Genug gesagt
Artikel vom 10.12.2013 | Echtes Kino

Genug gesagt



Anspruchsvoll romantisch


Dreiecksbeziehungen sind nicht gerade selten Grundthema für eine romantische Komödie. So auch im vorliegenden Film, wo sich zwei eher ungewöhnliche Frauen um einen eigentlich garnicht so attraktiven Mann herummanövrieren - meist ist das ja eher andersherum gelagert. Der mit Serienkultstars besetzte Genug gesagt läuft ab dem 19.Dezember 2013 in den deutschen Kinos.

Genug gesagt
Plakat: Genug gesagt

Filmkurzbeschreibung


Eva (Julia Louis-Dreyfus, Seinfeld) ist geschieden und alleinerziehende Mutter einer Tochter, deren Weggang ans College bevorsteht, was Eva zu schaffen macht. Wenigstens ihre Arbeit als Masseurin lenkt sie ab, bis sie den lustigen und sympathischen Albert (James Gandolfini, Sopranos) kennenlernt, der ebenfalls allein lebt und ihr wie ein Gleichgesinnter erscheint. Zwischen beiden beginnt eine wunderbare Romanze. Parallel freundet sich Eva mit Marianne (Catherine Keener), einer ihrer neuen Klientinnen, an, die eine begnadete Dichterin ist, aber etwas zu viel über ihren Ex-Mann herzieht. Als Eva die Wahrheit über Mariannes Ex erfährt, beginnt sie ihre Beziehung zu Albert, die anfangs so perfekt schien, anzuzweifeln .

Das meint onyourscreen.de zum Film


"Hör auf dein Herz, nicht auf das was andere sagen" - das ist wohl das, was einem die herrlich leichte Romanze Genug gesagt mit auf den Heimweg geben möchte. Auch wenn die Story dem üblichen Schema "verlieben, verkrachen, versöhnen" folgt, hat man nie das Gefühl etwas schematischem beizuwohnen. Im Gegenteil: Seinfeld-Heldin Julia Luis-Dreyfus als alleinerziehende Mutter Eva und der viel zu früh verstorbene Sopranos-Star James Gandolfini als Albert, kabbeln sich witzig und wortgewandt durch die 94 Minuten des Films von Regisseurin Nicole Holofcener. Der Best-Ager-Beitrag zeigt wie vorsichtig, ja fast scheu, zwei beziehungstechnisch gescheiterte Existenzen sich nähern und wie schnell die Meinung anderer sie wieder auseinander bringen kann.
Dazu garnieren die Macher noch ein paar Nebenkriegsschauplätze: Da haben wir die Töchter des frischen Paares, die beide flügge werden, aber trotzdem noch Kinder sind. Oder Evas Freundin, die zwanghaft Möbel umstellende Psychaterin, die sich meist wegen der schnippischen, mexikanischen Haushaltshilfe echauffiert. Nicht zu vergessen Evas Massage-Klientel und selbstverständlich Alberts Ex-Frau und Evas-Neufreundin Marianne. Das schützt Genug gesagt nicht davor zwischendrin mal ganz kurz langatmig zu werden, aber diese Mini-Verschnaufpause sei den Machern des ansonsten bestens unterhaltenden Film gestattet.

Trailer: Genug gesagt

Onyourscreen.de-Fazit zu GENUG GESAGT


Auch wenn Julia Luis-Dreyfus ganz leicht überspielte Mimik oftmals an ihren Seinfeld-Charakter "Elaine Benes" erinnert, gelingt es ihr und James Gandolfini wunderbar, die witzigen Dialoge und Situationen irgendwie natürlich und nicht aufgesetzt wirken zu lassen. Die symphatischen Hauptcharaktere sind schnell greifbar und nehmen ruck-zuck ihr Publikum für sich ein. Genug gesagt überzeugt - trotz minimalem Durchhänger nach zweidrittel des Films - und auch wenn uns hier ein positives Ende erwartet, verfällt die charmante Rom-Com nicht in hollywoodesque Glückseligkeit, entlässt den Zuschauer mit einem zwar nachdenklichen, aber warmen und zufriedenem Gefühl. Unser Tipp: Gerade als anspuchsvolles Paar darf man sich diesen intelligenten Film ansehen und getrost gemeinsam lachen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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