© Screenshot The Big Lebowski
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Artikel vom 05.07.2011 | Themen

Ein Big-Lebowski-Fest?



Die Jünger vom "Dude" und ihre Treffen


Zugegeben, The Big Lebowski ist ein großartiger Film. Aber muss man das Jahr für Jahr feiern? Im US-amerikanischen Louisville meint man: Ja! Das dort jährlich stattfindende "Lebowski Fest" wurde bereits neun mal begangen, rein zufällig kommen auch die Organisatoren der Veranstaltung aus jener Stadt am Ohio River, die ansonsten nur noch für das Kentucky Derby bekannt ist, dem wichtigsten Pferderennen in den USA, und vielleicht noch für das Muhammad Ali Center, in dem es eine Dauerausstellung über Leben und Karriere des Boxchampions gibt.

Bademantel und Sonnenbrille garniert mit einem White Russian


Sie haben Sonnenbrillen auf ihren Nasen, tragen die Haare lang und süffeln permanent am White Russian herum. Sie laufen vorzugsweise im Bademantel durch die Gegend und spielen gern Bowling. Sie sind die Jünger des Dude. Des Dude? Ja, des Dude, so nennt sich Jeffrey Lebowski im Film The Big Lebowski selbst.
Gern würden seine Fans so sein wie ihr Vorbild, und manche sind schon wie jener Dude, den Jeff Bridges 1998 so fabelhaft und unnachahmlich verkörpert hat. The Big Lebowski war der siebte Film der Brüder Ethan und Joel Coen, und wie immer haben sie auch hier Produktion, Drehbuch und Regie geleitet. Der Dude ist die lakonischste und größtmöglich gescheiterte Figur, die sie erschaffen haben, ein guter Kerl, aber unbarmherziger Nihilist, ein Versager. Kein Grund, um ihn nicht doch cool zu finden, wenn er philosophierend am White Russian nippt und zur Bowlingkugel greift.


Es sind viele, die den Dude cool finden, und darum kommen seine Jünger immer wieder zum "Lebowski Fest". Frauen auch. Es ist Anfang November, die Organisatoren um "Lebowski Fest"- Gründungsmitglied Scott Shuffitt haben nach New York City geladen. Shuffitt sieht mit seiner hohen Stirn und den rötlichen Haaren irischstämmig und nach allem aus, nur nicht nach dem Dude, und er erklärt, was an diesem Abend in der Brooklyn Bowl in Williamsburg passieren wird: Es gibt einen Lebowski-Lookalike-Contest, Bowling, eine Live-Band und, natürlich, den Film, dazu "a few White Russian", wie er sagt. Shuffitt ist im richtigen Leben ein Multitalent, er schreibt, dreht Filme und er will, dass Louisville eine bessere Stadt wird für Fahrradfahrer und Fußgänger.


Lebowski ist überall, auch in New York


Die New Yorker interessieren sich nicht für Louisville, Kentucky, sie interessieren sich auch nicht besonders für Scott Shuffitt, sondern nur dafür, so auszusehen wie der Dude oder dessen Filmkumpel Walter, der Vietnam-Veteran. Mehr wollen die Symphatisanten des New Yorker "Lebowski Fest" nicht, vielleicht noch ein wenig Bowlen und ein paar White Russian. "Achiever" nennen sie sich, zu Deutsch Erfolgsmenschen. Ihr Erfolg besteht darin, ein wenig so sein zu können wie ihre Idole, wie der Dude und Walter. Das "New Yorker Lebowski-Festival" dauert nur einen Abend. Die meisten anderen gehen über zwei oder drei Tage, ob in Vegas, L.A., Minneapolis oder Chicago.

Zur Inspiration für Nachahmer hier noch die offizielle Web-Anlaufstelle für das Lebowski-Fest


© Text: onyourscreen.de / HK, AS


 
 
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