Fukushima
Artikel vom 10.03.2021 | Heimkino->Blu-Ray

Fukushima



Die Welt am Abgrund


Fukushima
Blu-ray-Cover: Fukushima
Katastrophenfilme, zum Glück meist über fiktive Ereignisse, faszinieren Filmemacher und -publikum seit Jahrzehnten. Das kann nicht nur Hollywood, das kann seit jeher auch der asiatische Film. Zuletzt durften wir in Ashfall (OYS-Review) aus Süd-Korea den geopolitischen Auswirkungen eines Vulkanausbruchs beiwohnen, den chinesische Aftershock schockte uns 2010 mit den katastrophalen Auswirkungen eines Erdbebens ... und nun arbeitet man mit Fukushima das reale Erdbeben von 2011 und vor allem die daraus resultierende nukleare Katastrophe auf.

Filmkurzbeschreibung


Am 11. März 2011 um 14:46 Uhr Ortszeit wird Japan vom schlimmsten Erdbeben in der Geschichte des Landes erschüttert. Das Beben löst einen verheerenden Tsunami aus, der das Kernkraftwerk von Fukushima unter einer gigantischen Flutwelle begräbt. Die Naturkatastrophe verursacht einen gefährlichen Stromausfall in der gesamten Anlage – Explosionen, Brände und irreparable Schäden an vier Reaktorblöcken führen zu Kernschmelzen und massiver Freisetzung radioaktiver Stoffe. Schichtleiter Izaki und Werkschef Yoshida stehen vor einer schweren Entscheidung: Sollen sie und ihre Arbeiter vor der gefährlichen Strahlung fliehen oder ihr Leben aufs Spiel setzen, um den Super-GAU zu verhindern ...

Fukushima
Der Tsunami trifft das Kraftwerk

Die reale Katastrophe, das seit Tschernobyl nicht mehr Unvorstellbare, das Desaster von Fukushima - tatsächlich hat man das schon einmal aufgearbeitet, allerdings in einem sehr fantastischen Umfeld, nämlich in Shin Godzilla, den Toho 2016 als 29. Teil der Original-Godzilla-Reihe (und wenn man die US-Versionen mitzählen mag, der 31. Teil) in die Kinos brachte. Das klingt im ersten Moment möglicherweise komisch, aber Shin Godzilla bezieht sich eindeutig auf die verheerende Katastrophe in Fukushima, verklausuliert die Ereignisse (Erdeben, Tsunami, Kernschmelze) halt nur in diversen Erscheinungsformen des namensgebenden Monstrums. Shin Godzilla nimmt sich dabei vor allem den (über-) bürokratischen Apparat Japans, das Militär und die teils eklatante Unfähigkeit der Gesellschaft vor, was Fukushima übrigens auch gut getan hätte. Stattdessen konzentriert sich der ab dem 11. März 2021 als DVD und Blu-ray erscheinende Katastrophenfilm auf die Aufopferungsfähigkeit Einzelner. So setzt man mit dem vorliegenden Film sicher auch den sogenannten "Fukushima 50" - also den Männern und Frauen die vor Ort blieben und die noch größtmögliche Katastrophe verhinderten - ein Denkmal. Ein Denkmal übrigens, das mit großartigen Stars wie zB. dem auch hierzulande bekannte Darsteller Ken Watanabe, der interessanterweise auch bereits in zwei amerikanischen Godzilla-Varianten zu sehen war.

Fukushima
Auch hierzulande bekannt: Ken Watanabe

Fazit


Ein mitreißender, sehenswerter und erschreckender Film, durchaus imposant in Szene gesetzt, der die große Wahrheit aber eher verschweigt. Denn spätestens das Ende wirkt versöhnlich und suggeriert heile, intakte Welt - das Japan aber wohl noch Jahrzehnte an dem Unglück zu knabbern hat, wird dann eher unter seltsamen Plattitüden verbuddelt. Im Gegenteil: Kernaussagen gegen Filmschluss werden von der Realität bereits jetzt ad absurdum geführt, denn nahe der Unglücksstätte ist bereits ein neues Atomkraftwerk geplant. Das Versagen von Entscheidern des Konzerns und sicherlich auch der japanischen Regierung wird eher am Rande eingestreut, stattdessen konzentriert sich Fukushima auf die standhaften Helden direkt am Geschehen. Das ist durchaus in Ordnung so, und sicherlich auch spannend, hinterlässt aber insgesamt einen leicht seltsamen Nachgeschmack.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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