Godzilla on your screen
Artikel vom 17.03.2012 | Themen

Godzilla on your screen, Teil 1



Wie alles begann


Godzilla Facts
Größe: schwankt von 50 - 100 Metern
Waffe: Blauer aber auch mal roter Nuklear-Strahl aus dem Maul, ein langer zerstörerischer Schwanz und der Drang alles mögliche zu zertrampeln.
Panzerung: von herkömmlichen Waffen undurchdringbar
Aussehen: Dinosaurierähnlich mit Gorilla- und Wal-Einflüssen.
Ursprung: Eigentlich Kreatur aus der Jurazeit, welches von atomaren Tests im Pazifischen Ozeans geweckt wurde, aber es existieren mindestens noch zwei weitere Thesen.
"Godzilla" ist Geschmacksache. Godzilla ist retro. Selbst bei den Varianten aus dem neuen Jahrtausend ist der Look und die Technik - durchaus beabsichtigt - nicht unbedingt auf Höhe der Zeit. Godzilla ist etwas, das man entweder liebt oder hasst, aber vor allem ist Godzilla eine bis dato achtundzwanzig-teilige japanische Filmreihe, ein gigantisches Filmuniversum mit diversen Ablegern (z.B. Mothra, Rodan), phantasievollen (Monster-)Gegnern und teils guten Tritttbrettfahrern wie "Gappa" oder "Gamera". Godzilla ist Begründer eines eigenen Filmgenres - dem Kaiju Eiga - was nichts anderes als "Monsterfilm" bedeutet. Godzilla ist ein Phänomen, ein Riesenerfolg und eigentlich kaum erklärbar. Das Japaner "ihr Monster" lieben, kann man ja noch nachvollziehen, warum aber halbwegs gebildete Mitteleuropäer auf das oft liebevoll "Godzi" genannte, stadtzertrümmernde Riesenvieh stehen, wollen wir neben den Höhen und Tiefen der Filmreihe hier ausführlich in fünf Teilen beleuchten.
Godzilla on your screen
Viel Stoff für Sammler und Fans

Tōhō, japanisches Filmstudio aber auch Kinobetreiber, das sich bis zum Jahr 1954 meist durch Kriegsfilme hervor tat, wurde mit der Godzilla-Reihe auch außerhalb Japans bekannt, schaffte es später aber auch mit den Filmen von Akira Kurosawa und großartigen Animes wie Chihiros Reise ins Zauberland zu weltweiter Berühmtheit. Doch zurück ins Jahr 1954: Begeistert vom Stop-Motion Knüller The Beast From 20000 Fathoms (Panik in New York) und angeregt durch den traurigen Zwischenfall um die japanische Fischkutter-Crew, die am 1. März 1954 durch einen US-Atomwaffentest radioaktiv kontaminiert wurde, schlug Produzent Tomoyuki Tanaka die filmische Verarbeitung der Ereignisse anhand eines Monsterfilms vor. Eine Idee, die im durch die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki traumatisierten Japan, einschlug wie ein Naturereignis. Aber genau das ist Godzilla ja auch irgendwie - eine Naturgewalt, ein Naturereignis, eine Naturkatastrophe. Er überfällt Japan - und dort meist Tokio - wie ein Erdbeben, ein Orkan, eine Flutwelle. Der furchteinflössende, titanenhafte Name des großartigsten Monsters aller Zeiten lautet übrigens eigentlich Gojira (ゴジラ) - ein zusammengesetztes Wort aus gorira (ゴリラ, japanisch für Gorilla) und kujira (鯨, japanisch für Wal). Ausgesprochen wird das übrigens Go-Dzi-Lla, womit auch klar ist, warum Big G. im nicht-asiatischen Raum so heißt wie er nunmal heißt.

Godzilla on your screen
Programmheft zum '54er Godzilla
Nun, nachdem, Tomoyuki Tanaka Tōhō von der Idee überzeugt hatte, wurde mit Regisseur und Drebuchartist Ishirō Honda und Trickspezialist Eiji Tsurubaya das Traumpaar für die filmische Umsetzung des Ur-Godzilla-Films gefunden. Als der für damalige Verhältnisse unglaublich teure Streifen in die Kinos kam, bildeten sich Schlangen wie man sie nie vorher gesehen hat an den japanischen Kinokassen. Die Leute waren begeistert, hingerissen, erschrocken und fasziniert zugleich. Das atomare Monster bedrohte das Inselvolk, rang es fast hinieder. Doch am Ende löste man sich von dem gewaltigen Naturereignis und bezwang es - ein symbolisch kaum zu überbietendes filmisches Werk, dazu ein unglaublicher Erfolg für die Macher. Noch heute gilt - zumindest in Japan selbst - der erste Godzilla von 1954 mindestens als zweitbester japanischer Film (nach Die Sieben Samurai von A. Kurosawa). Und auch wir halten ohne Frage den ersten Godzilla für den besten - fast schon ein episches Kunstwerk. Dramaturgie, Finessen der Regie, Schnitt und vor allem die für damalige Verhältnisse großartige Tricktechnik können auch heute noch Filmfans auf der ganzen Welt begeistern - auch wenn genau diese Spezialeffekts seit jeher die Filmgemeinde spalten. Die sogenannte "Suitmotion", also die Technik Menschen in Monsterkostüme zu stecken und durch Modelllandschaften waten zu lassen, liebt man oder man hasst sie. Man kann (und wir können) dieser Technik eine ganz eigene Ästhetik abgewinnen. Gerade die manchmal, vor allem in den späteren Werken, ab und an gar albern wirkende Inszenierung die bis hin zum Trash tendiert, weiß zu unterhalten und enthält eine oft unerklärliche aber ohne Frage vorhandene Anziehungskraft.

Nun aber wollen wir euch nach und nach alle Teile der Originalserie näherbringen - angefangen mit der sogenannten "Shōwa-Staffel", die 15 Filme umfasst. Die Bezeichnung Shōwa steht für eine Epoche in der Geschichte Japans in die auch die Ereignisse um den zweiten Weltkrieg fallen und eigentlich die Regierungszeit des Kaisers Tennō Hirohito von 1926 bis 1989 umfassen. Anfangen wollen wir mit dem König aller japanischen Monsterfilme, "dem" Godzilla.
Hinweis der für die gesamte fünfteilige Artikelreihe gilt: bei den Bewertungen sei uns verziehen, das wir Fans sind - wir können keinen Godzilla "völlig" verreissen - es sei den ein gewisser Herr R. Emmerich hat ihn verbrochen.
Auf gehts Big G.

Godzilla

Originaltitel: ゴジラ, Gojira
Genre: Kaiju Eiga, Monsterfilm
Regie: Ishirō Honda
Cast: Akira Takarada, Momoko Kōchi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura
Produktionsland/-jahr: Japan, 1954
 
Wer Interesse hat sich heutzutage das erste Mal oder seit langem wieder mit diesem fantastischen Werk zu befassen, sollte sich möglichst die Originalversion ansehen. Dazu empfehlen wir die Godzilla 50th Anniversary T-Digi-Pak Edition, die neben dem (bisher) letzten Godzilla-Teil Godzilla - Final Wars sowohl die deutsche Kinoversion und die total verunstaltete (aber historisch durchaus interessante) amerikanische Version des 1954er Godzilla als auch die japanische Langversion beinhaltet. Ein absolutes Fest für Filmfans und - historiker. Das gerade in der zerstückelten, zerschnittenenen und durch nachgedrehte Szenen (mit westlichen Schauspielern) verunstalteten US-Version deutlich weniger von irgendwelchen Atombomben und Gefahren die Rede ist, wollen wir am Rande erwähnt wissen.

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Cover der klassischen deutschen Ausgabe des '54er Godzilla
Doch nun kurz zum Inhalt des Meisterwerks:
Schiffe kentern und brennen vor der Insel Odo, keiner der wenigen Überlebenden weiß warum. Die Inselbewohner warnen vor einem rätsehaften Monster das sie Godzilla nennen. Und schon tauchte er auf, Big G. Das dem Meer entstiegene Megamonster verwüstet die Insel. Professor Yamane untersucht die Spuren und findet die Erklärung: das Monster ist von (amerikanischen) Atombombenversuchen aufgeschreckt worden und läuft Amok. Die Marine hat natürlich nichts besseres zu tun, als den Meeresabschnitt, in dem Godzilla lebt, zu bombardieren. Natürlich erfolglos. Unser riesiger Freund wird natürlich erst recht wütend und macht sich auf den Weg nach Tokio - selbst aufwendigster Militärbeschuss kann ihn nicht aufhalten. Nur eine Waffe kann helfen: der Oxygen-Zerstörer von Erfinder Dr. Serizawa, der den Sauerstoff in seiner unmittelbaren Umgebung zersetzt und somit alles Leben erlischen lässt. Doch der Gefährlichkeit seiner Waffe in den falschen Händen bewusst, weigert sich der Erfinder zunächst dem Einsatz seiner Schöpfung zuzustimmen. Erst die Bilder des zerstörten Tokios stimmen ihn um und so sind Godzillas Tage (vorerst) gezählt.

Godzilla on your screen, Teil 2
Godzilla on your screen, Teil 3
Godzilla on your screen, Teil 4
Godzilla on your screen, Teil 5


© Text: onyourscreen.de / AS

 

Kommentare



Kommentar von moviejacko | 06.04.2012, 00:31

Freu mich schon auf den Rest der Hommage ...
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