Dave Made a Maze © Pandastorm
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Artikel vom 04.06.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Dave Made a Maze



Grusel, Pappe, Comedy?


Do-it-Yourself-Sets aus Pappe, Klebstoff, Papier, Krepp, Konfetti, Schnur und allem was dem kreativen Kopf Bill Watterson so in die Hände gefallen ist, bilden die optische Grundidee zu seinem auf diversen Festivals gefeiertem Regiedebut aus dem Jahr 2017, das uns "Pandastorm" nun in einer wundervoll passenden Edition nach Hause bringt: Dave Made a Maze


Filmkurzbeschreibung


Der erfolglose Träumer Dave baut in seinem Wohnzimmer ein gigantisches Labyrinth aus Pappkartons und verirrt sich darin heillos. Daves Freundin Annie macht sich mit einem Team von Freunden und Kurzentschlossenen an seine Rettung. Doch das Labyrinth entwickelt ein magisches Eigenleben und ist gespickt mit fiesen Fallen, fantastischen Kreaturen und einem blutrünstigen Minotaurus. In all dem irrwitzigen Durcheinander versucht Dave, wenn schon nicht den Ausgang, dann doch zumindest zu sich selbst zu finden.

Das meint Onyourscreen.de zum Film


Die Inspiration der Macher zu Dave Made a Maze ist recht simpel zu entdecken, auch ohne ins 16-seitige Booklet der Blu-ray oder DVD zu schauen: sie liebten ohne Frage die Kino-Helden ihrer Jugend, welche unglaubliche Abenteuer erleben durften und haben sich zudem die Fantasy-Streifen aus Jim Hensons-Hexenküche rauf und runter reingepfiffen. So dürfen wir hier eine kindlich überbordende Kreation aus heldenhaften und weniger heldenhaften Protagonisten, pappigen Hand-Made-Sets, Puppentheater, Stop-Motion und allen möglichen anderen Tricksereien über uns ergehen lassen. Erstaunlich ist, das trotz der fast schon abstrusen Bauweise von Szenerie aber auch Monstern aus Pappe und Co., eine gewisse Finsternis und Bedrohung spürbar ist. Ebenso darf man dem oberflächlich recht simplen Plot die eine oder andere tiefere Ebene entnehmen - wenn man denn möchte.

Wir empfehlen euch aber auf jeden Fall dieses ungewöhnliche Werk und weisen vor allem auf die liebevolle Aufbereitung der Veröffentlichung durch "Pandastorm" hin. Passender kann man diesen Film wohl nicht präsentieren - schaut in unser Video um die Special Edition im Pappkarton-Design zu bewundern. Dave made a Maze ist seit dem 31. Mai 2019 auf DVD, Blu-ray & Digital erhältlich!


10 erstaunliche Fakten über ein pappiges Abenteuer


1. Der Regisseur
„DAVE MADE A MAZE“ ist das Regiedebut von Bill Watterson (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen „Calvin und Hobbes“ Comiczeichner). Watterson ist schon länger im Filmbiz tätig. Als Produktionsassistent für die Fernsehserie „Lass es Larry!“ oder als Schauspieler vor der Kamera in Filmen wie „Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel“. Den deutschen Zuschauern ist er aber vor Allem durch eine ganz andere „Rolle“ bekannt. Dazu später aber noch mehr.

2. Operation: Death Maze
Bill und Drehbuchautor Steven Sears lernten sich beim Improvisationstheater im „The Second City Hollywood“ kennen. Sears hatte schon an verschiedenen Shows mitgearbeitet, wie zum Beispiel „Dance Your Ass Off“ oder Paris Hilton’s Serie „My New BFF“. Steven hatte die Nase voll von Reality TV und wollte sich seiner Lust am Drehbuchschreiben widmen. Heraus kam ein Script mit dem Titel „Operation: Death Maze“, welches der Prototyp zu „DAVE MADE A MAZE“ war.

3. Kindheitsgeschichten
Die Geschichte von „DAVE MADE A MAZE“ ist inspiriert von Bill Watterson’s Kindheit. Als Kind baute er eine riesige Festung aus Decken und Kartons, die den gesamten Fußboden seines Kinderzimmers bedeckte. Danach ging er einen Freund besuchen. Seine Mutter übersah einen Zettel den er ihr geschrieben hatte und machte sich Sorgen. Sie befürchtete Bill sei in der Papier-Festung gefangen, woraufhin sie das komplette Gebilde auseinander nahm. Sehr zum Unmut des kleinen Bauherren. Diese Geschichte erzählte er Drehbuchautor Steven Sears. Sears überschlug sich nur so vor Ideen und 3 Tage später hatte er „Operation: Death Maze“ komplett überarbeitet. Der 64-seitige Entwurf bildete die Grundlage aus der er und Watterson dann „DAVE MADE A MAZE“ machten.

4. Inspiration
Watterson und Sears waren inspiriert von den Abenteuerfilmen ihrer Kindheit wie „Die Goonies“ oder „Die Reise ins Labyrinth“. Das Gefühl, das sie beim Gucken der Filme hatten, wollten sie mit „DAVE MADE A MAZE“ wiederbeleben. Mit dem Unterschied, dass es dieses Mal eine Handvoll Erwachsener sein sollte, die auf die Abenteuerreise gehen. Besonders faszinierte die Beiden die Wirkung von realen Puppen und Spezialeffekten im Gegensatz zu den heutigen, weitestgehend computeranimierten Filmen. Daher wollten sie soweit möglich mit praktischen Tricks arbeiten. Im Film werden daher viele Effekte wie Stop-Motion Animationen, optische Täuschungen und Cut-Paper-Animationen verwendet.

5. Crowdfunding?
Zu Beginn der Finanzierungsphase existierten noch keine der heute so populären Crowdfunding-Webseiten. Stattdessen drehte das Team ein Fundraising Video voller Videoclips und Songs, an denen sie gar keine Rechte besaßen. Es war sozusagen ein „Video Lookbook“. Laut Watterson war es das schlechteste Fundraising Video aller Zeiten. Trotzdem gelangte es letztendlich in die richtigen Hände und man konnte mit der Produktion beginnen.

6. 2800m²
Soviel Pappe brauchte es, um die Sets für „DAVE MADE A MAZE“ fertig zu stellen. Gestartet wurde mit Spenden von Freunden, Verwandten und eines großen Bekleidungsunternehmens. Doch schon nach einer Woche ging das Material aus. Zum Glück war in Studionähe ein großer Solaranlagen-Hersteller ansässig. Produzent John Charles Meyer ging also jeden Morgen „Containern“, so war für Nachschub gesorgt.

7. Improvisation
Gedreht wurde der Film in einem kleinen Studio in Glendale, Kalifornien. Das Studio war so klein, dass maximal zwei Sets zur gleichen Zeit aufgebaut werden konnten. Da die Macher sich maximal 20 Drehtage leisten konnten, mussten die Sets so effizient wie möglich genutzt werden. Während auf einem Set gedreht wurde, wurde Set Nr. 2 umgebaut. Einen Drehplan zu erstellen war nahezu unmöglich, da niemand genau wusste wann welche Sets gebaut werden konnten. Einige Szenen entstanden daher auch spontan. Eine Pappkarton-Spende wäre fast aussortiert worden, weil alle Pappen durchlöchert waren. Stattdessen wurde daraus, durch eine spontane Eingebung, der Kubrick-Korridor - ein Mix aus „2001: Odyssee im Weltraum“ und dem Korridor, der zur finalen Auseinandersetzung zwischen Luke Skywalker und Darth Vader in „Star Wars: Episode V - Das Imperium schlägt zurück“ führt.

8. Die Trickkiste
Durch die räumliche Begrenzung musste das Team oft mit optischen Tricks arbeiten. Die Szene, in der die Schauspieler durch ein Origami-Bällebad stapfen (Die Müllpresse vom Ersten Todesstern lässt grüßen), hätte die Dimensionen des Studios gesprengt. Deshalb mussten die Schauspieler die Szene auf ihren Knien spielen. So entstand die Illusion einer großen Halle. Zum Glück war alles nach einem halben Tag im Kasten und die Schauspieler durften wieder aufrecht gehen.

9. Cardboard Institute of Technology
Klingt wie eine Erfindung aus einem Science-Fiction Film, gibt es aber wirklich. Gegründet 2007, handelt es sich dabei um ein Künstlerkollektiv aus San Francisco das begehbare Installationen aus Pappe herstellt. Einer der selbsternannten Papp-Wissenschaftler, Michael Murnane, baute viele der abgedrehten Gadgets wie zum Beispiel das Zoetrop aus dem Finale des Films oder den Kopf des Minotaurus.

10. Den kenne ich doch aus…
Viele der Teammitglieder wurden aus dem kreativen Freundeskreis der Filmemacher rekrutiert. Unter den Schauspielern sind aber auch einige bekannte Gesichter, so zum Beispiel Adam Bush, bekannt als „Warren“ in „Buffy: im Bann der Dämonen“ oder der Bassist der Band OK Go – Timothy Nordwind. Sehr viele werden auch Regisseur und Schauspieler Bill Watterson kennen: er ist der Jever Mann! Zwischen 2008 und 2015 mimte der gebürtige Amerikaner die ikonische Werbefigur. Bis heute besteht ein freundschaftlicher Kontakt zu den Brauern aus dem hohen Norden.

Und nochmal, damit ihr es nicht überseht: Dave made a Maze ist seit dem 31. Mai 2019 auf DVD, Blu-ray & Digital erhältlich!


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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