saidai no Kessen
1966 Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer Nankai no Daikett?
1964 Frankenstein und die Monster aus dem All Kaij? S?shingeki
1992 Godzilla - Kampf der Sauriermutanten Gojira tai Mosura
1994 Godzilla gegen Spacegodzilla Gojira tai Supesu Gojira
1996 Mothra – Das Siegel der Elias Mosura
1997 Mothra II – Das versunkene Königreich Mosura 2: Kaitei no Daikessen
1998 Mothra III – King Ghidorah kehrt zurück Mosura 3: Kingu Gidora Raish?
2001 Godzilla, Mothra and King Gidohra giant Monster all out Attack Gojira, Mosura, Kingu Gidora: Daikaij? S?k?geki
2003 Godzilla: Tokio SOS Gojira tai Mosura tai Mekagojira: T?ky? S.O.S.
2004 Godzilla Final Wars Gojira: Fainaru U?zu


Cover: Rodan - Die fliegenden Monster von Osaka

Rodan

Rodan ist ein Flugsaurier und heißt im Original eigentlich Radon. Der aus Pte[ra]no[don] abgeleitete Name sollte aber nicht mit dem atomaren Element "Radon" verwechselt werden, sodaß ausserhalb Japans flugs die Vokale vertauscht wurden - aus Radon wurde Rodan. Dieser zuerst in seinem eigenen Film, Rodan - Die fliegenden Monster von Osaka, aufgetauchte Riesenvogel gehört zu den populärsten Monstren des T?h?-Universums und wurde später ein Wegbegleiter, weniger ein Gegner von Godzilla.

Manda

Manda ist eine Seeschlange und ähnelt stark der asiatischen Vorstellung eines Drachen. Die Schlange mit den kümmerlichen vier Beinen hat eine längere Rolle in der Godzilla-Verfilmung Frankenstein und die Monster aus dem All (1968) sowie kürzere Auftritte in Godzilla Revenge (1969) und Godzilla: Final Wars (2004).
Doch schon vorher - nämlich bereits 1963 - spielte Manda im großartigen T?h?-Meisterwerk von 1963 U 2000 - Tauchfahrt des Grauens (????, Kaitei Gunkan) als Gottheit im Königreich Mu eine entscheidene Rolle.

Varan

Zu guter Letzt in unserer Liste von Godzilla-Antagonisten und -Verbündeten wollen wir noch Varan vorstellen. Diese prähistorische Riesenechse die einige Flug- und Segelskills ihr Eigen nennt, trat zuerst 1958 in Varan - The Unbelievable und damit als "Hauptdarsteller" auf, bevor sie - allerdings nur als Randerscheinung - in zwei Filmen unseres Lieblingsmonsters Kurzauftritte hatte.

Wie man gut sehen kann versuchte T?h? das Monsterfilmgenre mit diversen Figuren auszufüllen und jede Nische und Neigung zu besetzen - so konnte man sich die Vorherschaft in diesem damals noch jungen Genre sichern. Die Verquickung der Monstren untereinander hatte dazu noch kostensenkende Effekte - die Wiederverwendung statt Neuerschaffung von Kaiju-Kostümen ist da ein Beispiel. Dazu konnte man Filmmaterial aus älteren Werken bei neuen "Eigas" hinzuschneiden - auch das sparte die eine oder andere neu zu erschaffende Celluloidminute.
Der Fan dagegen freut sich heute darüber das durch Spin-Offs, Sequels und Prequels ein reichhaltiges Universum rund um den "König der Monster" geschaffen wurde - weniger erfreulich ist, das immer noch nicht alle Filme unserer Monsterfreunde als Heimversion in Deutschland veröffentlicht worden ist. Aber das ist ein anderes Thema und wird ein Abschnitt unseres letzten Teils der Godzilla-Hommage sein.

Chronologische Auflistung der Godzilla-Filme (Fortsetzung)


Jetzt wollen wir uns den letzten Teilen der "Showa-Staffel" widmen, bevor wir uns beim nächsten Mal die sieben Werke der "Heisei-Staffel" vornehmen wollen. Here we go:

Frankenstein und die Monster aus dem All

Originaltitel: ?????, Kaij? S?shingeki
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Akira Kubo, Jun Tazaki, Yukiko Kobayashi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1968
 
Cover:Frankenstein und die Monster aus dem All (aus der Reihe "Kaiju Classics" von Anolis)
Nach den eher bescheidenen von Jun Fukuda gedrehten letzten Teilen, setzte man Ishir? Honda an den 9. Teil der Godzilla-Serie. Eigentlich rechnete man damit, das dieser "Kaiju Eiga" der letzte der Reihe sein würde und wollte mit einem großen Showdown die Filmfigur ins Celluloidgrab schicken. Nicht nur weil der Streifen im damals futuristischen Jahr 1999 spielt kann man hier das erste Mal statt von einem Horror-Film von einem Science-Fiction sprechen.

Entstanden ist auf jeden Fall ein Fest für Monsterfreunde: Godzilla, Mothra (allerdings in Raupenform), Rodan, Gorosaurus, Spiga (die Riesenspinne die eigentlich Kumonga heisst), Angilas, Varan aber auch Baragon treten in diesem Highlight des Genres miteinander gegen die Kilaaks, Invasoren aus dem Weltall, und ihr hervorgerufenes Monster King Ghidorah an. Episch, kitschig, großartig. DVD-Freunde besorgen sich unbedingt die Anolis-Version aus der Kaiju Classics-Reihe - fantastisch aufbereitet, klasse optisch präsentiert, wertige Verpackung und sinnvolles Bonusmaterial - was will man mehr.

Godzilla's Revenge

Originaltitel: ??????????? ????????, Gojira, Minira, Gabara: All Kaij? Daishingeki
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Tomonori Yazaki, Y? Sekida, Kenji Sahara
Produktionsland/-jahr: Japan, 1969
 
Über dieses fiese Stückwerk, das unsere Meinung nach der mit Abstand schlechteste Film der Reihe ist, breitet selbst T?h? oftmals den Mantel des Schweigens. Bezeichnend dafür spricht die bisherige Nichtveröffentlichung des Machwerks n Deutschland - es gibt aber neben dem japanischen Original zumindest eine englisch synchronisierte Version dieses meist mit Monsterfights aus anderen Teilen zusammengeschnittenen Kinderfilms (ja, das meinen wir ernst!). Wer den hier zuerst gesehen hat, dürfte wohl keinem anderen Big G.-Film mehr eine Chance geben.

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster

Originaltitel: ???????, Gojira tai Hedora
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Yoshimitsu Banno
Cast: Akira Yamanouchi, Hiroyuki Kawase, Toshie Kimura
Produktionsland/-jahr: Japan, 1971
 
Cover: Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster
Die atomare Bedrohung Japans bot nicht mehr genug Stoff, etwas Neues musste her. "Wie wärs denn mit Umweltverschmutzung?!" "Ja? Ok. Bau mal 'nen Godzilla draus." Und das tat dann das erste (und Gott sei Dank letzte Mal) Yoshimitsu Banno - das was heraus kam war der Kampf zwischen dem großen Grünen und Hedora (oder Hydrox wie ihn die deutsche Synchro nannte), einem aus menschlicher Umweltverschmutzung entstandenes, ziemlich albern daherkommendes Monster.

Was den Film vor einer wirklich schlechten Bewertung beschützt sind die bizarren Widersprüche in der filmischen Gesamtkomposition: fast schon kinderfilmhafte Züge gemixt mit beinahe psychedelischen Szenen in irgendwelchen Tanzschuppen und völlig beknackte Ideen wie einen durch Rückstoßstrahl fliegenden Godzi. Geisteskrank und dadurch irgendwie unterhaltsam - aber sicher kein guter Einstieg ins Genre.


Frankensteins Höllenbrut

Originaltitel: ???????????????, Chiky? kogeki meirei: Gojira tai Gaigan
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Jun Fukuda
Cast: Hiroshi Ishikawa, Yuriko Hishimi, Minoru Takashima, Tomoko Umeda
Produktionsland/-jahr: Japan, 1972
 
Mal wieder wollen Aliens (jaja, Frankenstein gibts auch hier eigentlich nur im Filmtitel) unsere Erde unter Mithilfe diverser Monster erobern - und natürlich fangen sie damit in Japan an. Wo sonst. Man trifft mal wieder auf King Ghidrah aber auch auf Gigan - das Monster mit den Hakenarmen und dem Kettensägenbauch (!). Doch die haben nicht mit den Beschützern der Menschheit Godzilla und Angilus gerechnet - nun denn. Der ultrabillige Aufguss alter Kampfszenen mit neuer Story ist auch leider kein Highlight der Godzilla-Reihe.

King Kong – Dämonen aus dem Weltall

Originaltitel: ???????, Gojira tai Megaro
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Jun Fukuda
Cast: Katsuhiko Sasaki, Hiroyuki Kawase, Yutaka Hayashi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1973
 
Noch etwas wirrer wirds in diesem Werk. Hier baut man kurzerhand noch eine Ultraman-ähnliche Figur ein, vermutlich da diese unverändert populär im japanischen Umfeld war. Damit Ultraman ... sorry, wir meinten Jet Jaguar, der in der deutschen Version in King Kong umgetaufte Robot, alliiert mit Godzilla gegen Megalon und Gigan antreten kann, kann er auf Monstergröße heranwachsen. Toll.
Dieses quietschbunte Werk besteht zwar auch in Teilen aus Stockmaterial älterer G-Filme, hat aber - auch wenn er beispielsweise in Amerika ziemlich gefloppt ist - seinen eigenen Charme, dem zumindest wir uns nicht entziehen können.


King Kong gegen Godzilla

Originaltitel: ?????????, Gojira tai Mekagojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Jun Fukuda
Cast: Goro Mutsumi, Kenji Sahara, Takayasu Torii
Produktionsland/-jahr: Japan, 1974
 
Hurra, Mechagodzilla ist da. Die Robot-Kopie unseres grünen Stadtzertrümmerers hat hier seinen Ursprung - allerdings erstmal als ausserirdische Waffe. In späteren Filmen wird MechaGodzi ja eher als Geschöpf der Menschen verkauft. Egal. Hier ist er der Böse und Godzilla und das erstmals auftauschende, löwenkopfbesetzt Monster King Caesar stellen sich dem Monsterrobot in den Weg. Taraaaa.
Auch wenn King Caesar ein eher durchschnittliches Monster ist, das zudem zum zweiten Mal (zuerst Mothra) die Mythologie mit in die Godzilla-Reihe bringt, ist King Kong gegen Godzilla (btw: nix King Kong, MechaGodzilla, you know?) ein Highlight der Reihe und nach den letzten eher schwachen Ergüssen ein Meilenstein.


Die Brut des Teufels, Konga, Godzilla, King Kong

Originaltitel: ????????, Mekagojira no gyakush?
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Katsuhiko Sasaki, Tomoko Ai, Akihiko Hirata, Katsumasa Uchida
Produktionsland/-jahr: Japan, 1975
 
Cover: Die Brut des Teufels
Und damit kommen wir zum fünfzehnten und letzten Teil der Showa-Staffel. Auch hier - beim letzten Godzilla unter der Regie von Honda - kann man getrost von einem Höhepunkt sprechen. Epische Fights zwischen Mechagodzilla, Titanosaurus (auch Konga genannt) und unserem großen, hier wiedermal die Menschheit vor Ausserirdischen beschützenden Grün-grauen lassen Monsterfans große Augen machen. Auch wenn die Rahmenhandlung um die Alieninvasoren vom Planten Black Hole, der Mad Scientist und eine irgendwie eingewebte Lovestory eher willkürlich wirken, kann man den "Kaiju Eiga" nur jedem Fan empfehlen.

Nachdem wir nun die Showa-Staffel hinter uns gebracht haben, widmen wir uns im vierten und vorletzten Teil unserer Hommage der siebenteiligen Heisei-Staffel.

Godzilla on your screen, Teil 1
Godzilla on your screen, Teil 2
Godzilla on your screen, Teil 4
Godzilla on your screen, Teil 5


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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