Frankenstein - zweikampf der Giganten © Anolis Entertainment
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Artikel vom 25.11.2013 | Heimkino->DVD

Frankenstein - Zweikampf der Giganten



Der Schrecken mit dem Affengesicht ist wieder da


Endlich: "Anolis Entertainment" veröffentlicht den nächsten Streich in Ihrer "Kaiju Classics"-Reihe. Die selbst bei den Hardcore-Monsterfilmfans zurecht nahezu kritiklos gelobte DVD-Metalpak-Serie, wird ab dem 30. November um den Klassiker Frankenstein - Zweikampf der Giganten erweitert. Fans dürfen sich auf gleich vier Versionen des 60er Jahre-Prachtstücks sowie zahlreiche Goodies freuen.

Mediafacts
Frankenstein - zweikampf der Giganten © Anolis Entertainment
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Cover: Frankenstein - Zweikampf der Giganten
Titel: Frankenstein - Zweikampf der Giganten
Originaltitel: Furankenshutain no Kaiju Sanda tai Gaira
getestete Version: Limited Edition 2-Disk-DVD der Kaiju Classics Reihe von Anolis
Cast: Russ Tamblyn, Kumi Mizuno, Kenji Sahara
Regie: Ishir? Honda
Produktionsland: Japan
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
DVD-Release: 2013
Produktionsjahr: 1966
Spieldauer: 84 Minuten (Original), 75 Min. (deutsche Kinoversion), 88 Min. (US-Fassung), 32 Min. (Super 8 Piccolo), 7 Min. (Super 8 Revue)
Sprache: Deutsch (DD 2.0, mono), Japanisch (DD 2.0, mono) Regioncode: 2 Format: 1:2,35 (16:9) FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Filmkurzbeschreibung


Bis auf einen Überlebenden wird die Besatzung eines Fischerbootes von einem Riesenmonster gefressen. Der Verdacht fällt auf das humanoide, aber eigentlich friedliche, braunhaarige Monster Frankenstein, das sich vor Jahren in die Berge zurückgezogen hat. Wissenschaftler Dr. Kitei, dessen Schützling Frankenstein war, glaubt nicht daran. Recht schnell findet er heraus, das es ein weiteres, ähnliches, aber grünhaariges Monster existiert, das aus Zellen des anderen entstanden sein muss. Die Jagd auf das grüne, aggressive Ungetüm wird gestartet, doch der sanfte braunhaarige Riese beschützt seinen Artgenossen und flieht mit ihm zurück in die Berge. Als aber Frankenstein die pure Bosheit seines grünen Mitmonsters bewusst wird, stellt er ihn zum Kampf. Dieses monströse Aufeinandertreffen zieht sich durch die japanischen Landstriche bis hin nach Tokio - eine epische Schlacht beginnt.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Nachdem der 1965 von dem großartigen Ishir? Honda verfilmte Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht, in dem unser braunhaariges Monster gegen den gehörnten "Baragon" ins Feld zog, erfolgreich war, legte T?h? selbstredend nach und versorgte die Fans bereits ein Jahr später mit mehr plüschiger Kaiju-Kost: Frankenstein - Zweikampf der Giganten. Wie so oft war den damaligen deutschen Kinogängern aber nur eine geschnittene Version des ganzen zuzumuten, bei einigen Passagen wird einem durchaus bewusst warum. Doch heutzutage sind die Schrecken des 2. Weltkriegs weit weg und auch andere Teile des Originals nach modernen Maßstäben jedem Zuseher ohne Problem zeigbar. Und so sehnten sich die Liebhaber des Gerne schon länger nach einer gelungenen, ungeschnittenen Umsetzung dieses Films, was nun "Anolis" in der bekannten Monsterfilm-Reihe "Kaiju Classics" realisiert hat. Also dürfen wir uns jetzt an einer farbenfrohen, nahezu störungsfreien Monstertrashorgie erfreuen, so wie sie ehemals in den Tokioter Kinos zu sehen war. Die blutigen Szenen und Kämpfe sind komplett uncut, die wenigen Dialogstellen zu denen kein deutscher Synchrontext vorlag, sind untertitelt. Diese Methode hat sich schon bei vergangenen Veröffentlichungen der Serie als die vernünftigste herausgestellt und stört auch so gut wie garnicht beim Genuss des Films.


Wie immer hüpft dem Kaiju-Fan das Herz vor Freude, wenn er wie hier große Monster durch Modellbaulandschaften talpen, laufen, purzeln und prügeln sieht. Auch wenn im Verhältnis zu "Godzilla" und seinen Freunden hier nur von rund 25 Metern hohen Ungetümen die Rede ist, machen "Sanda" (aka "Der Braune" aka "Frankenstein") und "Gaira" (aka "Der Grüne") ganz schön Kleinholz auf ihrem Pfad der Zerstörung. Die beiden "Gargantuas" (The War of the Gargantuas, US-Titel) treffen ansonsten auf keine anderen Monster, nur am Anfang hat es der Grüne mit dem Oktopus aus dem alternativen Ende des ersten Frankenstein-Teils zu tun. Das ist aber auch nicht nötig, denn der zotige Charme, die kultige Suitmotion-Action und die liebevoll-trashige Umsetzung unterhalten den Genrefan auch so von der ersten bis zur letzten Minute.

Frankenstein - zweikampf der Giganten © Anolis Entertainment
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Aushangbilder zu Frankenstein - Zweikampf der Giganten

Kaiju Classics Reihe in der Übersicht

1. Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht
(limitiert auf 2.000 Exemplare)

2. Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn
(limitiert auf 2.000 Exemplare)

Kaiju Classics
3 der 9 Kaiju Classics
3. U 2000 - Tauchfahrt des Grauens
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

4. U 4000 - Panik unter dem Ozean
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

5. Guila Frankensteins Teufelsei
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

6. Frankenstein und die Monster aus dem All
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

7. Befehl aus dem Dunkel
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

8. Die Rückkehr des King Kong
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

9. Frankenstein - Zweikampf der Gigantenl
(limitiert auf 1.500 Exemplare)

Das meint Onyourscreen.de zur DVD


Wie bei den "Kaiju Classics" üblich erfreut uns auch Frankenstein - Zweikampf der Giganten in einem Star Metalpak mit eigens entworfenem, zur Reihe passenden Artwork. Auch hier findet der Monster-Enthusiast zwei vollgestopfte DVDs und ein von Ingo Strecker geschriebenes 20-seitiges Booklet. Die stellenweise untertitelte (ausschaltbar!) japanische Fassung kommt uncut daher und glänzt mit perfektem Bild- und Tonmaterial - nie hat man die beiden Monster besser in Form gesehen. Ganz sicher. Dazu gesellt sich auf die erste Disk noch die deutsche Kinofassung. Zu beiden Versionen darf man sich Audiokommentare gönnen: die Uncut besprechen Jörg Buttgereit und Ingojira, bei der deutschen Kinofassung darf erstmals ein Fan (Thorsten Roseman) ans Mikro. Disk Zwei beherbergt die US-Fassung mit Originalton sowie die Super-8-Fassung. Als Extras werden uns noch Trailer, Filmprogramm, Bildergalerien und Werberatschläge gegönnt. Mehr als genug Stoff für stundenlange Kaijufreuden.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu FRANKENSTEIN - ZWEIKAMPF DER GIGANTEN


Fans wissen das, aber auch dem Rest darf man es nicht vorenthalten: aufgrund der Limitierung auf 1.500 Exemplare könnte auch dieser nunmehr neunte Teil der Anolis-Monsterfilmreihe recht flott vergriffen sein, denn vier der bisherigen acht Veröffentlichungen sind, wenn überhaupt, nur noch zu überhöhten Sammlerpreisen zu ergattern. Wer also Ishir? Hondas Monstertrash zu Hause im Schrank stehen haben mag, sollte sich beeilen. Das es sich lohnt dieses Kleinod des japanischen Monsterfilms zu besitzen, brauchen wir hier nicht nochmal zu erwähnen.

Frankenstein - Zweikampf der Giganten
Unboxing: Limited Edition 2-Disk-DVD, Kaiju Classics, Anolis

Frankensteins Kampf gegen die Todesmonster
Ein gutes Beispiel
Warum eigentlich Frankenstein?

Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht initialisierte einen seltsamen Trend der 60er-Jahre Kinowelt. Nämlich den Trend "Frankenstein" mit in den Titel zu setzen, obwohl es bei den Filmen eigentlich nicht um den "Dr. Frankenstein" und auch nicht um dessen Monster ging. Den beiden T?h? -Frankensteins kan man zumindest noch ansatzweise eine Verwandschaft mit dem klassischen Mary Shelley-Stoff unterstellen, auch tragen diese in ihren Originaltiteln das "Frankenstein" (Furankenshutain tai chitei kaijû Baragon, Furankenshutain no Kaiju Sanda tai Gaira). Doch Filme wie beispielsweise Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer, Frankenstein und die Monster aus dem All, King Kong – Frankensteins Sohn, Frankensteins Monster jagen Godzillas Sohn oder auch Frankensteins Kampf der Ungeheuer haben nichts mehr mit dem literarischen Vorbild am Hut. Hier versuchten die deutschen Verleiher den Filmen bereits durch den werbewirksamen, aber eigentlich völlig falschen Titel eine gewisse Grundaufmerksamkeit zu sichern.
Tatsächlich trugen aber auch diese Filmtitel mit dazu bei, das in der deutschen Gesellschaft bis heute oft mit „Frankenstein" das Monster an sich gemeint war, und nicht, wie es korrekt wäre, der Wissenschaftler, der es erschaffen hat.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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