El dia de la bestia © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Artikel vom 19.06.2014 | Heimkino->Blu-Ray

El Dia de la bestia



Una Comedia de Acción Satánica


Fast 20 Jahre ist es her, das El día de la bestia das Fantasy Filmfest 1995 eröffnete. Seitdem gilt Álex de la Iglesias groteske Komödie bei Fans des Non-Hollywood-Horrorkinos, aber auch den Kritikern als Meilenstein des iberischen Horrorfilms ... und so nebenbei spielt dieser zweite abendfüllende Spielfilm des wilden de la Iglesia auch eine wichtige, immer wiederkehrende Rolle im LineUp des Independent-Labels Anolis, das sich 1999 aufmachte, zum deutschen Criterion zu werden ...

El dia de la bestia © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Auf der Suche nach versteckten Botschaften

Mediafacts
El dia de la bestia © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Cover: El día de la bestia
Titel: El día de la bestia
Originaltitel: El día de la bestia
getestete Version: Blu-ray / DVD / Mediabook
Cast: Álex Angulo, Santiago Segura, Armando De Razza, Nathalie Seseña, Terele Pávez, Maria Grazia Cucinotta, Jaime Blanch, Gianni Ippoliti
Regie: Álex de la Iglesia
Produktionsland: Spanien
Studio/Verleih: Anolis Home Entertainment
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 1995
Spieldauer: 103 Minuten
Sprache: Deutsch (Stereo 2.0), Spanisch (DTS-HD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Pater Angel Berriartua, seines Zeichen Professor für Theologie, kommt während seiner tiefgründigen Studien zum Schluss, das der Antichrist ausgerechnet am 25. Dezember irgendwo in Madrid geboren wird ... und mit ihm die Apokalypse über die Menschheit einherbricht. Natürlich reist der pflichtbewusste Geistliche sofort in die spanische Metropole, um genau das zu verhindern. Doch dummerweise weiß er nicht exakt wo das Ereignis stattfinden soll und versucht daher, den Satan mit allerlei absurden und gemeinen Handlungen auf sich aufmerksam zu machen. Dabei trifft er zuerst auf den speckig-dreckigen Headbanger José-Maria, später noch auf Dr. Cavan, den Moderator einer bizarren, dem Okkulten gewidmeten TV-Sendung. Die drei ungleichen Typen verfolgen alsbald das gleiche Ziel und stolpern bei der Jagd nach dem Antichrist-Geburtsort von einer absurden Situation in die nächste.

Das meint onyoursreen.de zum Film


Bereits 1993 bekam Álex de la Iglesia mit seiner gering budgetierten SF-Horror-Komödie Aktion Mutante einiges an Aufmerksamkeit und räumte bei diversen Festivals und Verleihungen ordentlich ab. Das konnte er mit dem hier vorliegenden El día de la bestia nochmals steigern - 1996 gewann er insgesamt vier der begehrten Goyas (Quelle: Wikipedia), darunter in der wichtigen Kategorie "Beste Regie" sowie weitere internationale Preise. Sein dritter wilder Kinoritt wurde der starbesetzte und auch mit Hollywood-Geldern finanzierte Perdita Durango bevor er für weitere Produktionen wie Allein unter Nachbarn – La comunidad (OT: La comunidad), 800 Bullets (OT: 800 balas), Ein ferpektes Verbrechen (OT: Crimen ferpecto) oder The Oxford Murders für seine Verhältnisse nahezu zivilisiert und angepasst ans Werk ging. Erst mit dem zu Unrecht leicht unterschätzten Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod (OT: Balada triste de trompeta) im Jahr 2010 versprühte er wieder diese zügellose Wildheit seiner ersten Jahre. Ob sein gerade erst auf dem deutschen Home Entertainment-Markt veröffentlichter Witching and Bitching (OT: Las brujas de Zugarramurdi) in die gleiche Richtung prescht, muss sich noch zeigen.

El dia de la bestia © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
Prima Versteck!

Doch zurück zu El día de la bestia, dieser bizarren Jagd des Prof. Angel Berriartua nach der Aufmerksamkeit des Satans, die vor bitterbösen aber umso witzigeren Einfällen nur so strotz. Schon bevor er seine skurillen "compañeros" José Maria und Dr. Cavan trifft, greift der Geistliche zu allerlei willkürlichen Böswilligkeiten. Da wird ein Koffer gestohlen, ein Sterbender beraubt und verflucht, in nicht jugendfreien Zeitschriften geblättert oder eine lebende Statue ruck-zuck in den U-Bahn-Zugang geschubst - selbstverständlich alles im Auftrag des Herrn. Was für den überzeugten Kirchgänger vermutlich Grund genug ist, den Streifen nach wenigen Minuten aus dem Player zu zerren und samt diabolischer Hülle zu verbrennen, macht den iberischen Kinohit für alle aufgeschlossenen Filmfans in all seiner Wildheit zu etwas Besonderem. Sobald dann noch der spinnerte Metal-Freak und der schmierige TV-Abzocker den verpeilten Priester - ausgehend von einer schwarzen Messe im Drogenrausch - begleiten, wirds noch um ein Vielfaches grotesker. Und auch wenn man laut eigenen Aussagen des Regisseurs nichts in sein Werk hineininterpretieren sollte, kommt man vor lauter Symbolik nicht umhin es zu tun - alleine die Strahlkraft der immer wiederkehrenden Farbe Rot (Walkman, Koffer, Auto, Blut, usw.) zieht sich durch Iglesias Werk. Neben der unverhohlenen Kritik am religiösen Fanatismus jeglicher Couleur oder dem ad absurdum geführten Absolutionsglauben der christlichen Kirche, ist auch der sozialkritische Unterton unverkennbar. Den Interpreationsansatz der in El día de la bestia eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus sieht, halten wir dagegen für zu weit hergeholt. Festgehalten werden sollte allerdings, das El día de la bestia nicht umsonst als die Wiederbelebung des iberischen Horrorkinos gilt - ohne tatsächlich ein wirklicher Horrorfilm zu sein. Denn wer hier bis auf einige wenige blutige Szenen großes Splatterkino erwartet, hat auf die falsche diabolische Ziegenbockgestalt gesetzt.

Das meint onyourscreen.de zum Mediabook


Das vorliegende, opulent ausgestattete 3-Disk-Mediabook ist die mittlerweile dritte Veröffentlichung des gleichen Titels im Hause Anolis Entertainment. Auf das VHS-Produkt, für das man damals zum ersten Mal eine deutsche Synchronisation in Auftrag gab, über die 2001 in der "The Anolis Series" herausgegebene, opulent ausgestattete deutsche DVD-Erstveröffentlichung, folgt nun die HD-Variante in 16:9 auf Blu-ray. Und auch wenn man sicher schon bessere HD-Transfers gesehen hat (man hätte vermutlich ein wengier grobkörniges und homogeneres Bild aus dem Material herausholen können) und die deutsche Tonspur nur in Stereo vorliegt, darf man nicht verleugnen, dass es die bisher beste Heimkino-Begegnung mit Álex de la Iglesias Meisterwerk ist. Diese erste der drei Disks im Mediabook beinhaltet außerdem einen deutsch untertitelten Audiokommentar des Regisseurs, diverse Trailer und eine Bildergalerie. Disk 2 weißt den gleichen Inhalt dann in SD auf einer DVD auf, wie üblich für ein Mediabook. Die zusätzlich vorhandene Bonus-Disk glänzt mit Interviews (Álex de la Iglesia, Santiago Segura, Armando de Razza - insgesamt über 85 Minuten!), einem zwanzigminütigem, unterhaltsamen Making-of, einem Feature zum Filmfest Geradmer 1996 und vor allem einem lebhaften, natürlich auch deutsch untertitelten Zwiegespräch von Álex de la Iglesia und dem Horrorgroßmeister Dario Argento (über 50 Minuten!)!

El dia de la bestia © Anolis Entertainment
© Anolis Entertainment
3-Disk-Mediabook, Coververgleich

Das Mediabook als solches kommt in zwei Covervarianten, von denen das Cover A auf 1000 Exemplare, das Cover B - gezeichnet von Daryl Joyce - auf nur 500 Exemplare limitiert ist. Wobei uns zugegebenermaßen das klassisch schwarz-rot-weiße Cover A trotz größerer Auflage besser gefällt - aber das ist ja wie immer Geschmacksache. Tatsache dagegen ist das 28-seitige Booklet, das unterhaltsam und informativ von Nando Rohner geschrieben, die hervorragende Ausstattung des Mediabooks abrundet. Wiederum beweist Anolis mit diesem Produkt seinen Anspruch, eines der Top-Labels der deutschen Filmsammler zu sein.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment
  • El dia de la bestia<br>© Anolis Entertainment

Das onyourscreen.de-Fazit zu EL DIA DE LA BESTIA


Nein, Álex de la Iglesias "Comedia de Acción Satánica" ist zwar weitestgehend eingängig, aber trotzdem fernab davon massenkompatibel zu sein. Es braucht schon einen aufgeschlossenen Filmfreund um sich an El día de la bestia in seiner wilden Gesamtheit zu erfreuen und dem teils gallebitteren, tiefschwarzen Humor der völlig abgedrifteten Horrorkomödie bis zum irrwitzigen Ende zu folgen. Doch reicht die eigene Offenheit gegenüber solcherlei genial-cineastischem Irrsinn aus, dann erwartet den Zuseher eine zwar fast 20 Jahre alte, aber immer noch ungemein spaßige und trotzdem tiefgründige Filmerfahrung. Dass das Ganze nun auch noch in einem großartig aufbereiteten Sammlerstück daherkommt, macht die Kaufentscheidung zusätzlich um einiges leichter. Onyourscreen.de meint: zugreifen, eine bessere Version von El día de la bestia wird es wohl auf absehbare Zeit nicht mehr geben.

"Noch habe ich nicht gesündigt. Aber ich werde es tun. Ich werde schreckliche Verbrechen begehen."
Pater Angel Berriartua


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
© Wild Bunch Germany

© Pandastorm

© Anolis Entertainment

© ©Senri Akatsuki-SB Creative Corp./Undefeated Bahamut Partners ©SA-SBCr/UBP

© Anolis Entertainment

© Ascot Elite