Der Fluch der Mumie
Artikel vom 02.06.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Der Fluch der Mumie



Es mordet und gruselt in Ägypten ...


1976 entstand im britschen Berkshire, genauer in den legendären "Bray Studios", der letzte dort gefilmte Streifen der Produktionsgesellschaft "Hammer" - danach drehte das oft irreführend als Hammer Studios bezeichnete Unternehmen meist in den "Elstree Studios", ab und an allerdings auch in den "Pinewood Studios". Der Fluch der Mumie, mit dem wir uns hier beschäftigen wollen, war dieser letzte dort gedrehte Hammer-Gruseler und genau dieser ist die dritte "Anolis"-Veröffentlichung in deren, dem legendären britischen Filmunternehmen gewidmeten Blu-ray-Reihe.

Der Fluch der Mumie
Mordlüsterne Mumie

Mediafacts
Der Fluch der Mumie
Cover. der Fluch der Mumie
Titel: Der Fluch der Mummy
Originaltitel: The Mummy's Shroud
getestete Version: Blu-ray
Cast: André Morell, John Phillips, David Buck, Elizabeth Sellars, Maggie Kimberly, Michael Ripper
Regie: John GIlling
Produktionsland: UK
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 1967
Spieldauer: 90 Minuten
Sprache: Deutsch (DTS Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS Master Audio 2.0 Mono)
Regioncode: 2
FSK: ab 12 J.

Filmkurzbeschreibung


1920: Die vom schwerreichen, selbstherrlichen Stanley Preston finanzierte Forschungsexpedition, an der auch sein Sohn Paul teilnimmt und die von Sir Basil Walden angeführt wird, gilt seit einiger Zeit als vermisst. So macht sich Preston samt Gemahlin aus England auf ins ferne Ägypten, um dort vor allem seinen wenig selbstsicheren Assistenten Longbarrow zur Schnecke zu machen und einen Suchtrupp auf den Weg zu bringen. Der findet die verschollen Geglaubten dann auch just in dem Moment, als diese das Ziel der Expedition, das Grabmal des Kind-Pharaos Kah-To-Bey entdeckt haben und freilegen wollen. Zurück in der Zivilisation Kairos brüstet sich Preston selbstverständlich als der große Forscher und Entdecker, was nicht nur seinem Sohn wenig schmeckt. Schlimmer jedoch ist, das Sir Basil Walden am Tag darauf tot aufgefunden wird - noch schlimmer ist allerdings, das sein Tod nur der Anfang war ... denn der Pharaonenfluch scheint unaufhaltsam.

Das meint onyourscreen.de zum Film


Klassiche Horrorfilme kannten vor allem die Figuren Dracula, Frankenstein, den Werwolf ... und die Mumie. Pharaonen, Gräber, Mumien, Flüche - Themen die wenige Jahre nach dem spektakulären Fund und der umstrittenenen Öffnung des Grabs von Tut-Ench-Amun (1922) populär wurden. Einige durch die Presse hochgeputschte Todesfälle unter den damaligen Entdeckern, schufen die Legende vom "Fluch des Pharao" ... was sich Hollywood natürlich nicht entgehen lassen konnte. 1932 schickte also "Universal" den ersten mordenden Pharao auf seine filmische Reise, dem folgten in den 1940er Jahren weitere vier mumifizierte Auftritte. Sehr viel später - 1999 um genau zu sein - schuf Stephen Sommers ein erfolgreiches Remake des 1932-Stoffes und ebnete den Weg für drei weitere, moderne und sehr actionorientierte Sequels. Zwischen diesen beiden cineastischen Mumienepochen jedoch war es die britische Firma Hammer, die dem mordenden Einbandagierten zu weiteren Auftritten im Kinolicht verhalf. 1959 zeigte man Die Rache der Pharaonen (OT: The Mummy), 1964 Die Rache des Pharao (OT: The Curse of the Mummy's Tomb), 1967 Der Fluch der Mumie (OT: The Mummy's Shroud) und schloß das Leintuchthema mit Das Grab der blutigen Mumie (OT: Blood from the Mummy's Tomb) im Jahr 1971.

Der Fluch der Mumie
Der vermeintliche Entdecker aalt sich im Blitzlichtgewitter

Anolis - das Liebhaberlabel mit dem besonderen Gespür für das was Sammler in der Schrankwand stehen haben wollen - bringt nun den dritten Hammer-Erguss zum Thema Mumie restauriert, HD-isiert und opulent aufgepeppelt auf Blu-ray: Der Fluch der Mumie. Auch wenn dieser unter der Regie von John Gilling entstandene Gruseler der typischen Rhythmik eines modernen Slashers folgt, ist der leicht uninspiriert wirkende Plot nicht der gelungenste und spannendste Hammer-Film. Dafür funktioniert die Geschichte nicht rund genug, man stößt sich an zu vielen unharmonischen Ecken und stolpert in die eine oder andere Logikfalle. Was aber selbstverständlich völlig egal ist, denn wir haben hier trotzdem einen Hammer-Film vor uns. Sprich: es ist bunt (sehr bunt, toll!) und die offensichtlich nicht teuren Bauten und Dekorationen sind für Liebhaber solcher Filmschätzchen einfach großartig und liebevoll anzusehen. Das ausser ein, zwei Kairo zeigenden Stockshots alles in England gedreht wurde, sieht man dem Film selbstverständlich auch an - darüber täuscht auch die sandige, britische Grube in der die "Wüstenaufnahmen" erfolgt sind, nicht hinweg. Kultig! Noch besser wissen aber die Schauspieler zu unterhalten: Sir Basil Walden (André Morell) leidet großartig unter Schlangenbissen und den Einflüssen der Mumie, Stanley Preston (John Phillips) ist ein fabelhaftes, rassistisches Ekel, seine Frau Barbara Preston (Elizabeth Sellars) von ihm derbe abgestoßen und dauerhaft süffisant lächelnd und Assistent Longbarrow (Michael Ripper) so herrlich verschwitzt und unterwürfig, das es eine wahre Freude ist. Den meisten Spaß dürfte man aber an der zugedrogten Hellseherin haben, die ihr diabolisches Augenrollen, völlig irres Lachen und mordlüsternes Rumgelaber herrlichst übertrieben und meist im Close-up in die Kamera spielt. Doch auch die - leider optisch nicht so ganz überzeugende - Mumie (was hat Eddie Powell da an - eine Jogginghose mit festgetackerten Leinbändern?), mordet teils kreativ und unterhaltsam. Mal wird einfach gewürgt, mal jemand aus dem Fenster geworfen oder gar mit fiesen Säuren übergossen ... so muss das sein, da lacht das Gruselfilmfanherz.


Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Uns lag nur die normale Blu-ray von Der Fluch der Mumie vor. Neben dieser escheint die neue HD-Veröffentlichung von Anolis auch als schickes Mediabook, das sich vermutlich bald durch einen höheren Sammlerwert aber inhaltlich nur durch ein 32-seitiges Booklet, verfasst von Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Uwe Huber, von der Standard-Blu-ray unterscheidet. Apropos Inhalt: die wundervoll anzusehenden, toll restaurierten und nagelneu-HD-abgetasteten 90 Minuten liegen selbstverständlich deutsch synchronisiert und im Originalton vor. Zusätzlich darf man auch dem Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz folgen, der uns aber leicht zu abschweifend geraten ist und sich zu wenig mit dem Film selbst beschäftigt. Dazu darf man dem untertitelten The Beat Goes On: The Making of „The Mummy‘s Shroud“ folgen. Ein Interview mit Mumiendarsteller- und Stuntman Eddie Powell, 1998 in Manchester geführt von Stephen Laws, Trailer, US TV-Spots, der Werberatschlag, britische Werbeflyer, ein Comic sowie die obligatorische Bildergalerie runden das Gesamterlebnis der wiederum sehr gelungenen Anolis-Veröffentlichung ab.

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Veröffentlichungsvariationen

Das onyourscreen.de-Fazit zu DER FLUCH DER MUMIE


Auch wenn tatsächliche Suspense- oder Thrillermomente bereits damals einfach fehlten, kann man sich auch heute noch an Der Fluch der Mumie erfreuen - auch wenn auf seinerzeit nicht so gedachten Ebenen. Man erfreut sich an der Liebe zur Ausstattung trotz überschaubarem Budget, an den Hammer-typisch kräftigen Farben, der CGI-los mordenden und später schön-schräg dahinsterbenden Mumie, den herrlich überspielten Charakteren, dem großartig restaurierten HD-Bild und daran, wieder einen Klassiker des Gruselfilms im Schrank einsortieren zu dürfen. Mehr davon!

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© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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