Draculas Hexenjagd © Anolis Entertainment
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Artikel vom 23.03.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Draculas Hexenjagd



Sexploitation meets Gothic Horror à la Hammer


Draculas Hexenjagd. Nun ja, es geht um Vampire und ja, es geht auch um (vermeintliche) Hexenverbrennungen. Aber nein, weder treffen wir hier den Grafen Dracula noch jagt dieser Hexen. Aber das deutsche Verleihtitel öfters mal und gerade in den 1970er Jahren auch gerne mal nur und ausschließlich nach Marketinggesichtspunkten gewählt wurden, ist ja wirklich nichts neues. Ob die Hammer Produktion Twins of Evil - so der Originaltitel - da mehr verdient hätte und wie gut die nunmehr zweite Blu-ray aus der neuen Anolis Hammer Reihe den britischen Horrorstreifen repräsentiert, erfahrt ihr hier.

Mediafacts
Draculas Hexenjagd © Anolis Entertainment
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Blu-ray-Cover: Draculas Hexenjagd
Titel: Draculas Hexenjagd
Originaltitel: Twins of Evil
getestete Version: Blu-ray
Cast: Peter Cushing, Dennis Price, Mary Collinson, Madeleine Collinson, Damien Thomas
Regie: John Hough
Produktionsland: UK
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 1971
Spieldauer: 87 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS-HD 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD 2.0 Mono)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Der Tod ihrer Eltern verschlägt die hübschen, blutjungen Zwillinge Maria und Frieda in die Obhut ihrer Tante und ihres Onkels Gustav. Der ist der fanatische Anführer einer Bruderschaft von übereifrigen Glaubenswächtern und jagt vorwiegend angebliche Hexen, da sein eigentliches Ziel - Graf Karnstein - unter dem Schutz der Obrigkeiten steht. Graf Karnstein residiert hoch oben über der Stadt in seinem Schloss und soll für viele Widrigkeiten in der Umgebung verantwortlich sein. Tatsächlich lässt sich der vom normalen Leben gelangweilte Adlige mit dem Satan ein und wird durch Mircalla zum Untoten, zum Vampir gemacht. Das anscheinend aufregende und ausschweifende Leben des Grafen fasziniert die unruhige Frieda und sie verfällt dem dunklen Tun und Sein des blaublütigen Schattenwesen ... und es kommt wie es kommen muss.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Twins of Evil bzw. Draculas Hexenjagd ist nach Gruft der Vampire und Nur Vampire küssen blutig der dritte und abschließende Teil der sogenannten "Karnstein-Trilogie", deren Inhalt - allerdings recht locker - auf der Vampir-Novelle „Carmilla“ des irischen Schriftstellers Joseph Sheridan le Fanu basiert. Damit auch der letzte potentielle männliche Zuschauer überzeugt war, das er den klassischen Gothik-Horror-Streifen Draculas Hexenjagd sehen musste, sorgte man hier für die Verquickung der Vampir- und Hexenjäger-Basics sowie mit den beiden Playmate-Zwillingen Madeleine und Mary Collinson für eine zusätzliche Portion Erotik. Da die rosigen Zeiten der Hammer Grusel-Produktionen schon einige Zeit vorbei waren, versuchte man mit zusätzlichen Mitteln gegen den modernen Horrorfilm nicht noch mehr an Boden zu verlieren. Der Griff in die Sexploitation-Kiste und das spürbare Upgrade des Splatterniveaus sollten den typischen, ja damals schon legendären britischen Stil wohlbehalten in die 1970er Jahre retten. Doch trotz der wie immer stimmigen visuellen Umsetzung, den großartigen Kostümen und einem Peter Cushing wie er wohl düsterer nie zu sehen war, schaffte Regisseur John Hough nicht den erhofften Quantensprung. So bleibt für uns Freunde des typischen Hammer Gothic Horror zwar ein schönes für die Zeit stehendes Celluloid-Relikt, aber kein wirklich guter Film übrig. Denn um Draculas Hexenjagd darüber hinaus zu heben kommt der blutige Anteil zu spät, sind die logischen Fehler zu groß (wer beißt eigentlich die Jungs und Mädels bevor Karnstein zum Vampir wird?), der böse Vampir zu wenig böse und die Längen in der Mitte des Werks zu ausufernd - da können dann auch die wirklich hübsch hüpfenden Argumente der offenherzigen Zwillinge nicht mehr weiterhelfen.

Draculas Hexenjagd © Anolis Entertainment
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Die Covervariationen der Anolis-Veröffentlichung

Das meint Onyourscreen.de zur Blu-ray


Ob Draculas Hexenjagd nun wirklich gut ist, oder wie wir finden eher mittelmäßig daherkommt - sind wir doch mal ehrlich: wir kaufen uns den Film doch sowieso nur, um ihn würdevoll in die Sammlung einzureihen und sich zwischendurch am typischen Flair und dem Bonusmaterial zu erfreuen ... und das darf man bei der hervorragenden Blu-ray-Version, die sowohl im Mediabook als auch in der Standard-BR-Verpackung erscheint. Bis auf ein zusätzliches 28-seitiges Booklet unterscheiden sich die Versionen allerdings nur aus Sicht des Sammlers - die beiden Covermotive der Mediabooks sind schon eine Klasse für sich. Auch das Ton- und Bildmaterial ist gut bis sehr gut, auch wenn es nicht ganz mit dem der ersten Veröffentlichung in der neuen Hammer Reihe (Das grüne Blut der Dämonen) mithalten kann. Selbstverständlich wurde auch hier aufwendig restauriert und nur dem Enthusiasten wird das eine oder andere Absaufen von Hintergrund-Details oder das manchmal zu körnige Rauschen des ansonsten 1A-HD-Bilds auffallen. Was aber so richtig auffällt, sind die herausragenden Extras: Viel Backgroundwissen offertiert der Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad. Noch mehr über die Hammer Studios erfährt man in der großartigen, nahezu 85 Minuten dauernden Dokumentation The Flesh And The Fury: Exposing Twins Of Evil. Hier kommen neben einigen Darstellern und Produzenten auch Kritiker zu Wort, die neben der Hammer-Welt als solches auch speziell auf den vorliegenden Spielfilm eingehen. Weiter gehts mit ausführlichen Interviews mit John Hough (21 Min.) und Damien Thomas (47 min.), entfernten Szenen, der fast zehnminütigen Super-8-Fassung, der Comic-Adaption (die aber etwas zu langatmig anzuschauen ist), dem Filmprogramm, einer Bildergalerie und selbstverständlich diversen Trailern. Dass das gesamte Bonusmaterial in HD und komplett in deutsch untertitelt vorliegt, zeugt wiederum von der Bereitschaft des Indie-Labels Anolis, Fans solcher Produktionen bis ins letzte zu überzeugen. Mission accomplished and well done, Anolis.

onyourscreenSHOTs

Bild links Bild rechts
  • Draculas Hexenjagd<br>© Anolis Entertainment
  • Draculas Hexenjagd<br>© Anolis Entertainment
  • Draculas Hexenjagd<br>© Anolis Entertainment
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu DRACULAS HEXENJAGD


Wiedermal dürfen wir uns über eine gelungene Blu-ray mit Tonnen von Bonusmaterial freuen, auch wenn der eigentliche Film eher zu den weniger überzeugenden aus der Hammer-Schmiede zu zählen ist. Draculas Hexenjagd beeindruckt auch in HD nicht mit einer filmischen Glanzleistung, kann aber durch seine Exkursion in die Sexploitation-Ecke und der gegen Ende schon recht derbe überzogenen Horrorszenen einige Besonderheiten aufweisen und gehört zu Recht in die edle Hammer Blu-ray-Reihe. So können wir uns vermutlich bedenkenlos auf kommende Schmuckstücke in dieser unterstützenswerten Blu-ray-Edition freuen ...


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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