Scream 4
Artikel vom 06.03.2011 | Heimkino

Es wird wieder geschlitzt



Wes Craven läutet Runde 4 ein ... muss das sein?


Scream 4
Cover: Scream
Wer erinnert sich nicht? 15 Jahre ist es mittlerweile schon her, dass Neve Campbell alias Sidney Prescott das erste Mal vom maskierten Killer durch Woodsboro gejagt wurde. Eine Handvoll tote Teenager, ein paar gute Gags – schon war das totgeglaubte Schlitzer-Genre wiederbelebt. Und das, obwohl Scream vielmehr als Hommage an die gute alte Schlitzer-Zeit der späten 70er Jahre gedacht war, in der die altbekannten Horror-Klischees durch die Mangel gedreht werden, ohne letztendlich auf dieselben zu verzichten. Es folgte ein überraschender Horror-Hype, der dafür sorgte, dass Schlitzer-Filme wie Unkraut produziert wurden. Quantität statt Qualität lautete hierbei der einvernehmlich beschlossene Maßstab. Nach wenigen Jahren schon krähte aber kein Hahn mehr nach einem weiteren Film, in dem dusselige Teenies von einem Killer gemeuchelt werden.


Alle an Bord


Scream 4
Cover: Scream 2
Inmitten dieses Hypes ließ Regisseur Wes Craven die arme Sidney in Scream 2 und Scream 3 zwei weitere Male um ihr Leben rennen, wenngleich die Nachfolger nicht mehr an die augenzwinkernde Originalität des ersten Films heranreichen konnten. Nur vier Jahre nach der Wiederbelebung lag das Genre bereits wieder im Sterben und hat sich bis zum heutigen Tage nicht mehr berappeln können. Erst im Sommer 2009 stutzte der informierte Cineast über eine überraschende Meldung. In dieser kündigte Wes Craven nämlich an, dass er mit Scream 4 einen weiteren Teil der Schlitzer-Serie ins Auge fassen wolle. Heute wissen wir, dass er sein Versprechen gehalten hat. Denn Scream 4 kommt im Frühjahr in die Kinos.
Mit Neve Campbell, die abermals die Rolle der Sidney Prescott übernehmen wird, Courteney Cox (Gale Weathers) und David Arquette (Sheriff Dewey Riley) konnte Craven den Ur-Stamm des “Scream“-Casts auch für den vierten Teil gewinnen, was vor allem bei traditionsbewussten Kino-Fans für Freude sorgen wird. Den Masken-Mörder auf ein gänzlich neues Klientel loszulassen, hätte wohl nur bedingt Anklang gefunden. Erwähnenswert dabei ist, dass Craven Scream 4 als Auftakt einer neuen Trilogie betrachtet. Bei entsprechendem Erfolg scheinen Teil 5 und 6 demnach nur eine Frage der Zeit. Was genau diese Filme anders machen wollen als ihre Vorgänger, bleibt bis zum heutigen Tage allerdings ungeklärt.

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Scream 4
Cover: Scream 3

Ein Abklatsch wäre der Untergang


Zumindest bei der Protagonistin hat sich einiges getan. Denn während Sidney im ersten Teil noch als jungfräuliches Mädchen verkauft wurde, ist sie im vierten Teil längst zur Frau gereift und hat ein Selbsthilfebuch geschrieben. Damit tourt sie durch die Landen und macht natürlich auch in ihrem Heimatstädtchen Woodsboro Halt. Aus Fehlern lernen manche eben nie. Denn wie es kommen muss, hat sie bald abermals den Masken-Mörder am Hals, der ihr und ihren neuen Freunden zu Leibe rückt. Das klingt auf den ersten Blick nicht besonders originell. Und auf den zweiten Blick irgendwie auch nicht.
Es bleibt demnach abzuwarten, ob Scream 4 der Reihe, nach über zehn Jahren seit dem letzten Teil, etwas Neues hinzufügen kann. Damit der vierte Teil eine ähnliche Tragweite annehmen kann wie einst der Beginn der Saga, muss Wes Craven etwas Besonderes aufbieten. Denn Sidney Prescott sich ohne jeglichen Kniff einfach das vierte Mal in Lebensgefahr begeben zu lassen, wird wohl nicht ausreichen, um Kino-Fans aufs Neue für den Masken-Mörder zu begeistern.


© Text: onyourscreen.de / TA


 
 
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