Der 27. Tag © Anolis
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Artikel vom 05.02.2018 | Heimkino->Blu-Ray

Der 27. Tag



Ethisch korrekte Aliens


"The terrifying story of the day a satellite took over the world" ... "Mightiest shocker the screen ever had the guts to make" ... auch wenn die damaligen Plakate mit solchen oder ähnlichen Sprüchen und dramatischen Zeichnungen einen Weltraum-Actionreisser versprachen, war Der 27. Tag eben das so überhaupt nicht. Im Gegenteil: dieser großartige und nunmehr als 9. Eintrag in der "Die Rache der Galerie des Grauens" erscheinende US-SF-Klassiker aus dem Jahr 1957, erweist sich eher als multiple Charakterstudie, die dennoch einen hohen Spannungsfaktor bereithält.

Mediafacts
Der 27. Tag © Anolis
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Cover: Der 27. Tag
Titel: Der 27. Tag
Originaltitel: The 27th Day
getestete Version: Blu-ray/DVD
Cast: Gene Barry, Valerie French, George Voskovec u.a.
Regie: William Asher
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: Anolis Entertainment
Erscheinungstermin: 2018
Produktionsjahr: 1957
Spieldauer: 75 Minuten
Sprache: Deutsch/Englisch 2.0 (Mono)
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J.

Filmkurzbeschreibung


Als eine Gruppe von Menschen aus aller Welt von einem Außerirdischen entführt wird, ahnt niemand der Auserwählten, welche Folgen das haben wird. Der Fremde aus dem All ist Vertreter einer Gemeinschaft, deren Heimatplanet dem Untergang geweiht ist. Aus ethischen Gründen nicht zu einer Invasion fähig, statten die Außeririschen die Entführten mit einer Superwaffe aus, in der Erwartung, dass sich die Menschheit selbst vernichtet. Nach 27 Tagen wird die Waffe nutzlos und die Fremden sind dem Untergang geweiht. Damit der Plan funktioniert, wird jedoch die Identität der Auserwählten bekannt gemacht, die nun Gefahr laufen, zum Spielball der Großmächte werden.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Fünf ganz unterschiedliche Weltenbürger erhalten vom Vertreter einer außerirdischen Rasse eine Kapsel mit einer verheerenden Waffe, die nur sie selbst öffnen können. Eine Engländerin, ein amerikanischer Journalist, eine asiatische Witwe, ein russischer Soldat und ein deutscher Wissenschaftler haben von da an 27 Tage lang die Möglichkeit mit Angaben von Koordinaten die Menschheit in einem Umkreis von 3000 Meilen auszuradieren, ohne Schaden an Flora und Fauna zu hinterlassen. Wie diese damit umgehen, davon handelt Der 27. Tag. Da dieser erdgebundene Science Fiction nur ganz selten im TV lief und diesem bisher keine Heimkinoveröffentlichung spendiert wurde (und wir Anolis erneut danken müssen, dass sie solche Schätzchen ein ums andere Mal ausgraben), wollen wir den weiteren Fortgang nicht spoilern ... der eher thrillerartig inszenierte Schwarz-Weiß-Klassiker bietet eine recht ausgeklügelte Story, teils interessante Charakterstudien und einen prima funktionierenden Spannungsbogen.

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Hinter dem eisernen Vorhang

Auch wenn Der 27. Tag seit jeher als ein Paradebeispiel für anti-russische Propaganda galt, kann man das durchaus auch anders sehen. Sicher, die Darstellung des Generals von "hinterm dem eisernen Vorhang" (Russland wird tatsächlich nie genannt) ist schon sehr expliziet, das Gegenteil des bösen Russen stellt aber der eigentliche Empfänger der Kapsel dar, der sich bis zum Schluss vehement weigert, seinen Vorgesetzten die Möglichkeiten der Superwaffe preiszugeben. Auch der ansonsten immer eher dämonisch dargestellte deutsche Wissenschaftler, ist hier derjenige, der am ehesten versucht, der misslichen Lage mit Verstand und Courage Herr zu werden. Natürlich ist Der 27. Tag - trotz aller Einwände - ohne Frage geprägt vom Zeitpunkt seiner Entstehung, denn der kalte Krieg hat hier eindeutig das Drehbuch beeinflusst, welches übrigens auf dem gleichnamigen Roman von John Mantley basiert.
Entscheidenden Anteil an dem wirklich gelungenen Science Fiction hat vor allem der Cast der fünf Auserwählten: Gene Barry als amerikanischer Journalist, Valerie French als Engländerin, George Voskovec als deutscher Wissenschaftler, Azenath Janti als (vermeintlich russischer) Soldat und Marie Tsien als die asiatische Wahl des Ausserirdischen, welcher kurz, aber eindrucksvoll von Arnold Moss gespielt wird.

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Arnold Moss als "Alien"

Das meint Onyourscreen.de zur Veröffentlichung


Der nunmehr 9. und damit vorletzte Eintrag in der "Die Rache der Galerie des Grauens"-Reihe von Anolis kommt natürlich im bekannten Look&Feel der bisherigen Veröffentlichungen. In der Amaray-Verpackung findet sich dann die DVD aber auch die Blu-ray - beide mit allen Extras und sowohl der amerikanischen als auch der deutschen Kinofassung - beide mit 1A-Ton und Optik. Dazu gesellt sich ein 12-seitiges, von Ingo Strecker wiederum informativ geschriebenes und bebildertes Booklet. Neben diversen Trailern, anderssprachigen Titelsequenzen, Werberatschlägen, Filmprogramm und einer Bildergalerie, begeistern vor allem die beiden Audiokommentare. Das Gespräch zwischen Volker Kronz und Dr. Rolf Giesen ist wie üblich bei den beiden eher übergeordneter Natur und dreht sich vor allem um den SF-Film der 1950er Jahr generell. Deutlich filmbezogener kommt der Audiokommentar von Bodo Traber und Ingo Strecker daher, was uns persönlich etwas besser gefällt.

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  • Der 27. Tag<br>© Anolis
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Das Onyourscreen.de-Fazit zu DER 27. TAG


Mit Krieg im Weltraum (OYS-Review), Ausgeburt der Hölle (OYS-Review) und Planet der toten Seelen (OYS-Review) durften wir schon drei andere SF-Filme aus der Reihe "Rache der Galerie des Grauens" rezensieren - der am 16. Februar 2018 erscheinende Der 27. Tag ist für uns ein Highlight in der Riege der so ganz unterschiedlichen Science-Fiction-Klassiker.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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