Escape from Tomorrow © Koch Media
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Artikel vom 15.04.2015 | Heimkino->Blu-Ray

Escape from Tomorrow



Horror im Freizeitpark?


Randy Moore hat sich wirklich alle erdenkliche Mühe gegeben um mit dem gigantischen Multi-Konzern Disney aneinanderzugeraten - anscheinend allerdings vergeblich. Denn der "Numbers of hours since release that we haven't been sued"-Timer (sinngemäß: Zeitraum nach Veröffentlichung des Films ohne Anklage [seitens Disney]-Timer) auf der offiziellen Webseite des Independent-Guerrilla-Films Escape from Tomorrow tickt mittlerweile seit fast 80 Wochen ...

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Jim und Elliot in der Attraktion It's a small world

Mediafacts
Escape from Tomorrow © Koch Media
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Cover: Escape from Tomorrow
Titel: Escape from Tomorrow
Originaltitel: Escape from Tomorrow
getestete Version: Blu-ray
Cast: Roy Abramsohn, Elena Schuber, Annet Mahendru
Regie: Randy Moore
Studio/Vertrieb: Koch Media
Produktionsland: USA
Erscheinungstermin: 2015
Produktionsjahr: 2013
Spieldauer: 90 Minuten
Regioncode: 2 FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Künstliche Welten, falsche Schlösser, zuckersüße Prinzessinnen - Jim, seine Frau Emily, Tochter Sara und Sohne Elliot verbringen einige Tage im weltweit wohl bekanntesten Vergnügungspark-Konglumerat. Familienspaß, Zerstreuung und Abwechslung suchen die vier in dem dauer-lustigen, us-amerikanischen Freizeitpark Resort. Dummerweise überrascht Jim am Morgen des letzten Aufenthaltstages die sofortige Kündigung seines Arbeitsplatzes - keine ideale Voraussetzung für einen gelungenen Tag mit Achterbahnen, Karussells und Themenfahrten. Doch der Familienvater lässt sich nichts anmerken und nimmt seine Sorgen mit in die kunterbunten Spaßwelten. Doch dort verliert er nach und nach die Kontrolle darüber was Fake, Realität oder Alptraumwelt ist und wird mitten im familienfreundlichen Amusementwahn von Visionen und beklemmenden Entdeckungen geplagt: wohin locken ihn die beiden französischen Teenie-Schönheiten, prostituieren sich die Park-Prinzessinnen nebenbei und worin besteht die wahre Natur dieser künstlichen Vergnügungs-Alternativwelten?

Das meint onyourscreen.de zum Film


Escape from Tomorrow, das Regiedebut von Randy Moore wurde vor allem in den diversen Destinationen des Orlando'schen Walt Disney World sowie im Disneyland in Anaheim "gedreht". Wobei mit "gedreht" hier ganz und garnicht klassisch und schon garnicht legal gemeint ist. Denn für seinen Independent Film nutzte die Crew die "Guerrilla filmmaking"-Methode und filmte heimlich mit reduziertem Staff, geringem Equipment und komplett ungenehmigt in den amerikanischen Freizeitparks des Disney-Konzern. Später im Film tauchen dann Szenen auf, die im Studio produziert und anschließend in Footage aus dem/den Park(s) eingefügt wurden - ziemlich einfach und offensichtlich übrigens.

Trailer. Escape from Tomorrow

Auch wenn nicht alle Ikonographien der Marke Disney plakativ abgefilmt wurden (man sieht bspw. wenige bzw. gar keine Mickey Maus, Szenen aus Soarin' erscheinen dem Kenner gefaked, Musikstücke sind geändert (bspw. bei It's a small world) usw.) und die Postproduktion heimlich in Südkorea abgehandelt wurde, ist der Wunsch der Macher mit dem Maus-Konzern auf Konfrontation zu gehen, ziemlich eindeutig. Ob das jetzt aus künstlerischer oder marketing-technischer Sicht zu sehen ist, lassen wir den Zuseher entscheiden. Sollte das Letztere der Fall gewesen sein, bleibt dieser Wunsch scheinbar unerfüllt, denn Disney straft die Produktion bisher mit kompletter Ignoranz. Erstaunlich. Vor allem erstaunlich weil es Moore hier schon ziemlich krachen lässt - hier regiert der Wahn, der Irrsinn, der schnelle Seitensprung. Hier wird Amusement zum Horror, hier ziehen familienfreundliche Püppchen auf einmal Fratzen, hier klebt an diversen Filmecken Blut und Schlimmeres. Worauf das ganze hinaus will, wird allerdings nicht ganz klar. Die einfachste Deutung ist wohl die allgemeine Abrechnung mit der bis ins kleinste Detail auf familienfreundlich getrimmten Unterhaltungsmachinerie - oder wird das dem zu Sehenden nicht gerecht?.
Witzigerweise findet der Streifen sein Publikum scheinbar vor allem bei den Freunden und Fans der Erlebniswelten - sicher nicht das, was sich die Macher gewünscht haben. Ansehen darf man sich Escape from Tomorrow auf jeden Fall - nur die Erwartungen sollte man nicht zu hoch schrauben ...

Escape from Tomorrow © Koch Media
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Das will bei der Maus niemand sehen

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Der am 23.4.2014 in den deutschen Verkaufsregalen als DVD und Blu-ray erscheinende Escape from Tomorrow kann mit seinen 90 Minuten sicherlich den ein oder anderen Zuseher unterhalten - die gemischten Kritiken weisen doch auf ganz unterschiedliche Sichtweisen hin. Wem er gefällt, der darf sich bei den Extras noch zusätzlich mit einem Audiokommentar, einem hier richtig interessanten Making of, einer Postergalerie und dem Original Kinotrailer vergnügen. Das Cover in der roten Blu-ray-Amaray kommt mit Wendedruck ohne FSK-Gedöns und provokativ-interessantem Artwork ...

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  • Escape from Tomorrow<br>© Koch Media
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Das onyourscreen.de-Fazit zu ESCAPE FROM TOMORROW


Allein schon die Darreichung der künstlichen Erlebniswelten komplett in schwarz-weiß konterkariert das, was der Maus-Konzern gerne vermitteln möchte. Escape from Tomorrow mit all seinen realen und surrealen Szenen gruppiert sich dabei irgendwo zwischen Kunst, Kitsch, Horror und Thriller ein. Dummerweise wirken die recht schlechten Darsteller, allen voran Roy Abramsohn als Jim, wiederum zu albern, als das man ihn tatsächlich ernst nehmen kann. Sicher hat der Streifen seine Reize, doch wirklich nachdenklich macht der Independent-Film wohl niemanden - scheinbar noch nichtmal die Rechtsanwälte der Maus.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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