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Artikel vom 09.09.2013 | Heimkino->Blu-Ray

Frankensteins's Army



Bizarrer Horrorspaß


Schon seit dem ersten Trailer zu Frankenstein's Army waren wir gespannt auf das Endergebnis, das allerdings doch noch einige Zeit auf sich warten ließ. Als nach den ersten Filmminuten dann klar war, das es sich bei dem bizzaren Horrorstreifen um ein Found Footage-Filmwerk handelt, waren wir zuerst im Zweifel. Zu oft wurde die sogenannte Wackelkamera-Technik auschließlich aus Budgetgründen eingesetzt - die Stärken dieser cineastischen Methode wurden nur allzu selten im positiven Sinne genutzt. Konnte uns Frankenstein's Army überzeugen?

Mediafacts
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Cover: Frankenstein's Army
Titel: Frankenstein's Army
Originaltitel: Frankenstein's Army
getestete Version: Blu-ray
Cast: Karel Roden, Joshua Sasse, Robert Gwilym, Alexander Mercury
Regie:Richard Raaphorst
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Ascot Elite Home Entertainment
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 81 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD 7.1), Englisch (DTS-HD 5.1)
Regioncode: 2 FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Kurz vor Ende des 2. Weltkrieg - eine kleine Einheit russischer Soldaten treibt sich, abgeschnitten vom Funkkontakt und auf sich allein gestellt, irgendwo auf feindlichem Territorium herum. Ein seltsamer Funkruf animiert die Truppe einigen scheinbar in Not geratenen Kameraden zu Hilfe zu eilen. Die durchgegebenen Koordinaten führen in ein kleines Dorf. Ihre Kameraden finden sie hier zwar nicht, dafür Leichenteile und bizarre Skelette, halb Mensch, halb Maschine. Je weiter sie in die Gebäude vordringen, desto mehr Grauen überkommt sie. Und dann bricht es über sie herein – Dr. Frankensteins monströse Mensch-Maschinen-Machwerke! Gestalten, denen man in seinen schlimmsten Alpträumen nicht begegnen will.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Auf Richard Raaphorsts, Cineasten eher bekannt als Concept Artist diverser Movies, wurde die Horrorgemeinde 2004 aufmerksam, als er Trailer zu einem möglichen Film names "Worst Case Scenario" der Öffentlichkeit präsentierte. Hier waren Zombie-Robots aus Körperteilen und mechanischen Elementen die Hauptdarsteller. Auch wenn eine Langversion nie produziert wurde, so treffen wir doch im 2013 fertiggestellten Frankenstein's Army auf recht ähnliche Monstren. Verwesende Leichenteile, teils auf insektoiden Stelzen, ausgerüstet mit riesigem mechanischem Schneidwerkzeug, Sägen und Bohrern hören nur auf die Anordnungen von Dr. Frankenstein, seines Zeichens ein Nachfahre des berühmten Monstermachers. Die von ihm produzierten Kampfmaschinen sollen den Traum des größenwahnsinnigen Österreichers vom arischen Übermenschen verwirklichen. Dummerweise verbreiten die Monster-Jungs zwar Angst und Schrecken, sind aber auf gewisse Weise auch etwas zu grobschlächtig, was die wirre Nazi-Ideologie sehr überspitzt persifliert.

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Die ersten Leichenberge zeugen von dem was da kommen wird

Aber zurück zum Regisseur: Raaphorst setzte wie Eingangs bereits erwähnt auf die Found Footage-Technik und puzzelte aus (pseudo-) dokumentarischem Material seinen Film zusammen. Als Story lässt man den jungen Filmstudenten Dimitri die Truppe begleiten - der soll augenscheinlich einen frühen "War correspondent" mimen und für Stalin Bildmaterial sammeln. Klingt etwas dünn und konstruiert und ist das auch zu Anfang - gegen Ende stellt sich das dann alles ein wenig anders dar. Fakt ist, das das zwar digital aufgenommene und dann künstlich gealterte Material gut zusammengestellt wurde, die Kamerawinkel und Positionen trotz der Wackeltechnik hervorragend passen und uns schnell davon überzeugt haben, das die vermutlich aus Kostengründen angewandte Methode auch ihre Vorzüge hat. Gerade wenn es ab der Filmmitte in die engen Gänge der Kirchen, Gebäude und Fabriken geht, entsteht eine nahezu bizarre Egoshooter-Optik, die zumindest wir so noch nicht gesehen haben.

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Das erste nicht nur menschliche Skelett lässt bereits das Grauen erahnen

Ansonsten bietet Frankenstein's Army eine leidlich spannende Story, einiges an Horrorszenen ohne große Schockmomente und mit leider etwas unausgereiften Hauptcharaktere innerhalb des Soldatentrupps. Die etwas wirr agierenden Kameraden werden aber sowieso schnell von den obskuren Monstern an die Wand gespielt - auf denen lag anscheinend von vorneherin der Fokus der Macher. Handmade und scheinbare ohne jegliches CGI sind die diversen Zombie-Robots - neben dem herrlich überzogenen Dr. Frankenstein - die Stars des Horrormachwerks. Auch die sonstigen Special Effects sind mehr als ordentlich - verwunderlich das das eine oder andere nicht der FSK-Schnittwut zum Opfer gefallen ist.


Das meint Onyourscreen.de zur Blu-ray


Na endlich wieder mal eine halbwegs ordentlich ausgestattete Blu-ray: Schickes Slipcover um die typische blaue Amaray mit Wendecover und zusätzlich ein paar Extras: ein interessantes 30-minütiges Making-of, der Originaltrailer und die obligatorische Trailershow. Wenn man jetzt noch bspw. eine Artwork-Galerie zu den beeindruckenden Soldatenmonstern hinzugefügt hätte, hätte es wenig Anlass zur Kritik gegeben. Zum Film: Bei dem künstlich gealtertem Material ist eine HD-Version sicherlich nicht unbedingt nötig - möglicherweise wirkt der Streifen in SD sogar etwas besser. Der Ton ist ausreichend gut - hier gibts wenig zu kritisieren. Die DVD und Blu-Ray steht seit dem 9. September im Verleih und kommt am 24. September in den Verkauf.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu Frankenstein's Army


Frankenstein's Army ist natürlich kein guter Film - wie sollte er auch. Entschuldigung, hier entwickelt ein durchgeknallter Nachfahre Frankensteins Monster-Nazis mit allen möglichen und unmöglichen Extremitäten. Das ist goriger Horrorquatsch allererster Güte, der aber, wenn man sich darauf einlässt, einen Heidenspaß machen kann. Die Effekte sind gut, die Monster herrlich grotesk, die Found Footage-Technik wurde ausnahmsweise mal positiv eingesetzt - dazu findet der Film- aber auch Videospielfan noch einge interessante Details und Anspielungen. Toll das man mit einem so geringen Budget einen so unterhaltsamen Horrorfilm drehen kann. Man kann nur hoffen, das der vielversprechende Regisseur die Gelegenheit bekommt, sein ursprünglich angedachtes Werk "Worst Case Scenario" nun doch umsetzen zu können. Wir wären gespannt darauf.

Trailer zu Worst Case Szenario
Für die die es interessiert, haben wir hier noch zwei Trailer zu Raaphorst ursprünglicher Filmidee "Worst Case Scenario" gefunden.




© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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