Die Rache des Pharao © Anolis
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Artikel vom 17.05.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Die Rache des Pharao



Bandagierter Herrscher sucht ewige Ruhe


Die eher für ihren Gothic Horror bekannten Macher der berühmten "Hammer"-Filme, drehten auch - oft mit finanzieller Unterstützung amerikanischer Filmkonzerne - diverse klassische Monsterfilme (á la Frankenstein und Co.) drehen. In diesen kontinentübergreifenden Co-Produktionen entstanden auch gleich vier Mumienfilme, von denen mit Die Rache des Pharao nun der zweite in der Hammer Blu-ray Edition von Anolis erscheint.

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Viel blutiger wirds nicht im vorliegenden Mumienspaß

Filmkurzbeschreibung


Im Jahr 1900 entdecken Ägyptologen den Sarkophag des Prinzen Ra-Antef, den sein Bruder heimtückisch ermordet hat. Der Finanzier der Expedition hat allerdings mit Wissenschaft nicht viel im Sinn. Er will Kasse machen, indem er den Fund weltweit ausstellt. Aber die Magie eines Amuletts weckt die Mumie nächtens zu neuem Leben. Sie steht auf und rächt sich an allen, die ihre Ruhe gestört haben – bis sie ihren Bruder am Wickel hat, der immer noch unter den Lebenden weilt.

Die Rache der Pharaonen (OT: The Mummy) aus dem Jahr 1959 machte unter der Regie von Terence Fisher und Peter Cushing sowie Christopher Lee in den Hauptrollen den Auftakt im cineastischen Reigen der bandagierten ägyptischen Herrscherleichen. Im nun vorliegenden Die Rache des Pharao (OT: The Curse of the Mummy's Tomb) von 1964 führte Michael Carreras die Regie, der später gar die Leitung von Hammer übernahm. Sein Film erscheint nun in der fabelhaften Hammer Blu-ray Edtion von Anolis - und wird ab dem nächsten Absatz Hauptthema sein. Verschweigen wollen wir nicht den 1967 erschienenen Der Fluch der Mumie (OT: The Mummy's Shroud - unser Review dazu findet ihr hier) sowie Das Grab der blutigen Mumie (OT: Blood from the Mummy's Tomb) aus dem Jahr 1971.

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  • Die Rache des Pharao<br>© Anolis
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Das meint Onyourscreen.de zum Film


Der "Evangelische Filmbeobachter" urteilte damals folgendermaßen harsch in seiner Kritik Nr. 185/1965: "Nicht schlecht gemacht, aber mit unklarem geistigen Hintergrund und Grauen verbreitend. Ohne Befürwortung." Sicherlich war es aber auch schwierig für einen kirchlischen Dienst, die Wiedererweckung menschlichen Lebens ohne Gottes Einfluss oder jüngstes Gericht gut heißen zu können. Zumindest haben die evangelischen Kritiker aber erkannt, dass dieser "Grauen verbreitet" und "nicht schlecht gemacht" war. Das Grauen hält sich selbstverständlich aus heutiger Sicht in Grenzen, umso charmanter wirken in unserer Zeit nun die Mittel, die man dafür einsetze. An blutigem Beiwerk mussten nämlich abgeschlagene Hände und eine würgende einbalsamierte Leiche einfach reichen. Wobei man aber konstatieren muss, das diese "Mummy" einer der am besten aussehenden der Filmgeschichte ist - sofern man das von ein paar Fetzen die um einen menschlichen Torso gewickelt sin, so sagen darf ...
Typisch Hammer ist der hohe Anspruch an die optische Ästhetik der gesamten Ausstattung. Ob Kleidung, die Szenerien oder auch nur Details in diesen: alles wurde trotz begrenzten finanziellen Mitteln so hochwertig und passend wie möglich eingebaut. Outdoorszenen in Agypten fanden dabei vor etwas zu bunten "mate paintings" statt, für Indoor-Settings hielten prima eingerichtete Studiobauten in den Elstree Studios her. Der gesamte Film wurde mit einem Budget um die hunderttausend Pfund für Columbia Pictures produiziert.

Der Cast ist ein ordentliches Paket mit Höhen und Tiefen. Die starken Szenen gehören sicherlich Ronald Howard als John Bray und Terence Morgan als Adam Beauchamp. Fred Clark als Expeditions-Finanzier Alexander King neigt etwas zum "düber sein", bleibt aber unterhaltsam. Die weibliche Hauptrolle der Annette Dubois, ausgefüllt durch die ohne Frage sehr hübsche Jeanne Roland, wirkt dagegen oftmals eher unglücklich und wie ein Fremdkörper. Alles in allem aber solide besetzt, allerdings ohne den Charme von Hammer-Ikonen wie bspw. Christopher Lee oder Peter Cushing.

Das meint Onyourscreen.de zur Veröffentlichung


Die Rache des Pharao wird uns von Anolis im Mediabook (mit zwei Covervarianten) sowie als Blu-ray im Keep Case präsentiert. Die digitalen Extras der Veröffentlichungen lesen sich wie folgt:

- Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad
- Hammers Frauen: Jeanne Roland
- Interview mit Michael McStay
- Interview mit Carlo Martelli
- Britischer Kinotrailer sowie Deutscher Kinotrailer
- US Double Feature Trailer
- Französische Titelsequenz
- Super-8-Fassung
- Werberatschlag
- Filmprogramm
- Bildergalerie
- Deutscher Kinotrailer „Der Fluch der Mumie“

Die Rache des Pharao © Anolis
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Was darfs denn sein?

Das 32-seitige Booklet - geschrieben von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad - bleibt den beiden Mediabook-Varianten vorbehalten. Deren Covervarianten können beide überzeugen, uns gefällt aber das Covermotiv B ganz besonder gut.

Das Onyourscreen.de-Fazit zu DIE RACHE DES PHARAO

ä "Ein Jahrtausende altes Monster: halb Knochen, halb Bandagen - Horror, der das Blut in den Adern gefrieren lässt!" Gut, so gruselig ist Die Rache des Pharao heutzutage sicherlich nicht mehr, bleibt aber ein unterhaltsamer Gruselspaß á la Hammer ... keiner der absoluten Glanzpunkte des Unternehmens, aber ganz sicher auch kein Flop. Freunde von Gerneklassikern dürfen hier bedenkenlos zugreifen, auch da die Restauration und die Ausstattung auf typisch hohem Anolis-Niveau tendiert.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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