Death House © KSM
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Artikel vom 25.03.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Death House



The Expendables des Horror?


Lange Zeit angekündigt als quasi „Reinkarnation der Expendables“ in dem das „Who is Who des Horrorcircus" auftreten würde, erblickt nun - gefühlt nach einer Dekade - Death House dank „KSM Film" das Licht der Welt ... zumindest hierzulande.

Death House © KSM
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Cover: Death House
Die Grundidee zu diesem Film stammt von niemand anderem als „Mr. Leatherface“ himself, Gunnar Hansen. Der sympathische Isländer wäre sicher froh gewesen, wenn er zu Lebzeiten noch mitbekommen hätte, dass seine Ideen schließlich auf Zelluloid gebannt wurden. Sein Script sah nämlich vor (beziehungsweise es war seine Idee), alle „Horrorikonen“ des Genre in einem Film unterzubringen. Demnach geben sich neben Kane „Jason“ Hodder und Tony „Candyman“ Todd noch viele, viele weitere die Klinke in die Hand, unter anderem Bill Moseley, Michael Berryman, Sid Haig und Co. Regisseur B. Harrison Smith feilte etwas am Script und versuchte, das teils sehr bizarre Storykonstrukt in Form zu bringen und ordnete gewisse Fragmente neu an, was die Sache allerdings für den geneigten Zuschauer keineswegs einfacher macht ... doch der Reihe nach.

Filmkurzbeschreibung


In der weiten Wüste Nevadas befindet sich mit dem „Death House“ ein geheimes Hochsicherheitsgefängnis. Wer hier gebucht hat, der wird es definitiv nicht mehr verlassen ... hat man hier doch das kriminellste Gut der Verbrecherelite gebündelt untergebracht. Jedoch vegetieren unsere Insassen nicht nutzlos vor sich hin, sondern werden für „Experimente“ missbraucht um deren seelische Grausamkeiten für ihr unmenschliches „Handeln“ zu erforschen. Die zwei Bundesagenten Toris Boon (Cortney Palm) und Jae Novak (Cody Longo) dürfen sich als erstes ein Bild von der Einrichtung und den Experimenten machen und genießen das Privileg einer exklusiven Führung durch die Gemäuer der gesamten „Forschungseinrichtung“. Dies geschieht nicht ohne Zwischenfall; denn als der Strom der gesamten Einrichtung versagt, öffnen sich die Türen der Insassen und unsere vermeintlichen Protagonisten werden unfreiwillig zu „Freiwild“ deklariert.

Wo also fangen wir an, den Film und das Geschehen einzuordnen und zu kategorisieren, ohne jetzt den Film in Schublade „XY“ zu stecken? Wer bei dem, zugegeben illustren Cast eine „Slasherorgie" erwartet hat, den muss ich enttäuschen. Death House ist am Ende dann doch etwas ganz anderes geworden, als zunächst noch angedacht und vielleicht von vielen erhofft. Das muss per se jetzt nicht heissen, dass wir hier einen kompletten Rohrkrepierer am Start haben, jedoch muss der geneigte „Slasher-Fan“ gewisse „Einbußen“ in Kauf nehmen, die man anhand des Cast so vielleicht nicht erwartet hätte.
Kane Hodder ist nun wahrlich kein Charakterschauspieler, hat aber inzwischen genügend Erfahrungswerte gesammelt, um sein Mimikspiel geschickt nach Außen zu verkaufen und gibt sich in der Rolle des Oberschurken recht moderat. Zumal sich sein Acting ohnehin nicht primär auf Dialoge ausrichtet ... er tut das, was er im Grunde immer macht: töten. Leider bekommt der grandiose „Horrorcast“ kaum die Aufmerksamkeit, die man ihm im Grunde auch zusprechen müsste. Bill Moseley, Tony Todd und Co ... allesamt im Grunde nur Randfiguren und nicht wirklicher Bestandteil der Story.

Das eigentliche Problem des Films ist der „rote Faden“, der sich so garnicht im Film finden lassen möchte. Das ist in diesem Genre nicht immer wichtig, tut aber gewisser Maßen „Not“, wenn das Konstrukt der Story selbst so wirr anmutet, dass man jenem kaum folgen kann. Die Handlung lässt sich im Grunde kaum nachvollziehen und wirkt wild ins Geschehen platziert und niemand kann sie so recht zuordnen. Man hangelt sich stringent von Gastauftritt zu Gastauftritt und weiss im Grunde noch nicht einmal wohin die Reise gehen soll. Lassen wir diese Attribute aber mal außen vor, so haben wir nach den eher „zähen“ anfänglichen 45 Minuten dann doch wieder Punkte, die einen bei der Stange halten. Denn sobald der Ausbruch der Gefangenen so richtig in Fahrt kommt und unsere Protagonisten durch die dunklen Gänge der Anstalt gejagt werden, fängt der Film dann an, seine Stärken langsam auszuspielen.Das Geschehen ist mitunter dann sogar recht stimmig. Allen voran die wohl verstörenste Szene im Film, in der unsere Protagonisten sich vor der Horde „Irrer“ in einem Raum flüchten, in dessen Dunkelheit sie zunächst nicht bemerken, dass sie nicht alleine sind. Zurückgelassene „Experimente“, die im Grunde nichts „menschliches“ mehr an sich haben und faktisch tot sein müssten, vegetieren total abstrus vor sich hin und hinterlassen einen surrealen und sehr verstörten Eindruck. Von solchen Szenen hätte es definitiv mehr gebraucht - dann wäre die wirre Handlung etwas besser mit dem Rest in Kontext zu setzen.
Jedoch gestaltet sich das Katz und Maus-Spiel durch die dunklen Gänge der Anstalt mitunter recht blutig (wenn auch CGI-lastig, aber nicht ausufernd) und unterhaltsam, nachdem der Film etwas zögerlich in Fahrt kommt. Atmosphärische Momente wechseln sich mit den ein oder anderen blutigen Effekten ab. Die zweite Hälfte des Films verzeiht dann die ein oder andere anfängliche Durststrecke.

Fazit


Grundsätzlich schön, dass das Vermächtnis von Gunnar Hansen dann doch noch das Licht der Welt erblicken durfte. Und der Meister selbst hat natürlich auch eine „weibliche“ Reminiszenz an seine berühmt berüchtigte Rolle kreiert, die man natürlich feiern darf :-). Zwar ist es nicht der erhoffte „große Wurf“ geworden, den man anhand des Cast erwarten durfte, aber für einen unterhaltsamen Abend mit dem ein oder anderen bekannten Stars der Szene, ist ein Aufenthalt im Death House dann doch noch zu empfehlen.

Der Film erscheint bei KSM in einem 2-Disc Set (mit schicker O-Card) und über 80 Minuten Extras. Bild und Ton überzeugen und auch der Sound kann sich hören lassen und trägt insbesondere in der zweiten Hälfte zur Atmosphäre bei. Ab dem 28. März 2019 ist „Death House“ überall und vor allem uncut erhältlich.


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher-Heister
Schlagwörter: death house horror ksm


 
 
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