Das Schlangenmonster
Artikel vom 13.09.2019 | Heimkino->Blu-Ray

Das Schlangenmonster



aka: Scorpion Thunderbolt


Im Rahmen der "IFD Legacy Collection", welche vom Label „AVV“ in bestmöglicher Qualität präsentiert wird, steht uns ein weiterer Ableger aus den Hause „IFD Films and Arts“ ins Haus, der auf den illustren Namen Das Schlangenmonster (aka Scorpion Thunderbolt) getauft wurde. Selbstredend stand hier, neben den anreichernden selbstgedrehten Szenen um IFD Ikone Richard Harrison ein recht trashiger Hauptfilm im eigentlichen Fokus: Snake Woman aus dem Jahre 1983. Harrison, der sich später quasi als „Mainfest“ im großen IFD-Circus festsetzte, schlüpft hier in die Rolle des „Auserwählten“, der die Bürde auferlegt bekommen hat, das „Schlangenmonster“ zu bändigen.

Doch worum geht’s?


Eine mysteriöse Mordserie erschüttert Hongkong, sowohl die Polizei als auch die Presse ermitteln. Bald stellt sich heraus, dass hinter den Morden ein Schlangenmonster steckt, das von einer Schlangengöttin gesteuert wird. Eine bildhübsche Frau, welche per Magie ihre Opfer durch die Monsterschlange töten lässt. Jacky Ko führt die Polizeitruppe an, die hinter dem Monster her ist. Doch er verliebt er sich in die Schlangengöttin, weshalb er Unterstützung aus dem Ausland anfordert. Richard reist umgehend nach Hongkong und wird auserwählt, die Frau und das Monster zu vernichten. Nur ein Ring kann die Magie zerstören, doch er weiß nicht, wie man ihn anwendet. Als er die Formel erfährt, beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, denn die Schlangengöttin hat schon ihre Killer auf ihn losgelassen.


Klingt trashig … ist es auch. Das Grundkonstrukt ist auch hier selbiges, welches grundsätzlich bei den geliebten Godfrey Ho-Flicks Verwendung findet: ein oftmals taiwanesischer Film, im vorliegenden Fall eben Snake Woman, wird um eigens gedrehte Sequenzen angereichert, um somit globaler vermarktet werden zu können.
Zwar war die damalige Ninja-Maschinerie um Richard Harrison zu dem Zeitpunkt noch nicht wirklich präsent, trotzdem durfte sich der kommende Star am IFD-Firmament auch hier schon durch eine Heerschar von entsandten Lakaien der „Schlangengöttin“ prügeln. Selbstverständlich haben diese Sequenzen diese unnachahmliche Action-Chroreographie mit den signifikanten Musikuntermalungen und den später immer wiederkehrenden und lieb gewonnenen Locations, jedoch wirken diese mitunter etwas undynamisch. Das liegt jetzt nicht primär an den schmerzlichst fehlenden Ninjas, sondern an den eher „etwas trägen“ Kämpfen. Grund dafür ist, das sich Harrison - entgegen späteren Filmen - nicht im Anzug des Ninjas „doubeln“ lässt, sondern in bester Bud Spencer-Manier, selbst Hand anlegt. Da der Gute nicht über die physischen Fähigkeiten der IFD-Trickser und -Akrobaten verfügte, ist das natürlich aus dieser Sicht etwas „mau“, schmälert aber in keiner Weise den trashigen Unterhaltungswert.

Um eben den „westlichen“ Horrorfans zu signalisieren, dass „IFD“ auch in dieser Liga anzutreffen ist, drehte man trendbewusst auch jene Sparte, um hier ebenfalls global das Publikum zu finden. „Horror“ im wesentlichen trifft es noch nicht einmal. Vielmehr punktet der Action-, Horror- und Trashmix mit seinen kämpferischen Zwischeneinlagen, in denen Richard seine Widersacher aus dem Weg räumt ... bis er schließlich der Schlangenlady „persönlich“ gegenüber steht. Hier finden wir dann allerdings nicht den obligatorischen Endkampf im „vs“-Style (wie noch in Magnum Thunderbolt). Stattdessen geht es lediglich um das vollziehen eines Rituals, welches das „Schlangenmonster" schließlich in die Knie zwingt. Es gibt also hier jetzt keinerlei akrobatischen „Firlefanz“, den wir als "IFD-Fans" so lieben. Wir müssen uns also mit einem fast schon zu sehr routinierten Harrison begnügen, der hier seine Anfangstage der IFD-History zum Besten gibt.

Das Schlangenmonster
Die beiden Coverarts des Mediabooks

Das Schlangenmonster ist ein recht seltener Film, der in en 1980igern kaum Aufmerksamkeit bekam und nur wenigen bekannt sein dürfte. Da aber auch jenes Filmgut zu den Trashperlen des "IFD-Universums" gehört, ist er ein essenzieller Part, der in die IFD-Riege und -Sammlung hinzugefügt werden muss. Ein „Auftakt“ quasi für alles weitere, was "IFD" so groß und liebenswert gemacht hat. Und dank „AVV“ ist es nun möglich, den Film in bestmöglicher Qualität zu begutachten und sich ein eigenes Bild von dem zu machen, was "IFD Films and Arts" seit vielen Jahren ausmacht und Fans auf aller Welt in Extase versetzt. Nicht "IFD"'s bester, aber ein Film, den man als Fan natürlich haben muss.

Das schicke Mediabook, welches in zwei Covervarianten erscheint, gestaltet sich wie folgt:
- Neuer Transfer vom Original IFD Master
- Deutsche DVD-Premiere
- Erstmals Ungeschnitten
- 16-seitiges Booklet
- Interiew mit Godfrey Ho
- Vorspann zum Originalfilm
- Alter deutscher Vorspann
- Thunderbolt-Trailershow
- Trailer zum Film
- Bildergalerie
- Inkl. Bonus-DVD mit weiterem IFD-Film


© Text: onyourscreen.de / Frank Deutscher Heister
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