Comtesse des Grauens © Anolis Entertainment
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Artikel vom 29.12.2014 | Heimkino->Blu-Ray

Comtesse des Grauens



Gruselig grausame Greuel-Gräfin?


Beruhend auf einer historisch verankerten und natürlich ordentlich ausgeschmückten Greuelgeschichte, brachte Hammer 1971 die Comtesse des Grauens auf den Markt. Die Story um Comtesse Elisabeth, die den grausamen Quell der ewigen Jugend entdeckt hat, basiert auf der Lebensgeschichte der ungarischen Gräfin Báthory Erzsébet, die von 1560 bis 1614 zwischen 36 und 650 Opfer auf dem Gewissen haben soll. Witzigerweise ist es dem deutschen Verleih hier gelungen, den eher irreführenden englischen Titel (Countess Dracula, und hier gibts nicht wirklich Vampire ...) mit einem besser passenden zu ersetzen ... was mal eine erfrischende Ausnahme ist.

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Die Comtess nach dem blutigen Jungbrunnen ...

Mediafacts
Comtesse des Grauens © Anolis Entertainment
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Cover-Artwork der Blu-ray
Titel: Comtesse des Grauens
Originaltitel: Countess Dracula
getestete Version: Blu-ray
Cast: Ingrid Pitt, Nigel Green, Sandor Elès, Maurice Denham, Patience Collier, Peter Jeffrey
Regie: Peter Sasdy
Studio/Vertrieb: Hammer / Anolis Entertainment
Produktionsland: UK
Erscheinungstermin: 2014
Produktionsjahr: 1971
Spieldauer: 93 Minuten
Regioncode: 2
FSK: ab 16 J

Filmkurzbeschreibung


Comtesse Elisabeth - nicht erst seit dem Tod ihres Mannes offen für Offerten der Männerwelt - kommt reichlich in die Jahre. Grausam wie sie ist, misshandelt sie ihr Zimmermädchen, das dabei blutig zu Tode kommt. Zufällig entdeckt sie dabei, wie sie mit einem Bad im Lebenssaft jungfräulicher Mädels zu jugendlicher Schönheit zurückkehren kann ... wenn auch nur für kurze Zeit. So müssen immer neue schönheitserhaltende Spenderinnen her, koste es was es wolle ...

Das meint onyourscreen.de zum Film


Wir hatten ja schon die Gelegenheit einige Schmuckstücke aus der "Anolis Hammer Blu-ray Edition" zu rezensieren (Der Fluch der Mumie, Draculas Hexenjagd und Das grüne Blut der Dämonen ... die fehlenden Der Fluch von Siniestro und Hände voller Blut holen wir nach, sobald wir die in die Hände bekommen) und haben da auch unseren eindeutigen Favoriten: Das grüne Blut der Dämonen. Doch auch die uns nun vorliegende Comtesse des Grauens hat so ihre Reize ... und ja, das darf man bei diesem ab und an ein wenig erotischen Hammer-Schätzchen durchaus wörtlich nehmen. Storytechnisch ist der nur leicht blutrünstige und - wie bei Hammer Filmen üblich - poppig-bunt fotographierte, sowie schick ausgestattete Kostümfilm eher durchwachsen. Da haben wir schon deutlich unterhaltsameres aus der englischen Gruselschmiede sehen dürfen, doch tatsächlich saß Hammer Films Anfang der 70er ja auch schon auf dem nicht mehr ganz so lukrativen Ast. Kein Wunder also, dass man mit dem (Original-) Titel - Countess Dracula - auf die ehemals so lukrative Vampir-/Dracula-Schiene setzte, auch wenn das durchaus irreführend war. Der nicht wirklich gruselige Hammer-Streifen zieht seine Qualitäten auch eher aus der Ausstattung und der Eindringlichkeit der Darsteller, die allesamt fast schon theatralisch zu Werke gehen - allen voran Ingrid Pitt (die scheinbar garnicht erste Wahl war, bei der Besetzung der Comtesse Elisabeth). Witzigerweise erscheint einem zwar die Gräfin von Beginn an nicht ganz koscher, aber wirklich bösartig ist keine der handelnden Person am Filmanfang. Der zunehmende Jugendwahn der Gräfin scheint sie zu immer böseren und willenloseren Taten zu treiben. Die unerfüllte Liebe zur Comtesse lässt auch ihren Verehrer Captain Dobi (auch sehr gut hier: Nigel Green) im Filmverlauf immer skrupelloser werden. Nur die lange unterwürfige Zimmerzofe der Gräfin wacht irgendwann aus dem blutigen Gefolgswahn auf, als sie die Tochter der Comtesse eingesperrt im Keller des Schlosses findet. Wer möchte darf die Geschichte als frühe Anmahnung des Jugendwahn verstehen ... muss man aber nicht.

Comtesse des Grauens © Anolis Entertainment
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Die Comtesse ohne blutiges Facelift ...

Das meint onyourscreen.de zur Blu-ray


Bild und Ton dieser Anolis-Veröffentlichung sind, wie zu erwarten war, wiederum prima ... auch wenn der Synchroton etwas gegenüber dem Originalton abfällt. Das Bild zeigt eine ausgewogene Mischung aus Schärfe, Kontrast und einer angenehm authentisch wirkenden Körnigkeit, die typischen Hammer Farben strahlen satt. Wie man es aus der Reihe ja bereits gewohnt ist, kommt auch die Comtesse des Grauens mit überaus opulenter Extra-Ausstattung daher. Neben den üblichen kleineren Dreingaben à la Trailer, Werberatschlag und Bildergalerie warten auch ungewöhnlichere Bonusmaterialien: US Pressbook, Hammer Christmas Folder, Rank Folder. Doch damit nicht genug: Interessante Interviews mit Peter Sasdy (aus 2013, ca. 21 Minuten) und Ingrid Pitt (aus 1994, ca. 28 Minuten) sowie zwei Audiokommentare (einer vom Kurator Dr. Rolf Giesen zusammen mit Ivo Scheloske sowie einer mit Ingrid Pitt, Stephen Jones und Kim Newman) runden die Blu-ray ab. Wer zum schicken Mediabook greift, darf sich dazu über ein 24-seitiges Booklet freuen ...

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Mediabook und Softbox der "Comtesse des Grauens"

Das Onyourscreen.de-Fazit zu COMTESSE DES GRAUENS


Das doch recht bieder verfilmte Drama von der mordlüsternen Gräfin Elisabeth lebt von seiner Ausstattung, den passenden Locations, den tollen Kostümen und den engagierten Darstellern, allen voran der ab und an offenherzigen Ingrid Pitt als blutbadende Comtesse des Grauens. Leider hat sich Regisseur Peter Sasdy (Wie schmeckt das Blut von Dracula?, Hands of the Ripper), der davor und danach eher als TV-Spezialist unterwegs war, hier nicht dazu entschlossen, einen Horrorfilm aus der zugrundliegenden, wahren Begebenheit zu fabrizieren. Doch auch so kann den Hammer interessierten Cineasten dieses Prachtstück von Blu-ray begeistern, wenn auch eher durch die Präsentation als durch den Film als solches.

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Die Softbox-Versionen der diversen Hammer-Veröffentlichungen von Anolis


© Text: onyourscreen.de / AS


 
 
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