Frankensteins Ungeheuer © Anolis Entertainment
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Artikel vom 01.06.2015 | Heimkino->Blu-Ray

Frankensteins Ungeheuer



Hammers dritter Frankenstein


Frankenstein, besser gesagt dessen unheilige Kreatur, war eines der ikonischen Universal Monsters, der berühmten Horrorfilm-Reihe der "Universal Studios" (1920er - 1950er Jahre, auch Dracula, Der Wolfsmensch, Der Unsichtbare usw.). Doch auch die englische Filmfirma "Hammer" versuchte sich gerne und häufig am klassischen Mary Shelley-Thema. Erstaunlich, dass in der bisher sieben Teile umfassenden "Hammer Blu-ray Edition" von Anolis das grobschlächtige Monstrum fehlte, doch mit Frankensteins Ungeheuer aus dem Jahre 1964 wurde diese Lücke nun geschlossen.

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Hypnotiseur Zoltán, Assistent Hans, Baron Frankenstein und die Kreatur

Mediafacts
Frankensteins Ungeheuer © Anolis Entertainment
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Cover: Frankensteins Ungeheuer
Titel: Frankensteins Ungeheuer
Originaltitel: The Evil of Frankenstein
getestete Version: Blu-ray, Softbox
Cast: Peter Cushing, Sandor Elès, Katy Wild, Peter Woodthorpe, Kiwi Kingston
Regie: Freddie Francis
Vertrieb: Anolis Entertainment
Produktionsland: England
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 1964
Spieldauer: 86 Minuten
Ton: Deutsch DTS HD-MA 2.0 Mono / Englisch DTS HD-MA 2.0 Stereo
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Der ehrgeizige Wissenschaftler Baron Victor Frankenstein muss, zusammen mit seinem ihm treu ergebenen Assistenten Hans, vor den aufgebrachten Dorfbewohnern fliehen. Die haben sein Labor zerstört und wollen ihn wegen seinen zweifelhaften Versuchen an nicht ganz legal beschafften Leichen dingfest machen. Es zieht ihn zu seinem Schloss nach Karlstaad, wo er allerdings aus ganz ähnlichen Gründen eine "Persona non grata" ist. Durch einen Zufall findet er hier im Eis eines Gletschers aber die eingefrorene Ursache für seine damalige Vertreibung: das aus Leichenteilen zusammengesetze Ungeheuer, welches er einstmals mittels Stromstößen zum Leben erweckte. Er bittet Zoltán, einen fähigen aber auch durchtrieben Hypnotiseur ihm bei der Reanimierung des Monster-Gehirns zu helfen, was auch tatsächlich gelingt. Doch Zoltán hat seine eigenen, weniger wissenschaftlichen Pläne mit dem wiedererwachten Ungeheuer ...

Das meint onyourscreen.de zum Film


Frankensteins Ungeheuer - oder wie er im Original heißt The Evil of Frankenstein - ist nicht wirklich die beste Frankenstein-Verfilmungen aus dem Hause Hammer - aber dafür visuell eine der interessanteren. Wurden in den beiden Hammer-Frankensteins zuvor optische Verweise zum Universal-Monstrum tunlichst vermieden, durfte man in diesem - dank der Zusammenarbeit mit Universal Pictures - auf die typischen Ikonographien zurückgreifen. So erinnert nicht nur das grandiose Labor des Wissenschaftlers an den Universal-Vertreter, sondern vor allem das Monster als solches. Der ähnlich eckige Kopf, die tiefen dunklen Augenhöhlen, der schwerfällige Gang und weitere Kleinigkeiten schaffen eine zwar leicht trashige, aber gut erkennbare Verwandschaft zur damals von Boris Karloff verkörperten Universal-Ur-Kreatur. In der hier verwendeten Kostüm- / Maskenkombination steckte im übrigen Kiwi Kingston, ein schauspiel-unerfahrener neuseeländischer Wrestler, der im Mysterie-Thriller Hysteria von 1965 seine zweite und letzte Filmrolle ausfüllen durfte. Sicherlich ist es nicht allzu einfach viel Ausdruck und Kraft hinter soviel Maskerade hervorblitzen zu lassen, doch im Gegensatz zum schon erwähnten Karloff, hölzerte Kingston hier leicht di­let­tan­tisch durch die schicken Sets und Szenerien.

Frankensteins Ungeheuer © Anolis Entertainment
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Die Ähnlichkeit zur Universal-Version von Frankensteins Monster sind nicht zu übersehen

Doch wer braucht eine schauspielernde Kreatur, wenn er einen Peter Cushing an Bord hat? Der verkörpert hier erneut - nach Frankensteins Fluch (OT: The Curse of Frankenstein, 1957) und Frankensteins Rache (OT: The Revenge of Frankenstein, 1958) - den von seiner Idee, nämlich Toten wieder Leben einzuhauchen, geradezu manisch angetriebenen Baron Victor Frankenstein auf unnachahmliche Weise. Damit trägt er weite Teile des storytechnisch nicht immer geglückten Monstermovies. Der teils in seltsamen Rückblenden erzählte Film, stolpert doch das eine oder andere Mal über sein merkwürdiges Drehbuch und erlaubt sich hier und da deutliche Längen. Da das allerdings alles überaus ansehnlich verpackt daherkommt, darf man ihm das heutzutage, aus so völlig anderer Sicht als jene der damaligen Kinobesucher, gerne verzeihen. Mit Abstand von mehr als 50 Jahren liebt man neben der eindrucksvollen Dramatik und theatralischen Vehemenz der Darsteller vor allem die großartigen Kulissen - auf das detailierte und einfallsreiche Labor des Barons muss man einfach deutlich hinweisen. Die Sets und Bauten mit ihrer physischen Plastizität und ihrer Mehrdimensionalität vermisst man in vielen modernen Filmen heutzutage einfach.

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Peter Cushing als Baron Frankenstein wie immer charismatisch und mit vollem Einsatz

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Die Anolis Softbox-Variante von Frankensteins Ungeheuer unterscheidet sich wie gewohnt vom Anolis Mediabook des gleichen Titels nur in der weniger wertigen optischen Aufmachung, den fehlenden textuell aufbereiteten Infos (28 Seiten), in der Non-Limitierung und natürlich im geringeren Preis. Das nahezu perfekte Bild und der ebenso gute Ton sind dabei die gleichen wie in den Sammlerausgaben mit den unterschiedlichen Covermotiven. Apropos Cover - bei der Softbox wurde selbstverständlich auch an die Ästheten unter den Filmliebhabern gedacht und ein Wendecover ohne FSK-Gedöns produziert. Die Extras sind Anolis-typisch üppig und sehen wie folgt aus: ein wiederum aus- und abschweifender, immer informativer Audiokommentar der deutschen Fantasy- und Horrorfilm-Koryphäe Dr. Rolf Giesen - dieses Mal mit Gastkommentator Volker Kronz, das umfangreiche Making Of "The Evil of Frankenstein", Uwe Sommerlad im Gespräch mit Caron Gardner, Caron Gardner über ihre Karriere, US Trailer, zusätzliche Szenen der amerikanischen TV-Fassung (16 min.), Deutscher Werberatschlag, US Werberatschlag, Filmprogramm und Bildergalerien.

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Die schicken Mediabooks (in zwei Varianten) und rechts die Softbox

Das Onyourscreen.de-Fazit zu FRANKENSTEINS UNGEHEUER


Sicher, man muss schon so herrlich altmodischen Gruselkram mögen, um Spaß an Hammer's Frankensteins Ungeheuer zu haben. Doch die großartige Optik, der unglaubliche Charme, der fiese Hypnotiseur, die stumme Schönheit, das gruselig-tolpatschige Monster und vor allem ein gut aufgelegter Peter Cushing machen es einem leicht, das vom Ersatz-Regisseur Freddie Francis manchmal etwas hinkend verfilmte Creaturemovie wert zu schätzen. Publisher "Anolis" macht einem den Streifen mit der wirklich prima Veröffentlichung zusätzlich schmackhaft, die seit dem 29.05.2015 im gut sortierten Fachhandel zu finden sein sollte.

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© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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