Emperor © Ascot Elite Home Entertainment
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Artikel vom 13.09.2013 | Heimkino

Emperor



Kampf um den Frieden


Düster-historisches so in ein Spielfilmformat zu pressen, das es trotzdem einen unterhaltsamen, mitreissenden Faktor besitzt, ist nicht ganz so einfach. Oft behilft man sich dabei einer geschichtlich wenig korrekten Nebenstory die gerne eine Freundschaft oder eine Loverstory sein darf. So wird auch in Emperor das letztere zugrunde gelegt - auch wenn die Lovestory hier am Ende ebenso düster ist, wie die zerbombten Landschaften in und um Tokio.

Mediafacts
Emperor © Ascot Elite Home Entertainment
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Cover: Emperor
Titel: Emperor
Originaltitel: Emperor
getestete Version: Blu-ray
Cast: Matthew Fox, Tommy Lee Jones, Eriko Hatsune
Regie: Peter Webber
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Ascot Elite
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2012
Spieldauer: 106 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Englisch (DTS HD Master 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


August 1945 - der 2. Weltkrieg ist zu Ende. Eine heikle Mission erwartet den Japan-Kenner US-General Bonner Fellers (Matthew Fox): In nur zehn Tagen muss er herausfinden, ob der japanische Kaiser Hirohito (Takatarô Kataoka) als Kriegsverbrecher angeklagt werden muss. Diese Entscheidung wird nicht leichter dadurch, das eine Anklage oder gar Verurteilung einen gewaltsamen Widerstand heraufbeschwören könnte. Im Auftrag des Oberkommandierenden der Besatzungsstreitkräfte Douglas MacArthur (Tommy Lee Jones), der den Wiederaufbau des zerstörten Japan organisiert, macht sich Fellers an die Arbeit. Das General Bonner Fellers schon seit Jahren die Japanerin Aya (ErikoHatsune) liebt, weiß MacArthur allerdings nicht. Durch den Krieg hat er den Kontakt zu ihr verloren und versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, ob seine Geliebte den grausamen Bombenkrieg überlebt hat.

Emperor © Ascot Elite Home Entertainment
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Der eine ...

Das meint onyourscreen.de zum Film


Emperor, dieser Filmtitel passt perfekt. Kaiser Hirohito, gottähnlich verehrte Symbolfigur des durch Brand- und Atombomben nahezu völlig zerstörten Japans ist der eine Imperator, der Oberkommandierende der Besatzungsstreitkräfte Douglas MacArthur ist der andere - perfekt nur leider zu selten in Szene gesetzt durch den fabelhaften Tommy Lee Jones. Der meistdekorierte Soldat in der Geschichte der US-amerikanischen Streitkräfte weiß seine Spezialisten perfekt einzusezen. So auch Spielfilmhauptfigur General Bonner Fellers, der seine historisch belegte Mission mit Finesse und Mut umsetzt und die Zuseher mitnimmt in das nahezu leblose Japan. Hin zu japanischer, bedingungsloser Ergebenheit, Ehrenselbstmorden und politischen Hinhalteakten, aber auch auf die Suche nach seiner geliebten Aya, von der er nicht weiß ob sie dem fürchterlichen Bombardement der Allierten erlegen ist. Diese eingeflechtete Substory ist nett, scheint uns aber nicht zwingend notwendig gewesen zu sein. Lieber hätten wir mehr der Selbstdarstellung des späteren Präsidentenanwärters Douglas MacArthur gesehen, die leider etwas zu kurz kommt.

Emperor © Ascot Elite Home Entertainment
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... und der andere "Emperor", irgendwie.

Emperor, diese Geschichte über Krieg, Verständnis und Aussöhnung in einem entscheidenen Moment der Weltgeschichte ist Regisseur Peter Webber aussergewöhnlich gut gelungen. Die Verbindung der Szenen des von Bomben zerstörten ostasiatischen Landes kurz nach Kriegsende, das authentische Bild der Riten, Gebräuche und Zwänge des am Boden liegenden Volkes und ihrer Anführer, die schicksalhafte Rolle seines Kaisers Hirohito werden adäquat dargestellt. Inwieweit dieser die japanische Expansions- und Eroberungspolitk der 1930er und 1940er Jahre verantwortete, die schließlich mit dem Luftangriff auf Pearl Harbor in den japanischen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg münden sollte, wurde nie abschliessend aufgeklärt. Seine Bedeutung für die Kapitulation Japans ist allerdings unumstritten. Gegen den Willen großer Teile der fanatischen Armeeführung erklärte Hirohito am 15. August 1945 durch eine Radioansprache Japans Niederlage und beendete damit den Krieg auch im Pazifik.

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Visuell und audiovisuell gibt es an der uns vorliegenden Blu-ray nichts zu meckern. Auch das mittlerweile nahezu übliche Wendecover fehlt nicht. An Extras wurde der Blu-ray folgendes spendiert: Originaltrailer, Trailershow, Deleted Scenes, B-Roll, Making-Of und diverse Interviews. Greift man zum nicht ganz günstigen aber schicken Mediabook, kommt die Dokumentation "Japan, the emperor and the army" hinzu und scheinbar das eine oder andere Extra-Interview.
Emperor begeistert seit dem 26. August 2013 in den Videotheken, Käufer und Sammler müssen sich noch bis zum 04. Oktober 2013 gedulden, dann stehen DVD, Blu-ray und Mediabook beim Händler des Vertrauens.

Trailer, deutsch: Emperor

Onyourscreen.de-Fazit zu EMPEROR


Wenn man weiß wie eine Geschichte endet - und in der Regel weiß man das bei Historienepen ja - ist es umso überraschender, wenn es ein solcher Film trotzdem schafft zu fesseln und spannend zu sein. Das gelingt Emperor nahezu perfekt. Wir haben uns von dem Drama bewegt, informiert und mitgenommen gefühlt, die eindrucksvollen Bilder und größtenteils hervorragenden schauspielerischen Leistungen taten ihr übriges. Unbedingt ansehen!



© Text: onyourscreen.de / AS