Dogma, Kevin Smith
Artikel vom 12.11.2011 | Heimkino->DVD

DOGMA



Anders, direkt und irgendwie höllisch gut


„Eine fest stehende Definition oder aber eine grundlegende (Lehr-)Meinung, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich gilt“, so lautet der Eintrag eines bekannten Online-Nachschlagewerks zum Terminus „Dogma“. „Feststehend“ und „unumstößlich“, diese beiden Umschreibungen sollte man sich im Hinterkopf behalten, um die Fantasy-Komödie Dogma aus dem Jahre 1999 von Independant-Regisseur Kevin Smith als Satire zu entlarven. Na ja, dies sollte im Grunde genommen auch ohne großes Nachdenken klar werden! Unzweifelhaft steht jedenfalls nur eines fest: Smiths Werk ist anders, provokant aber durchweg höchst amüsant.

Mediafacts
Dogma, Kevin Smith
Dogma
Titel: Dogma
Originaltitel: Dogma
getestete Version: DVD, Limited Edition
Cast: Ben Affleck, Matt Damon, Alan Rickman, Chris Rock
Regie: Kevin Smith
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: STUDIOCANAL
DVD-Release: 2001
Produktionsjahr: 1999
Spieldauer: 123 Minuten
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
Format: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Kurze Filmbeschreibung: DOGMA


Die beiden in Ungnade Gottes gefallenen Engel Loki (Matt Damon) und Bartleby (Ben Affleck) wollen nach 2000 Jahren Fegefeuer auf der Erde zurück nach Hause (für Langsamdenker: zurück in den Himmel!). Dafür ist ihnen jedes Mittel recht, auch die Apokalypse nehmen sie dafür in Kauf. So machen sie sich auf den Weg von Wisconsin nach New Jersey, um dort in einer Kirche Ablass zu bekommen und so zu Gott zurückkehren zu können. Die personifizierte Stimme Gottes, der Engel Metatron (Alan Rickmann), soll die einzige überlebende Nachfahrin der Eltern Jesu, Bethany, davon überzeugen, dass sie Loki und Bartleby unbedingt aufhalten muss. Unterstützung bekommt Bethany vom schwarzen und 13. Apostel Rufus (Chris Rock), der sauer ist, dass er in der Bibel nicht erwähnt wird, den beiden ungehobelten Propheten Jay und Silent Bob sowie der Muse und Stripperin Serendipity (Salma Hayek). Währenddessen betätigen sich Loki und Bartleby als Racheengel und töten auf ihrem Streifzug die Vorstandsmitglieder einer Spielzeugfirma, da sie angeblich schwerwiegende Sünden begangen hätten. Als Bethany und ihre Begleiter an der Kirche iin New Jersey ankommen, hat Bartleby bereits ein Blutbad angerichtet und scheint nur noch mit der Hilfe Gottes bezwingbar zu sein...

Hat Gott Humor?


Dogma ist der vierte Film aus der sechs Werke umfassenden New-Jersey-Reihe, die aus der Feder von Kevin Smith stammt. Wie auch in den losen aufeinander aufbauenden Vorgängerfilmen Clerks – die Ladenhüter (1994), Mallrats (1995) und Chasing Amy (1997) spielen auch hier die beiden Helden Jay und Silent Bob (Kevin Smith himself) mit.
Dogma ist dabei einer der Filme, die polarisieren. Bereits vor seinem Kinostart erhoben sich die Kritiker, da Kevin Smith die Vorstellungen des Christentums demonstrativ umkehrt: Jesus sei schwarz gewesen, Gott ist eine Frau, der letzte Nachfahre der göttlichen Familie arbeitet in einer Abtreibungsklinik, der 13. Apostel wurde aus rassistischen Gründen nie in der Bibel beschrieben und göttliche Musen arbeiten in Stripclub usw. ... die Reihe an Umkehrungen kann beliebig fortgesetzt werden, so viel steht auch fest! Die meisten konservativen und bibeltreuen Christen sehen den Film als großen Affront als Provokation und Mißachtung aller christlicher Konventionen. Doch mal ehrlich, warum sollte nicht auch Gott Humor haben? Muss Religion denn immer nur spießig sein? Während Einige vielleicht nur laut „Blasphemie!“ rufen, bekringeln sich die meistens Zuschauer vor Lachen und preisen den Film als genial und spitzfindig.

Trailer: Dogma

Gott hat Humor!


Natürlich ist es Smiths Anliegen auch eine gewisse Kritik an der Religion zu üben, dennoch ist es keine Abrechnung oder will er gar mit der Religion brechen. Vielmehr möchte der Film die Menschen dazu anregen, sich über die verstaubten Dogmen des Christentums Gedanken zu machen. Theorien wie etwa: „Gott ist eine Frau“ klingen im ersten Moment vielleicht gewagt, doch wer kann schon sagen, ob darin nicht ein wenig Wahrheit steckt. Ob Gott Minigolf spielt, bleibt allerdings genauso ungewiss! Dafür besitzt er garantiert Humor. Ach ja, nur nebenbei bemerkt aber der Vollständigkeit halber - Kevin Smith selbst ist bekennender Katholik. Dogma besteht auch daher über weite Strecke aus philosophischen und scharfsinnigen Dialogen sowie religiösen Grundsatzdiskussionen, gespickt mit so manchem vulgären Ausdruck, viel Ironie und mancher unerwarteter frecher Pointe: „Sie haben Christus gekannt?“ - „Kannte? Scheisse, der schuldet mir noch 12 Mäuse!“



Als Ideenvorlage für Dogma scheint sich Smith Anleihen aus anderen Filmen herangezogen zu haben. So erkennt man im Film einen ähnlich humorvollen Umgang mit der Heiligen Schrift wie es bereits bei Monty Python (Das Leben des Brian) zu sehen war. Auch Anspielungen auf Filme wie Der unglaubliche Hulk, Indiana Jones, Karate Kid – wenn auch sehr subtil – sind hier und da nicht zu übersehen.

Ein Großteil der Komik in Dogma beruht insbesondere auf den brilliant inszenierten Dialogen und teils völlig absurden Szenen. Ein Beispiel: [Loki betrachtet eine Waffe in einem Waffenladen] „Die hier ist wesentliche kompakter als das Feuerschwert aber es fehlt irgendwie der verschärfte Zorn-Gottes-Touch. Wie soll ich Furcht unter den Gottlosen säen mit diesem Ding hier?“ Ob Ben Affleck, Matt Damon, Chris Rock oder Alan Rickman die hochkarätige Schauspielerriege schlägt sich ihrer Rollen mit Bravour. Die Frage, ob Alanis Morrissette als Gott perfekt ins Bild passt, ist dabei wie immer wohl reine Geschmackssache. Definitiv können wir aber behaupten: Gott hat Humor! ...und Kevin Smith auch!

Fazit: Ohne Wenn und Amen!


Dogma ist und bleibt ein kontrovers diskutierter Film, daher sollte sich jeder sein eigenes Urteil dazu machen und den Film einmal (oder auch mehrmals) anschauen! Auch wenn der Film nicht jedem gefällt, vielleicht macht sich der eine oder andere Zuschauer nach dem Film ja doch seine Gedanken über Religion und Gott...und wenn nicht, sei' s drum – zumindest ist er bei der nächsten Apokalypse vorbereitet. Onyourscreen meint: 128 Minuten grandiose Unterhaltung! Amen.


© Text: onyourscreen.de / SN

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