Nebendarsteller im großen Hollywood
Artikel vom 15.06.2011 | Themen

Die eigentlichen Stars in Hollywood



Ein Hoch auf die Nebendarsteller


Topverdiener gerade der hollywoodschen Schauspielbranche sind irgendwie alles: Covergesichter, Werbeikonen, Zugpferde für Politiker und manchmal können sie gar gefahrlos drei Sätze am Stück während eines Actionfilms intonieren. Manchmal. Die die das eigentlich können, verdienen meist nur einen Bruchteil der Superstars und bilden doch das tatsächliche Rückrat der High-Budget-Filmindustrie ...

Kein Millionen-Gehalt - aber gute Filme


"Größen" wie Tom Cruise, George Clooney, Angelina Jolie oder Will "ich spiel mittlerweile jeden Film" Smith verdienen sich eine goldene Nase, doch so richtig gute Filme kommen dabei kaum heraus. Ab und zu gibt es ein kleines Highlight zu bestaunen, doch im Grunde dreht es sich immer nur ums Hollywood-Einerlei und das große Geld. Denn die eigentlichen Stars in Hollywood sind Nebendarsteller, deren Namen zwar für die meisten ein ewiges Geheimnis bleiben, ihr unverwechselbares Gesicht allerdings von jedem halbinteressierten Kino-Fan sofort erkannt wird.

Schauspieler wie Steve Buscemi oder Danny Trejo spielen (in der Regel) nicht in den ganz großen Blockbustern mit und verdienen auch nicht Millionen an einem Film oder grinsen uns grenz-debil aus irgendwelchen Modezeitschriften an. Nein, Schauspieler wie Fred Ward oder William H. Macy muten eher wie ehrliche Arbeiter an, denen es darauf ankommt, das Bestmögliche aus ihren meist kurzen Auftritten zu machen. Und dabei haben sie die Sympathien der Zuschauer stets auf ihrer Seite. Denn Mimen wie Elisabeth Shue oder John C. Reilly haben im Gegensatz zu ihren Superstar-Kollegen das Privileg, auch mal in wirklich guten Filmen mitspielen zu dürfen. Paul Thomas Andersons vielbeachteter Film Boogie Nights etwa wartet mit gleich mit einer ganzen Reihe von berühmten Nebendarstellern auf, die dem Zugpferd Mark Wahlberg mit Leichtigkeit die Show stehlen.

Aufstieg und Status quo


Doch natürlich bleibt auch in Hollywood nicht immer alles beim Alten. Denn der ebenfalls inbesagtem Boogie Nights auftretende Philip Seymour Hoffman, der für lange Zeit gewissermaßen zur ersten Riege der Nebendarsteller gehörte, schaffte mit seiner Hauptrolle in der Biographie Capote über den gleichnamigen berühmten amerikanischen Schriftsteller den endgültigen Durchbruch - samt Oscar für die beste Hauptrolle. Doch mit Darstellern wie z.B. Willem Dafoe gibt es auch Sonderfälle, die hin und wieder eine meist grandiose Hauptrolle spielen, wie Dafoe etwa in Scorseses Die letzte Versuchung Christi, doch immer wieder zum Metier des Nebendarstellers zurückkehren.

Letztendlich sind nicht die Superstars das Salz in der cineastischen Suppe. Vielmehr erfreuen wir uns an den eher namenlosen Größen, die für die wirkliche anspruchsvolle Unterhaltung sorgen.




 
 
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