Dollhouse
Artikel vom 01.06.2012 | Heimkino->Serien

DOLLHOUSE



Fast schon zu clevere Serie über persönliche Freiheit und Identität


Serienfacts
Dollhouse
Cover: Dollhouse
Titel: Dollhouse
Originaltitel: Dollhouse
Produktionsjahr: von 2008 bis 2010
Episoden: 26 in 2 Staffeln
Genre: Science-Fiction, Drama
Cast: Eliza Dushku, Harry J. Lennix, Fran Kranz, Olivia Williams, Enver Gjokaj, Dichen Lachman
Produktion: Joss Whedon, Sarah Fain, Elizabeth Craft, Tim Minear, Eliza Dushku, Steven DeKnight
Studio: Fox
Was es ist
Die usprünglich zwischen 2009 und 2010 ausgestrahlte Fernsehserie (bisher leider nur in Englisch erhältlich) war der bislang letzte TV-Versuch von Joss Whedon (Buffy, Angel, Firefly).

Auf den ersten Blick
Debil wirkende junge Menschen laufen sediert und barfuß durch ein Fitnesshotel und erleben in der Mitte einer jeden Folge zusammenhanglose Geschichten.

Dann aber
Fast schon zu clevere Serie über persönliche Freiheit und Identität.

Ich gebe es zu: Nach der ersten Folge Dollhouse hatte ich nur bedingt eine Ahnung davon, was da genau passiert. Der Zuschauer wird, was Details angeht, wissentlich im Unklaren gelassen - das bleibt auch während der kompletten ersten Staffel so, aber man kann sich so einiges zusammenreimen.

Serien-Kurzbeschreibung


Dollhouse heißt eine geheime Einrichtung, die als Headquarter für eine Gruppe von Agenten - den sogenannten Actives - fungiert. Diese Agenten sind ohne Aufftrag recht leere Hüllen, verfügen über keine Erinnerungen an ihr damaliges Leben und werden vor jeder Mission mit passenden Erinnerungen bestückt. Nach Missionsende werden diese Erinnerungen wieder gelöscht. So weit, so gut. Das geht lange wie von den Initiatoren gewünscht - doch Echo, eine der "freiwilligen" Agentinnen beginnt ihre Rolle anzuzweifeln und nach ihrer Vergangenheit zu forschen. FBI Agent Paul Ballard dagegen versucht von der anderen Seite hinter das Geheimnis des Dollhouse zu kommen, erfährt vieles über die Aufträge und ergründet das zugrunde liegende Schema.

Das meint onyourscreen.de zur Serie


Neben dem Recycling von "üblichen Verdächtigen" (also wer sich halt immer wieder so bei Whedon wiederfindet) - so bekleiden beispielsweise sowohl Summer Glau als auch Alan Tudyk wiederkehrende Rollen - fällt vor allem eine auffällige Menge an Mitwirkenden der frisch zu Ende gegangenen Battlestar Galactica - Reimagination wieder.

Leider ist der Mittelteil einer Einzelfolge, wenn man ihn isoliert betrachtet, nur mäßig interessant. Dies hat zur Folge, das Gelegenheitszuschauer oder unkonzentrierte Regulars die Serie eher schnell verschämt zur Seite legen werden. In Wahrheit jedoch drehen sich auch die scheinbaren Einzelepisoden mehr oder weniger offensichtlich immer um die Themen Freiheit und Individualität; nicht nur im offensichtlichen Sinne (Dollhouse-Technologie), sondern auch innerhalb der Thematik des Auftrags.

Die schlechten Quoten der ersten Staffel hielten Fox entgegen ihrer üblichen Verhaltensweise nicht davon ab, eine zweite Staffel zu produzieren - wahrscheinlich aber nur aus Angst vor einem Ansturm der zutiefst devoten Whedon-Jünger. Die Budget-Kürzungen, die mit der Produktion der zweiten Staffel einhergingen, änderten zwar nichts an der grundsätzlichen Qualität (wohl aber an der Stimmung der Staffel, bedingt durch mehr Handheld-Kameras und einen neuen Production Designer), aber es war schon da absehbar, daß Fox nicht vorhatte, unter diesen Umständen eine dritte Staffel zu produzieren. Da die Serie hinsichtlich Charakter- und Storyentwicklung auf fünf Jahre ausgelegt war, haben wir es leider mal wieder mit einer nicht abgeschlossenen Serie zu tun, die sich aber, gerade wegen des nicht einfachen Themas, auf jeden Fall anzuschauen lohnt.


Aktuell verlegt Dark Horse in unregelmäßigen Abständen von Joss Whedon geschriebene Comics, die zum einen Lücken in der Chronologie der Serie füllen, als sich auch mit einer Zukunftsvision innerhalb des Dollhouse-Universums beschäftigen - auf die wir aus Gründen der Vermeidung von Spoilern aber nicht eingehen werden.

Fazit


In jedem Fall sollte sich jeder, der zumindest über rudimentäre Englischkenntnisse verfügt und sich für interessante Serien interessiert, einmal in die ersten Folgen reinschauen - zumal die Staffeln bei einschlägigen Versandhändlern auf der Insel teilweise extrem verramscht werden.


© Text: onyourscreen.de / JE


 
 
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