Artikel vom 21.03.2012 | Themen

Godzilla on your screen, Teil 2



Dürfen es ein paar Monster mehr sein?


Cover der deutschen DVD von "Godzilla kehrt zurück"
Wie im ersten Teil unserer Godzilla-Hommage bereits angedeutet war das Erstlingswerk ein riesiger Erfolg - die Einspielergebnisse allein im Mutterland übertrafen die doch recht hohen Herstellungskosten um einiges. Auch die Verwertung in Amerika und Europa tat ihr übriges, um das produzierende Studio T?h? zu einem recht schnellen Sequel zu veranlassen. Und siehe da - schon 1955 stampfte in Gojira no Gyakushu bzw. Godzilla kehrt zurück unser großer Freund erneut über die Leinwände der Kinopaläste, übrigens immer noch in schwarz-weiß. Der leider nicht ganz so perfekte, aber immer noch unterhaltsame von Regisseur Motoyoshi Oda in Szene gesetzte Film, schaffte es jedoch bei weitem nicht an die Erfolge des Urvater aller "Kaiju Eigas" heranzureichen. Aber eine neue Richtung im noch jungen Genre "japanicher Monsterfilm" schlug der Streifen trotzdem ein - erstmals trat mit "Angurus" ein "echter Gegner" auf unseren grün-grauen Riesen. Angirus, Angiras, Anzilla ... so oder ähnlich betitelt trifft man übrigens in weiteren Sequels immer wieder auf den etwas albern wirkenden Igelverschnitt einer Bestie.

Die Tradition durch weitere Giganten noch größere Schauwerte für die einzelnen "Eigas" zu schaffen war damit geboren, auf ein paar besonders markante "Freunde" wollen wir hier kurz eingehen.

King Ghidorah

??????, Kingu Gidora
Nun, der Erzfeind von Onkel Godzi - der dreiköpfige Ghidorah taucht in sieben Werken rund um unseren Freund auf. Einige der ärgsten, teils epischen Schlachten liefen unter der Beteilgung des auf diverse Arten entstandenen drachenähnlichen Monsters. Mal ist er ein Wesen aus dem All, dann wieder eine mythische Gottheit, ein anderes mal ein Produkt genetisch veränderter Haustiere ... der Kreativität waren hier keine Grenzen gesetzt. Auch in der "Mothra-Trilogy" spielte unser riesiger fliegender Freund eine gewichtige Rolle.

MechaGodzilla

?????, Mekagojira
Ah, schon wieder ein King Kong - zumindest in den deutschen Fassungen von King Kong gegen Godzilla und Die Brut des Teufels: Konga, Godzilla, King Kong. Die roboterartige Kopie von Godzilla kam in den ersten Filmen aus dem All, später in Godzilla gegen MechaGodzilla II, Godzilla against MechaGodzilla und auch Godzilla: Tokyo SOS wurde MechaGodzilla von Menschenhand erschaffen und hilft im Kampf gegen unseren großen Freund.

Mothras Auftriit im Godzilla-Universum

Familienfreundliches Monster: Mothra

??? Mosura
So albern wie es klingt, aber Mothra ist eine Motte. Gut, eine riesige, bunte Motte - aber eine Motte. Das wohl populärste (und auch am wenigsten gewalttätige, fast schon familienfreundliche) Monster der Godzilla-Reihe debütierte in seinem eigenen Film Mothra bedroht die Welt bevor sie in zig Godzillas auftrat. 2001 begann eine eigenständige dreiteilige Fantasysaga um das seltsame Vieh von "Infant Island", das meist von leicht nervigen, zu oft singenden Feen-Zwillingen gerufen wird.

Jet Jaguar

???????, Jetto Jag?
King Kong (jaja, so meinte man beim deutschen Verleih den guten Jet Jaguar nennen zu müssen) ist ein silber-blau-rot-gelber Roboter, der so groß werden konnte, das er es zusammen mit Godzilla gegen Megalon und Gigan (in King Kong - Dämonen aus dem Weltall | ???????, Gojira tai Megaro) aufnehmen konnte. Hierzulande und auch im US-Markt war Jet Jaguar nicht sonderlich beliebt, bei den Japanern, die mit den diversen Ultraman, Inframan, Power Rangers und Co. eh auf solcherart Geschöpfe abfahren, sah das völlig anders aus. Wer es trashig mag, schaut sich das Jet Jaguar Lied an ...


King Kong

????, KIngo Kongu
Nein, wir haben uns nicht verschrieben. Es gab auch tatsächlich Monster die gegen Godzilla kämpften, die auch im Original King Kong hießen. In Wahrheit war es sogar ein dem amerikanischen King Kong sehr ähnliches Wesen. Der zwar hier deutlich größere Affe trat bereits im dritten Godzilla Film Die Rückkehr des King Kong auf, sicherlich auch um Fans aus beiden Filmuniversen ins Kino zu locken. Der durch Strom stärker werdende Riesenaffe kam auch ein zweites Mal zum Zuge in King Kong - Frankensteins Sohn. Und damit (Frankenstein) wäre dann das dritte Franchise irgendwie in den deutschen Verleihtitel gerutscht.

Chronologische Auflistung der Godzilla-Filme (Fortsetzung)


Das soll erstmal reichen um einen Einblick in die "Godzilla-Gegnerschaft" zu bekommen, jetzt widmen wir uns chronologisch den weiteren Filmen der 28teiligen japanischen Monsterfilmreihe. Begonnen hatten wir das letzte Mal mit dem Ur-Godzilla, nun setzen wir die Showa-Staffel fort.

Godzilla kehrt zurück

Originaltitel: ??????, Gojira no Gyakushu
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Motoyoshi Oda
Cast: Hiroshi Koizumi, Setsuko Wakayama, Minoru Chiaki
Produktionsland/-jahr: Japan, 1955
 
Auch zu diesem Original gabs eine arg veränderte US-Version - hier nannte man gar die Hauptfigur um in Gigantus, warum auch immer. Zum Inhalt: Auf einer Insel werden riesige kämpfende Monster entdeckt, eine davon wird als Godzilla identifiziert. Trotz diverser flammender Lockmaßnahmen taucht dieser kurze Zeit später in Osaka auf, das andere Monster - Anguirus - folgt ihm. Eine epischer Kampf Monster gegen Monster, Monster gegen Militär entbrennt.
In Wahrheit ist das ein weniger gelungener Teil der Saga, aber historisch betrachtet ein ganz wichtiger. Ein Fan lässt ihn sich sowieso nicht entgehen, der geneigte Neuling kann aber auch bedenkenlos zusehen.

Die Rückkehr des King Kong

Originaltitel: ??????????, Kingu Kongu tai Gojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Tadao Takashima, Kenji Sahara, Y? Fujiki
Produktionsland/-jahr: Japan, 1962
 
Man mag es kaum glauben, aber hier tritt wirklich ein "King Kong" gegen Godzi an - und das sogar mit legitim erworbenen Rechten - sprich offizieller Erlaubnis der damaligen Rechteinhabers am King Kong-Stoff. Funf Jahre dauerte es bis mit dem auch unter dem Titel Schlachtfest der Giganten bekannten Werk der dritte Film aus der Godzilla-Reihe, diesmal wieder von Ishir? Honda, gedreht wurde. Und verdanken tun wir das zwei Amerikanern. Der eine, Willis O’Brien hatte die Idee (wobei ihm damals nicht Godzilla als Gegner für King Kong vorschwebte) und der andere, John Beck, der die Idee hinter dem Rücken des ersten an das finanziell angeschlagene T?h?-Studio abtrat.
Heraus kam ein großartiger Kaiju Eiga mit einem wirklich schlechten Affenkostüm der aber die Godzilla-Welle erst so richtig ins Rollen brachte. Ausserdem sehen wir unseren stadtzertrampelnden Freund hier das erste Mal in Farbe.


Godzilla und die Urweltraupen

Originaltitel: ???????, Mosura tai Gojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Akira Takarada, Yuriko Hoshi, Hiroshi Koizumi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1964
 
1961 produzierte Ishirô Honda mit Mothra bedroht die Welt einen Kaiju Eiga ausserhalb der Godzilla-Reihe. Das Monster entwickelte eine große Popularität - was darin mündete das drei Jahre später Mothra gegen Godzilla in Godzilla und die Urweltraupen gegeneinander antraten. Hier kriegt zwar Mothra so richig auf die Schelle, wird aber gerächt durch ihre noch raupenhaften Nachkömmlige. Unfassbarer, fast schon poetischer Monstertrash. Cool. Unter Hardcore-Fans gilt er als einer der besten Vertreter der (klassischen) Godzilla-Reihe ...

Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah

Originaltitel: ????????????, San daikaij?: Chiky? saidai no kessen
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Yosuke Natsuki, Yuriko Hoshi, Hiroshi Koizumi
Produktionsland/-jahr: Japan, 1964
 
In dieser direkten Fortsetzung von Godzilla und die Urweltraupen, trifft Godzilla neben Mothra und Rodan auch das erste Mal auf Ghidorah, der auch einer der "Erzfeinde" unseres Japan-Hassers werden sollte. Ein richtiges Monsterfestival sozusagen - nicht umsonst ist dieser Film einer der beliebtesten. Eine weitere Neuerung ist, das hier Godzilla zwar nicht lammfromm ist, aber im großen und ganzen eher der Menschheit hilft, als danach trachtet sie zu vernichten. Ein Sinneswandel der für ein familienfreundlicheres Image sorgte ... garnicht ungeschickt. Wie der deutsche Verleih auf das "Frankenstein" im Titel kam? Nun, Frankenstein war halt gerade populär, also rein damit in den Titel. So einfach war das.

Befehl aus dem Dunkel

Originaltitel: ?????, Kaij? daisens?
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishir? Honda
Cast: Akira Takarada, Nick Adams, Jun Tazaki
Produktionsland/-jahr: Japan, 1965
 
Befehl aus dem Dunkel ist sicherlich inspiriert worden durch Ishir? Honda Erfolg mit dem Film Weltraumbestien. Wie in diesem SF-Monsterfilm spielen Ausserirdische, hier vom kreativ benannten Planeten X, eine tragende Rolle. Diese holen zuerst Godzi und Rodan zu Hilfe um Ghidorah auf dem eigenen Planet zu bekämpfen, werden aber später die eigentlichen Aggressoren. Wirre Story wie man sie wohl nur in Japan ersinnen konnte - großartige Schmuh. Leider aber auch (vorerst zumindest) das Ende der goldenen Ära Ishir? Honda. Der zog sich von der Serie zurück und überlies Jun Fukuda das Ruder.


Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer

Originaltitel: ??????????????????, Gojira, Ebira, Mosura: Nankai no Daikett?
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Jun Fukuda
Cast: Akira Takarada, Kumi Mizuno, Chotaro Togin
Produktionsland/-jahr: Japan, 1966
 
Juchu, wieder ein Frankenstein-Film ... ohne Frankenstein. Auch hier dachte sich der Verleih: was einmal funktioniert, das klappt auch beim zweiten mal. Na denn. Hier wird übrigens mal nicht in japanischen Großstädten geprügelt, hier kommt man sich monstermäßig zur See und auf Inseln näher. Riesenkrabbe Ebirah und Mothra spielen hier eine Rolle, auf menschlicher Seite stehen ein paar Freunde die einen Verschollenen suchen und die Ganoven-Organisation „Roter Bambus“. Der Film schließt übrigens null an einen der Vorgänger an, fast schon ein Reboot der Serie. Sicherlich ein förderlicher Schritt für die Langlebigkeit der Godzilla-Reihe.

Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn

Originaltitel: ?????? ??????, Kaij?t? no kessen: Gojira no musuko
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Jun Fukuda
Cast: Akira Kubo, Tadao Takashima, Akihiko Hirata
Produktionsland/-jahr: Japan, 1967
 
Disney meets T?h?. Ja, denn hier wirkt das erste mal Godzillas ach so niedlicher Sohnemann mit. Minilla, so heißt der Mini-Stampfer lebt auf der Insel "Sollgell Island", auf der auch die gesamte Handlung des Streifens spielt - kostengünstige Idee by the way. Der achte echte Godzilla ist ganz klar kein "Horror-Film" mehr, denn der fast schon extrem albern wirkende Godzilla macht einen auf liebevollen Familienvater. Auch das "Kostüm" mit dem Onkel G. dargestellt wird, ist fast schon grotesk verändert. Hier kann man eigentich das erste Mal von "echtem Trash" reden. Wer aber mit sowas umgehen kann, findet auch in dieser Version seinen Spaß. Wir können.

Hier verlassen wir für kurze Zeit unseren großen japanischen Monsterhelden. Im dritten Teil wollen wir weitere Monster und die restlichen Teile der Showa-Staffel vorstellen.



Godzilla on your screen, Teil 1
Godzilla on your screen, Teil 3
Godzilla on your screen, Teil 4
Godzilla on your screen, Teil 5


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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