Was machen die ehemaligen Sitcom-Stars heute
Artikel vom 30.05.2011 | Themen

Ed O’Neill, Kevin James und Co.



Was machen die Sitcom-Stars von gestern eigentlich heute?


Als Katey Sagal 2011 den Golden Globe für die in Deutschland eher wenig bekannte Drama-Serie “Sons of Anarchy“ gewann und sich bereit machte, auf die Bühne zu treten, um dort ihre Dankesrede zu halten, schnitt der pfiffige Golden-Globe-Regisseur unmittelbar auf ein bekanntes, etwas aufgedunsenes Gesicht, das mit einem braven Lächeln seine Freude über den Erfolg der Kollegin zum Ausdruck brachte. Und im Gegensatz zu all den im Saal verteilten Hollywood-Stars, die klatschten, weil es eben an der Reihe war zu klatschen, schien sich der in die Jahre gekommene Herr tatsächlich über Katey Sagals Triumph zu freuen. Warum auch hätte Ed O’Neill seiner alten Freundin den Gewinn nicht gönnen sollen. Schließlich haben beide als Al und Peg in der Kult-Sitcom Eine schrecklich nette Familie eine volle Dekade gemeinsam für Furore gesorgt. Doch während Katey Sagal sich längst von ihrer einstigen Rolle emanzipieren konnte, stellt sich die Frage, was der gute alte Ed heutzutage eigentlich so anstellt.

Serien oder Filme?


Auf den ersten Blick könnte man zur Annahme gelangen, dass es Ed O’Neill seit dem Ende von Eine schrecklich nette Familie nicht besonders gut ergangen ist. Große Filmrollen blieben aus. Allenfalls konnte er mit kleinen Auftritten in größeren Produktionen wie Der Knochenjäger oder Spartan zumindest bei allen Bundy-Fans für ein ehrlich gemeintes Lächeln sorgen. Die große Welt-Karriere blieb ihm allerdings verwehrt. Ein Hungertuch benötigt es aber dennoch nicht. Derzeit spielt Ed O’Neill nämlich in der in den USA durchaus erfolgreichen Serie“Modern Family eine Hauptrolle, wenngleich er für die meisten natürlich auf immer und ewig Al Bundy bleiben wird.

Sitcom-Kollege Kevin James, der neun Jahre lang den Doug Heffernan gegeben hatte und sich mit The King of Queens weltweit einen Namen machen konnte, schlug nach dem Ende der Serie im Jahre 2007 den entgegengesetzten Weg ein. Denn anstatt sich im weiten Feld der Serien-Landschaft aufs Neue zu versuchen, unternimmt James seit geraumer Zeit den Anlauf, sich in Hollywoods Komödien-Welt zu etablieren. Filme wie Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme, Der Kaufhaus-Cop oder Kindsköpfe konnten das Publikum allerdings nichts restlos davon überzeugen, dass der füllige New Yorker noch einmal an den Erfolg von The King of Queens wird heranreichen können.

Einer hat es geschafft


James-Kumpel Ray Romano, der lange Zeit mit Alle lieben Raymond“ zu den beliebtesten Sitcom-Protagonisten gehörte, erging es nach dem Ende der Serie ganz ähnlich. Es folgten mittelmäßige Hollywood-Komödien, für die sich nur die wenigsten interessierten. Angesichts der Gagen in zweistelliger Millionenhöhe, die Romano während seiner Sitcom-Zeit einstreichen konnte, dürfte ihm das allerdings herzlich egal sein.
Einer der wenigen, die eine Sitcom als Sprungbrett für eine große Hollywood-Karriere nutzen konnten, ist fraglos Will Smith. Als schmächtiger Teenie in Der Prinz von Bel-Air noch einer unter vielen konnte Big Will nach dem Ende der Serie ganz groß durchstarten. Es folgten eine Reihe von Blockbustern wie Men in Black oder I, Robot, die Smith Mitte des vergangenen Jahrzehnts zum bestbezahlten Schauspieler des Planeten werden ließen. Heute gehört er zu den anerkanntesten Hollywood-Schauspielern überhaupt. Aus derzeitiger Sicht steht wohl nicht zu erwarten, dass Ed O’Neill, Kevin James und Co. sich in naher Zukunft an einem ähnlichen Karriere-Schub erfreuen können. Aber das wäre ja auch vielleicht ein bisschen zu viel verlangt.


© Text: onyourscreen.de / TA


 
 
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