Die Bounty © capelight
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Artikel vom 22.05.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Die Bounty



Nah an den realen Ereignissen und endlich ungekürzt


Das die Meuterei einer Schiffscrew Romanadaptierungen, Theaterstücke, Hörspiele und gleich fünf Spielfilmversionen nach sich zieht, ist eine absolute Ausnahme. Aber die Begleitumstände die 1789 zur Meuterei auf dem britischen Dreimaster HMS Bounty führten, sind halt äusserst abenteuerlich und einfach spannender Stoff. The Mutiny of the Bounty (1916), In the Wake of the Bounty (1933), Meuterei auf der Bounty (1935), Meuterei auf der Bounty (1962) und schließlich Die Bounty (1984), der erstmals ungekürzt am 17.5.2019 als DVD und 2-Disk Limited Edition im Mediabook bei "capelight" erschienen ist, sprechen eine deutliche Sprache.

Die Bounty © capelight
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Ein fantastischer Nachbau der Original HMS Bounty wird im Film verwendet

Filmkurzbeschreibung


Leutnant William Bligh (Anthony Hopkins), der Kapitän der „Bounty“, führt sein Schiff mit eiserner Hand. Die Mannschaft ist 1787 im Auftrag des britischen Königs in See gestochen, um Früchte des Brotbaumes aus Tahiti zu importieren. Doch auf der Rückreise kommt es auf dem Schiff zur Eskalation. Als Bligh die Männer an Bord mehr und mehr tyrannisiert, führt der Erste Offizier Fletcher Christian (Mel Gibson) eine Meuterei an.

Großartig besetzt


Mel Gibson, Anthony Hopkins, Laurence Olivier, Daniel Day-Lewis, Bernard Hill, Liam Neeson ... was ein darstellerisches LineUp sich Regisseur Roger Donaldson da unter den Fittichen von Dino de Laurentis zusammengecastet hat - vor allem Anthony Hopkins überzeugt in Die Bounty auf ganzer Linie.

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Es kommt zur Meuterei

Vermutlich recht authentisch


Robert Bolt schuf ein Drehbuch, das deutlich näher am historisch belegten Seedrama war, als alle cineastischen Versionen zuvor. Dafür griff er auf die Romane von Charles Bernard Nordhoff und James Norman Hall zurück und rückte damit die Sicht auf die Beziehungen einzelner handelnder Personen untereinander und vor allem die Darstellung des Kapitän der HMS Bounty William Blighs eher an die tatsächlichen Ereignisse auf dem britischen Dreimaster. Apropos: Die Silhouette der Bounty wurde 1:1 für diesen Film nachgebaut, allerdings als Stahlkostrukution um die Sicherheit von Cast und Crew zu gewährleisten. Nicht nur diesem Umstand, nein auch der Gründlichkeit in Bezug auf die Auswahl der Schauplätze, die detailreiche Ausstattung und die wundervollen Kostümen tragen zur großartigen Wirkung bei, die die Aufnahmen von Kameramann Arthur Ibbetson ohne Frage besitzen. Der Art des Soundtrack war überraschend mutig und ungewöhnlich: hier trug Synthesizer-Ikone Vangelis die Verantwortung. Das passt zwar meistens, aber eben auch nicht immer und ist gerade zu Anfang des Films leicht gewöhnungsbedürftig.

Interessante Erzählstrukuren, ein spannender Plot und Szenarien, wie man sie selten so gesehen hat - Die Bounty punktet nahezu in allen Belangen. Anders als die vorherigen filmischen Umsetzungen setzen die Macher Kaptain William Bligh nicht als reinen Bösewicht ein und seinen ersten Offizier Fletcher Christian ebensowenig als unschuldigen Helden. Diese nicht eindeutige Zeichnung zwischen Gut und Böse in extremen Situationen, lässt großen Spielraum in der Betrachtungsweise der sich nahe an den historischen Aufzeichnungen bewegenden Handlung. Das fordert sicher die Zuseher ein wenig mehr als die eindeutigeren Spielfilmvarianten zuvor, was uns persönlich allerdings ausserordentlich gut gefallen hat.

Die Bounty © capelight
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Kommt als DVD und Mediabook am 17.05.2019

Das meint Onyourscreen zur Veröffentlichung


Neben der gleichzeitig erschienenen DVD zu Die Bounty, dürfen sich Freunde von sammelswerten Editionen den Film als 2-Disk Mediabook (Blu-ray DVD) in ihr Regal stellen. Die Cover-Haptik erinnert an grobes Papier oder Leinen, was die stimmungsvollen Artworks toll zur Geltung bringt. Ein 24-seitiges Booklet - geschrieben von Daniel Wagner (Redakteur beim ZDF, schreibt für die Deadline und filmrezensionen.net) - informiert ausführlich und reich bebildert über die Hintergründe zum Seedrama. Als Extras findet sich folgender Spaß auf den Disks:

- Audiokommentar von Regisseur Roger Donaldson, Bernhard Williams und John Graysmark (Deutsche Untertitel verfügbar)
- Audiokommentar von dem histrischen Berater Stephen Walters (Deutsche Untertitel verfügbar)
- Originalkinotrailer
- Deutscher Kinotrailer



Fazit


Obwohl Die Bounty (OT: The Bounty) durchaus positiv bei den Kritikern im Entstehungsland ankam, wollte das US-Publikum ihn nicht sehen - trotz großem Aufwand, fantastischen Originalschauplätzen und tollem Cast war das Abenteuer zur See ein finanzieller Flop! Was dazu führte, dass Die Bounty hierzulande einen späten und dazu noch einen um rund 25 Minuten gekürzten Kinostart bekam. Dank " capelight" dürfen wir nun den satte 132 Minuten langen Film erstmals in Originallänge bewundern ...


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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