Crawl © EuroVideo
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Artikel vom 17.11.2013 | Heimkino->DVD

Crawl



Home Killing Home


Was haben Filme wie Funny Games, Inside, Panic Room aber erstaunlicherweise auch Kevin allein zu Haus gemeinsam? Im weitesten Sinne gehören sie zum Genre "Home Invasion", auch wenn hier sehr sehr unterschiedlich an das Thema herangegangen wurde. Das ausgerechnet dieses Genre so interessant für Debütanten und Indie-Filmer ist, liegt an den in der Regel überschaubaren Kosten für Schauplätze und die oft dezimierte Menge an Darstellern. Das spricht allerdings auch Neulinge nicht davon frei, sich besonders viel Mühe mit der Handlungsidee und den Dialogen zu geben. Ob das bei Crawl gelungen ist?

Titel
Crawl © EuroVideo
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Cover: Crawl
Titel: Crawl
Originaltitel: Crawl
getestete Version: DVD
Cast: Georgina Haig, George Shevtsov, Paul Holmes
Regie: Paul China
Produktionsland: USA
Studio/Verleih: EuroVideo
Erscheinungstermin: 2013
Produktionsjahr: 2011
Spieldauer: 77 Minuten
Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
Regioncode: 2
FSK: ab 18 J

Filmkurzbeschreibung


Der fiese Barbesitzer Slim (Paul Holmes) hat Streß mit mit Rusty (Bob Newmann) - und im australischen Hinterland nimmt man sich da flugs einen Auftragskiller und räumt die Streßpartie ruckzuck aus dem Weg. Slim beauftragt hierfür einen vor sich hin alternden, Stetson tragenden Cowboy-Killer (George Shevtsov), der sein Handwerk wortkarg erledigt, das vereinbarte Honorar einfordert und sich danach spurlos aus dem Staub machen will. Will! Denn dummerweise baut er kurz hinter der Stadt einen Unfall und sucht verletzt ausgerechnet Schutz im Haus von Slims Kellnerin Marylin (Georgina Haig), die sich auf einen Abend mit ihrem Verlobten freut. Da Auftragskiller auf der Flucht wenig Lust auf Augenzeugen jeglicher Art haben, entwickelt sich ein dramatischer, teils tödlicher Abend für alle Beteiligten.

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Was stört, wird eliminiert

Das meint onyourscreen.de zum Film


Es gibt sicherlich Menschen, und vermutlich auch garnicht wenige, die Crawl folgende Attribute mit auf den Weg geben: langweilig, unspannend, ohne Bezugsperson. Einige Kritiken verreissen Crawl ja fast, und auch in den typischen user-gererated-Votings kommt das 77 Minuten kurze Erstlingswerk von Paul China recht schlecht weg. Übrigens in dieser Vehemenz beides zu Unrecht, wie wir finden. Ja, viele Abschnitte des Films sind langatmig und nahezu ungeschnitten, aber gerade diese gefallen uns am besten. Alleine die schweigsamen 5-10 Minuten um den Unfall des kroatischen Auftragskiller sind einfach stilvoll. Überhaupt hat Hauptdarsteller George Shevtsov ein extrem stoisches, emotionsloses, eigentlich fast unpassendes Gehabe, das perfekt zu den reduzierten Mitteln des Films passt. Auch Opfer-Blondie Georgina Haig fügt sich prima in die Rolle des überraschend wehrhaften Opfers, was man von Paul Holmes als schmierigem Kneipeneigner leider nicht behaupten kann. Wenn eine Figur den Streifen nach unten zieht, das ist es die seine.

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Verhängnisvoller Unfall

Onyourscreen.de-Fazit zu CRAWL


Für einen Thriller zu unspannend, für einen Horrorfilm zu wenig blutig und für wohl 90% der actionverseuchten Blockbusterfans zu langatmig - und doch sorgten die Stimmung, die betonte Lässigkeit und die manchmal knackig-coolen Dialoge bei uns für 77 Minuten Filmspaß. Nein, das macht aus Paul Chinas Erstling ganz sicher keinen Kracher, aber für einen halbwegs netten Independent-Film-Abend unter Cineasten bietet Crawl genug Diskussionsstoff - und wenn es nur darum geht herauszufiltern, welche Kultfilme sich der Macher vorher bewusst als Vorbild gewählt hat. Und das dürften einige sein, auch wenn er denen nie gerecht wird. Ein wenig mehr Tiefe in der Handlung und ein Filmcharakter dem man gerne folgt, hätten Crawl sehr gut getan und ihm einen höheren Stellenwert im Genre "Home Invasion" garantiert.


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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