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Artikel vom 07.04.2013 | Infos und Gewinnspiele

Europas Regisseure nehmen Kurs auf Hollywood



Drive, Cloud Atlas und Dead Man Down


Immer mehr europäische Regisseure zieht es nach Hollywood – und dort empfängt man sie mit offenen Armen! Ein überzeugendes Drehbuch ist jedoch entscheidend, wenn es darum geht, die Europäer über den großen Teich ins Filmland der unbegrenzten Möglichkeiten zu locken. Aus den Kontinent-übergreifenden Produktionen entstehen so Filme, die mit starkem Script, versierten Hauptdarstellern und authentischer Tiefe aufwarten können. Filme mit dem gewissen Etwas, die dem Publikum und den Kritikern gleichermaßen gefallen. In der letzen Zeit konnten sich Drive, Cloud Atlas und Dead Man Down als gelungene europäisch-amerikanische Produktionen hervortun. Aber, was hat Ryan Gosling an Drive interessiert, Natalie Portman mit Cloud Atlas zu tun und den Regisseur von Stieg Larsson – Verblendung nach Hollywood bewegt?

Drive


Ein bislang wenig bekannter dänischer Regisseur sorgte 2011 mit seinem ersten Hollywoodfilm für Aufregung in den Riegen der Filmkritiker. Die Rede ist von Nicolas Winding Refn, der mit Drive hartgesottene Filmfans und abgebrühte Filmjournalisten gleichermaßen in wahre Begeisterungsstürme versetzte. Neben dem erstklassigen Drehbuch, das auf der gleichnamigen Buchvorlage von James Sallis basiert, konnten hochkarätige Schauspieler verpflichtet werden. Der Produzent Marc Platt holte zuerst Ryan Gosling ins Boot, der sofort von der Hauptfigur und der Liebesgeschichte beeindruckt war. Gosling durfte eigenhändig den Regisseur aussuchen und entschied sich für den Dänen Refn. Dieser nahm das Angebot aus Hollywood an und besetzte die weiteren Charaktere rein nach seinem Bauchgefühl, indem er Carey Mulligan und Breaking Bad-Star Bryan Cranston zu sich nach Hause einlud und kein klassisches Vorsprechen veranstaltete – wie es zum Beispiel auch Kultregisseur David Lynch zu tun pflegt. „Drive“ überzeugte mit coolen Look und der interessanten Besetzung und wird als eines der gelungensten Hollywood-Debüts der letzten Jahre gesehen.


Cloud Atlas


Es ist nicht ungewöhnlich, dass auch große Filmschauspieler am Set immer wieder lange Wartezeiten überbrücken müssen und darum in der Drehpause die Nase in ein Buch stecken. Dass aus den Literaturvorlieben der Stars aber gleich wieder neue Vorlagen für Kinofilme entstehen, ist weniger häufig. Am Set von V wie Vendetta geschah 2005 aber genau das: Natalie Portman las David Mitchells „Der Wolkenatlas“ und war sich dabei nicht bewusst, dass sie gerade das neue Herzensprojekt der Wachowski-Geschwister in den Händen hielt. Das Regisseur-Duo war vom Roman mit den vielen verwobenen Geschichten sofort angetan und kontaktierte den deutschen Regisseur Tom Tykwer, um mit ihm zusammen das neue Filmprojekt auf die Beine zu stellen. Tykwer sagte zu und die drei schrieben gemeinsam das Drehbuch. Für die Hauptrollen verpflichteten sie unter anderem Tom Hanks und Halle Berry und brachten 2012 den Film gemeinsam auf die internationalen Kinoleinwände.

Cloud Atlas

ist die bisher teuerste deutsche Produktion und weltweit einer der teuersten produzierten Independentfilme. Das deutsch-amerikanische Werk ist aktuell im Rennen um den Deutschen Filmpreis 2012 – mit guten Chancen zu gewinnen.


Dead Man Down


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Filmplakat: Dead Man Down
Letztes Jahr begab sich nach Refn ein weiterer Däne ins filmische Hollywood-Exil. Niels Arden Oplev heißt der Mann, der 2009 durch die originale Verfilmung von Stieg Larsson – Verblendung weltweit bekannt geworden ist. Durch diesen Erfolg öffneten sich dem Regisseur die Türen nach Hollywood und Oplev wurde mit gut 250 Drehbüchern umwoben, bis er mit Dead Man Down ein überzeugendes Stück Filmvorlage präsentiert bekam. Oplev war vom Fleck weg begeistert: „Da steckt unheimlich viel drin, die Figuren haben eine ungewöhnliche Tiefe, es ist eine fantastische Mischung, die wie gemacht ist für ein großes Publikum, aber auch an künstlerischem Anspruch einiges zu bieten hat.“ Nach dem Regisseur fanden sich auch schnell die beiden Hauptdarsteller Colin Farrell und Noomi Rapace. Beide zeigten sich vom Drehbuch ebenso begeistert wie Oplev, wie die schwedische Hauptdarstellerin erzählt: „Als ich es las, traf es mich mitten ins Herz. Ich war wie versteinert.“ Und der gebürtige Ire Farrell erläutert: „Mir gefielen einfach die Figuren und die Situationen, in denen sie sich wiederfinden. Mir gefiel sogar die Geographie, wo meine Figur wohnt und wo Beatrice lebt, die örtliche Nähe und der gegenseitige voyeuristische Aspekt, mit dem ihre Beziehung ihren Ausgang nimmt. Das erinnerte mich an Hitchcock, und das gefiel mir.“


Oplevs vielversprechender Großstadt-Thriller präsentiert sich mit einer düsteren Atmosphäre und starken visuellen Bildern, die einige Kritiker auch an „Drive“ erinnert. Die spannenden Schicksale um Obsession, Rache und Vergebung können ab sofort im Kino mit verfolgt werden.

Filmkurzbeschreibung zu Dead Man Down


Victor ist der zuverlässigste Mann in der Organisation des New Yorker Unterweltchefs Alphonse, die sich einer unheimlichen Bedrohung ausgesetzt sieht: In regelmäßigen Abständen ermordet ein Unbekannter Mitglieder der Gang und lässt Alphonse rätselhafte Nachrichten zukommen. Für Victors besten Freund Darcy entwickelt sich die Jagd nach dem Killer zur Obsession.
Dann tritt unvermittelt die mysteriöse Französin Beatrice in Victors Leben, die mit ihrer Mutter gegenüber des Apartmenthauses von Victor wohnt. Er kann sich ihrer Anziehungskraft nicht lange widersetzen, realisiert aber, dass Beatrice ihn instrumentalisieren will - für ihre Rache an einem Mann, der ihre Existenz ruiniert hat. Was Beatrice nicht weiß: Auch Victor hat ein Geheimnis, auch er sucht Rache für ein unaussprechliches Verbrechen und ist bereit, dafür alles zu unternehmen... Der 2012 in den USA erschienene, 110 Minuten lange Dead Man Down läuft in deutschen Kinos seit dem 04. April 2013.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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