Frankensteins Höllenbrut © Anolis Entertainment
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Artikel vom 26.01.2016 | Heimkino->DVD

Frankensteins Höllenbrut



Zwölfter Godzilla, zwölfter Kaiju Classics


Chiky? kogeki meirei: Gojira tai Gaigan (übersetzt: Erd-Angriffs-Mission: Godzilla gegen Gigan) - der zwölfte Godzilla-Film stammt aus dem Jahr 1972. In Deutschland brachte man das letzte Mal den verwirrenden Frankenstein mit in den Titel, der dort mal wieder nichts verloren hatte: Frankensteins Höllenbrut. Der spätere TV-Titel Godzilla und die Riesenkäfer ist da schon um einiges treffender. Ob dabei mit "Riesenkäfer" die diversen Monster gemeint waren oder die ausserirdischen Bösewichte - deren wahre, kakerlakenartige Gestalt sich geschickt hinter menschlichen Fassaden versteckte - bleibt fraglich ... Unzweifelhaft freuen darf sich der geneigte Fan darüber, das Anolis Frankensteins Höllenbrut in ihre hochwertige und zu Recht beliebte Kaiju Classics Reihe aufgenommen hat ...

Frankensteins Höllenbrut © Anolis Entertainment
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Neuer Godzillagegner: Gigan, ein sehr technisch wirkendes Monstrum

Mediafacts
Frankensteins Höllenbrut © Anolis Entertainment
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Frankensteins Höllenbrut
Titel: Frankensteins Höllenbrut
Alternativ: Godzilla und die Riesenkäfer
Originaltitel: Chiky? kogeki meirei: Gojira tai Gaigan
US-Titel: Godzilla on Monster Island / Godzilla vs. Gigan
getestete Version: Limited Edition 2-Disk-DVD der Kaiju Classics Reihe von Anolis
Cast: Hiroshi Ishikawa, Yuriko Hishimi, Minoru Takashima, Tomoko Umeda, Toshiaki Nishizawa, Zan Fujita, Kunio Murai
Regie: Jun Fukuda
Produktionsland: Japan
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
DVD-Release: 2016
Produktionsjahr: 1972
Spieldauer: 85 Minuten (Original)
Sprache: Deutsch (DD 2.0, mono), Japanisch (DD 2.0, mono)
Regioncode: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Willkommen im Welt-Kinder-Land, hier werden (Alb-) Träume wahr ... In dem noch nicht fertiggestellten Freizeitpark erhofft sich der Mangazeichner Gengo Kotaka (Hiroshi Ishikawa) eine Anstellung. Auch wenn ihm das Vorstellungsgespräch etwas seltsam erscheint, bekommt er den Job. Allerdings ist das ganze Unternehmen dummerweise nur eine Tarnung ausserirdischer Invasoren des Planeten Nebula Space Hunter M, die mit Hilfe der Riesenmonster King Ghidorah und Gigan die Welt erobern wollen. Doch da haben die Welteneroberer die Rechnung ohne Gengo, dessen Freunde und vor allem Godzilla und Angilas gemacht, denn die kommen der Menschheit zu Hilfe.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Jun Fukuda durfte bereits zweimal das Zepter bei einem Godzilla-Streifen schwingen, nämlich beim siebten (Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer [1966]) und achten Teil (Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn [1967]) der Reihe, bevor Altmeister Ishir? Honda für zwei weitere Teile des Franchises (Frankenstein und die Monster aus dem All [1968]; Godzilla - Attack All Monsters [1969]) wieder die Regie übernahm. 1971 ging dann Yoshimitsu Banno das erste (und letze) Mal als Godzilla-Regisseur ins Rennen und lieferte mit Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster einen höchst innovativen und engagierten Beitrag ab, der T?h?-Chef Tomoyuki Tanaka allerdings so gar nicht gefallen wollte. Und so durfte 1972 - bei weiter schwindendem Budget - wiederum Jun Fukuda ran. Wobei man das geringere Investitionsvolumen als Normal-Seher nicht so unbedingt regsitriert, denn wer weiß schon aus welchen Godzillafilmen einige der Monsterfight-, Skyscraperdemolitions- oder Militäraufmarschszenen stammen. Der Hardcore-Kaiju-Fan erkennt sogar die Streifen aus denen die Szenen stammen, selbst wenn es - wie im Fall von Frankenstein - Zweikampf der Giganten - gar kein Godzilla-Film ist ...

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King Ghidorah wirkt in vielen Szenen doch ein wenig "runtergekommen" ... hats ja auch nicht leicht, verliert am Ende ja immer gegen unseren grün-grauen Riesen

Davon mal angesehen sind auch großartige und neue Szenerien dabei, wie beispielsweise die Hafenanlagen-Zerstörungsorgie von Gigan und King Ghidorah. Der Hauptkampf der vier Kontrahenten schließlich, sprich das doch arg an ein Tag-Team-Wrestling-Match erinnernde Finale von Gigan und Ghidorah gegen Godzilla und Angilas, ist größtenteils eine Neuschöpfung der t?h?'schen Trickabteilung. Weniger neu sind die meisten Suits der Kaijus: während Gigans (unserer Meinung nach großartiges) Design eine komplette Neuentwicklung ist, sieht man vor allem King Ghidorah und Godzilla ihre diversen Auftritte in vorhergehenden Filmen tatsächlich an. Die eher notdürftig renovierten Kostüme erkennt man in diversen Einstellungen recht gut. Aber als echter Fan erfreut man sich ja eher an diesen Details, als das man sich an ihnen stört ...

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Mangazeichner, Hippie und Karatemaus - biedert man sich hier etwa einem jugendlichen Publikum an? Ach was :-)

Ein Manga-Zeichner, ein Hippie und ein hübsches "Karatemäuschen" als Heldentrupp sowie ein recht simpler, aber flotter Plot zeugen davon, dass man in Frankensteins Höllenbrut ein anderes, jugendlicheres Publikum erreichen wollte. Und auch wenn in diesem T?h?-Machwerk die Umweltzerstörung am Rande angeprangert wird, ist der zwölfte Godzilla-Film deutlich weniger ver"botschaftet" als sein Vorgänger Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster, in dem die Umweltzerstörung unserer Erde voll im Focus stand.

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Deutsches Kinoplakat

Das meint onyourscreen.de zur DVD


Endlich, endlich dürfen wir auch Frankensteins Höllenbrut in Anolis-typischer Qualität und Ausstattung unserer Kaiju-Sammlung hinzufügen. Bunt, schick und weitestgehend top restauriert (uns kamen ein paar wenige Stellen recht flauschig, matschig vor ...) erleben wir auf Disk 1 die japanische Langfassung, die sich von der deutschen Kinoversion deutlich unterscheidet. Nicht nur das eine längere, warum auch immer im deutschen herausgekürzte Szene, hier (untertitelt) vorliegt, auch die "Sprechblasenunterhaltung" zwischen Godzilla und Angilas sorgt für heitere Momente. Neben dem O-Ton und der deutschen Synchrofassung darf man sich auch gleich zwei Audiokommentare zu dieser Fassung gönnen. Der erste mit den gewohnt informativen und unterhaltsamen Kennern Bodo Traber und Jörg Buttgereit, die sich diesmal Alex Iffländer zur Seite geholt haben. Ob es jetzt gut oder schlecht ist, das der Gehirnzellen des Zuhörers mit Wissen über die hier erwendeten Panzer (und ihre Modelle) verstopft, muss dabei jeder selbst entscheiden :-) Audiokommentar Nummer zwei stammt von Florian Bahr, der alleine versucht uns Neues aus dem Genre und zum Film zu vermitteln. Möglicherweise würde auch hier ein Co-Kommentator helfen, das ganze ein klein wenig lockerer rüberzubringen.

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Unboxing

Disk 2 enthält die deutsche Kinoversion, auch hier darf ein Audiokommentar (von Thorsten Rosemann) nicht fehlen. Weitere Extras sind diverse Trailer, die Super 8-Fassung, Bildergalerie und Werberatschlag. Dem wiederum aussen sowie Innen großartig gestalteten Star Metal Pack liegt noch ein interessantes 20-seitiges Booklet bei, wie üblich informativ und flott lesbar verfasst von Ingo Strecker.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Frankensteins Höllenbrut<br>© Anolis Entertainment
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu FRANKENSTEINS HÖLLENBRUT


Aus heutiger Sicht zieht Frankensteins Höllenbrut sicherlich Teile seines Charmes aus seinen diversen Unzulänglichkeiten. Die leicht angeranzten Kostüme sowie die wiederverwendeten Szenen und Musikkompositionen aus diversen anderen T?h?-Kaiju Eiga zwingen den Zuseher schon mal dazu ein Auge zuzudrücken ... aber macht man das nicht gerne "unter Freunden"?
Der zwölfte Godzilla-Film ist übrigens auch der nunmehr zwölfte Eintrag in die Kaiju Classics-Reihe von Anolis, der hier mal wieder top präsentiert wird und erneut auf 1.500 Exemplare limitiert ist. Man kann nur hoffen das sich weiterhin genügend Käufer für diese vorbildlichen Veröffentlichungen finden, so daß wir uns noch über viele klassische Kaijus in dieser Edition freuen dürfen.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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