Die Rückkehr der Killertomaten © Turbine Medien
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Artikel vom 23.04.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Die Rückkehr der Killertomaten



Trash Deluxe


Es gibt „Trash" und es gibt ganz sicherlich auch „Trash Deluxe“. Die grundsätzliche Ausgangslage ist so gut wie immer die Gleiche: wenig bis kaum Budget, eine motivierte Crew die sich dessen Umstand bewusst ist und ein gesundes Maß an Selbstüberschätzung aller Beteiligten. Spaßig wird’s natürlich immer dann, wenn auch noch der letzte Knöpfchendreher der Kamera verstanden hat, dass die Selbstüberschätzung auf ein ungesundes Maß gewachsen ist und man vor richtig großem Murks steht.
Kompensiert werden kann das Ganze nur dann, wenn die Macher über einen gewissen Ideen- und Einfallsreichtum verfügen und somit etwaige Schwächen humorvoll wieder ausbügeln. Versteckte gesellschaftskritische Aspekte werden dann ebenfalls gerne im Subtext untergebracht und man sammelt weitere Pluspunkte - insbesondere dann, wenn inzwischen bekannte Schauspieler mit ihren Jugendsünden konfrontiert werden. Und in Die Rückkehr der Killertomaten werden all diese Aspekte erfüllt.

Bei Die Rückkehr der Killertomaten handelt es sich um eine Fortsetzung des Trashklassikers Angriff der Killertomaten aus dem Jahre 1978, welche genau 10 Jahre später nach dessen Handlung einsetzt. Die große Invasion der tödlichen Killertomaten ist vorbei und das rote Gemüse seitdem im gesamtem Land verboten und nur noch ein paar grenzdebile Teenies sind dabei, einiges der todbringenden Gemüsesorten über die Landesgrenze zu schmuggeln. Chad Finletter, seines Zeichen Neffe von Wilbur Fenletter, betreibt eine Pizzabude. In Ermangelung an der begehrten roten Soße, manifestieren sich hier die ulkigsten Pizzavariationen, wie zum Beispiel eine Erdnussbutter-Sardinen-Pizza. Mit im Gepäck sein guter Freund Matt, der mit ihm den Laden schmeisst, wenn er mal nicht die Augen auf die weibliche Kundschaft schweifen lässt. Doch was wäre so eine Trashgranate ohne Bösewicht: Ein gewisser Prof. Gangrän hat die Killertomate aufs nächste Level gehoben und kann mit Musik, die Tomaten in Soldaten oder attraktive Assistentinnen verwandeln. Man merkt also schon, dass es von der Story bereits nicht minder trashig zugeht, als beim Vorgänger.

Na, wer hat denn da mitgespielt?



Apropos Vorgänger: Den muss man jetzt nicht zwingend gesehen haben, denn durch zahlreiche Rückblenden, wird der geneigte Fan entsprechend abgeholt und kann der Story(?) ohne Probleme folgen. Es gibt Gags, die zünden definitiv nicht beim ersten mal und es lassen sich auch immer wieder, weitere Anspielungen entdecken …das macht das Ganze recht sympathisch und verleitet mitunter dazu, diese Trashgranate auch beiläufig ein weiteres mal zu gucken. Die selbstgebastelten Effekte rund um die plüschigen Tomaten sind echt ein großer Spaß, durch diedieser nostalgische Klassiker echte Sympathiepunkte sammelt.
Besonders unterschwellig witzig wird es, als der Crew offenbar das Budget gen Mitte des Films ausging ... somit hielt man sich bis zum Ende mit „product placement“ über Wasser, damit man sich zumindest weiter finanzieren konnte. Da wird dann auch gerne mal das Pepsi-Logo bis zum Erbrechen in die Kamera gehalten. Hoffen wir mal, das man diesen Aspekt von Seiten des Konzern zu würdigen wusste.

Schauspielerisch ist man natürlich an der absoluten Obergrenze zum „Overacting“. Das ist ja insbesondere für solche Produktionen nichts essentiell neues, aber gehört zum guten Ton. Ferner sieht man den Jungs auch die Spielfreude an. Viele Gags und Handlungsabläufe wirken improvisiert, als wären sie just aus der Situation heraus entstanden ... sympathisch halt.

Die Rückkehr der Killertomaten © Turbine Medien
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Gleich vier Covervarianten gibt es zu "Die Rückkehr der Killertomaten"

Turbine Medien hat diesen Klassiker der 1980iger Jahre ein schickes Mediabook spendiert. Vier Mediabooks mit einer Limitierung von je 333 Stück bieten mit ihren trashigen Covern die Qual der Wahl. Das Booklet von Christoph N. Kellerbach behandelt ausführlich das Franchise der Killertomaten und bietet somit, neben der üblich schicken Bebilderung, genügend Infos zum einlesen in diese Trashregion des Killergemüse.
Das kontrastreiche Bild der Bluray überzeugt und ist wirklich gestochen scharf. Der Ton der deutschen Synchro bietet einen gut abgemischten 2.0 Ton, wobei hier und da einige Schwankungen zwischen Dialog und Musik auszumachen sind, aber alles im mehr als vertretbaren Rahmen. Neben einem Audiokommentar von Regisseur John De Bello, runden Trailer und ein Interview mit Anthony Starke die Extras des Mediabooks ab. Für Trashfanatiker stellt sich die Frage des Erwerbs garnicht erst ... dieses Filmgut gehört in jede Trashsammlung.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister

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